FAQ
Häufig gestellte Fragen
1. Ablasshandel oder tatsächlicher Klimanutzen?
Manche bezeichnen den Ausgleich von Emissionen fälschlicherweise als Ablasshandel. Mit diesem Wort wird zum einen unterstellt, dass man sich ein reines Gewissen kaufen kann und zum anderen, dass der Verkäufer leichtes Geld verdient ohne einen Gegenwert zu liefern. So gut es auch ist, kritisch zu sein und uns und unseren Wettbewerbern auf die Finger zu schauen – die Bezeichnung Ablasshandel vernachlässigt und verschleiert was tatsächlich passiert: hochwertige und wirksame Klimaschutzprojekte werden von uns in aller Welt durchgeführt und unterstützt.
Zusätzlicher Nutzen entsteht durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, Infrastruktur und Förderung von regenerativen Energien. Für den Kaufpreis liefern wir nachvollziehbar und von unabhängiger Seite geprüft, tatsächlich erzeugte und nachhaltige Emissionsminderungen, und dem Klima wird mit jedem Beitrag ein Stück weitergeholfen. Das ist kein Ablasshandel, sondern wirksamer Klimaschutz!
2. Werden Emissionen in Deutschland oder im Ausland gemindert?
Sinn des Emissionshandels ist, mit dem zur Verfügung stehenden Geld den maximalen Klimanutzen zu erzielen. Natürlich kann man zunächst in wenig entwickelten Ländern, in denen oftmals alte und wenig effiziente Anlagen betrieben werden, mehr erreichen als in hoch entwickelten Ländern. Und weil die meisten Unternehmen und Privatleute kostenoptimale Lösungen suchen, ist der Anreiz groß, im Ausland tätig zu werden.
Darüber hinaus kann und sollte sich jeder überlegen, welche Emissionen er selbst einsparen kann – durch Investitionen (z.B. in Wärmedämmung und Energiesparlampen) oder durch Verhaltensänderung (z.B. durch Fahrradfahren oder Vermeiden von Flugreisen). Für technische Anlagen, die besonders viel CO2 emittieren (Kraftwerke, Stahlwerke usw.), gibt es zudem den obligatorischen Europäischen Emissionshandel, durch den Treibhausgaseinsparungen auch im Inland erzwungen werden.
3. Forstprojekte
So gut und wichtig es ist, Wald zu erhalten und wieder aufzuforsten: bisher kann der nachhaltige Klimanutzen nicht eindeutig quantifiziert werden, da Bäume das gespeicherte CO2 im Holz im Vergleich zu fossilen Brennstoffen sehr schnell wieder freisetzen.
4. Preisbestandteile für CERs
Der Preis für CERs ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. An den Börsen (unter anderem in Oslo, London und Leipzig) werden Emissionsrechte und CERs projektanonym gehandelt, wobei die kleinste handelbare Einheit 1.000 Stück sind (also 1.000 Tonnen CO2 Emissionen). Das ist für die meisten Verbraucher kompliziert und teuer. goClimate bietet Kleinstmengen an CERs aus den begehrten Gold Standard Projekten an. Durch diese Projekttyp-bezogene Lieferung erhöhen sich die Ansprüche an Logistik und Verwaltung. Der Preis muss u.a. folgende Kostenkomponenten abdecken: die Erzeugung der CERs, das Risikomanagement, die Qualitätssicherung, Gebühren, Steuern, Transfer und Verwaltung.
5. Wie groß ist der finanzielle Eigenanteil?
Wir beschränkten unsere Verwaltungskosten auf maximal 25%. Der Wert ist aber nur bedingt aussagekräftig. Der Ursprung für das öffentliche Interesse an diesem Wert liegt in einer Studie der Tufts-Universität, die verschiedene Anbieter von Offsets verglichen hat. Ursprünglich hatte der Wert auch durchaus seinen Sinn, inzwischen werden jedoch leider nicht vergleichbare Unternehmen mit Hilfe dieses Wertes miteinander verglichen.
Aussagekräftig (und auch das nur bedingt) ist dieser Wert nur im Vergleich von Spendenorganisationen untereinander, die jedoch das Ergebnis der eingesetzten Mittel nicht garantieren. Hat man ein festes Budget zur Verfügung und möchte dieses für ein Klimaschutzprojekt spenden, dann ist die Frage ‚Wie viel von meinem Geld kommt im Projekt an? verständlich: Je mehr Geld tatsächlich im Projekt investiert wird, umso mehr wird i.d.R. auch erreicht. (Es kann jedoch sinnvoller sein, wenn nur 70% in ein gutes Projekt fließen, statt 90% in ein schlechtes.) Bei Anbietern von CO2-Kompensationen (wie z.B. Tricorona) mit garantierter Menge, Qualität und Preis spielen Punkte wie Risikomanagement, Portfolio-Effekte usw. eine Rolle.
Die Frage nach dem finanziellen Eigenanteil kann nicht mehr eindeutig beantwortet werden: Zum einen gibt es keine allgemein gültige Definition dafür, ob z.B. Kosten für gescheiterte Projekte oder das Risikomanagement als Verwaltungskosten oder als Projektkosten gelten. Zum anderen führt der Portfolioansatz dazu, dass eine genaue Zuordnung der Preisbestandteile zu einzelnen Projekten nicht mehr möglich ist. Deshalb empfehlen wir, auf eine Liefergarantie zu achten.
6. Preis-Leistungs-Verhältnis
Wenn man sich für eine bestimmte Menge Offsets interessiert, dann ist es sinnvoll, das Preis-Leistungs-Verhältnis von garantierten Offsets zu vergleichen. Hier spielt der finanzielle Eigenanteil keine Rolle: Ein effizienter Anbieter kann Zertifikate einer bestimmten Qualität trotz eines höheren Eigenanteils möglicherweise günstiger anbieten als ein weniger effizienter Anbieter.
Während z.B. Tricorona die Lieferung der Offsets garantiert und durch entsprechendes Risikomanagement die Produktion auch sicherstellt, sind die Kaufpreise einiger anderer Organisationen in Wirklichkeit eine Klimaspende (auch wenn das leider nicht immer deutlich wird): Das Geld wird erst noch investiert, und dann hofft die entsprechende Organisation auf den Erfolg der Projekte. Im Fall eines Projekt-Fehlschlages wird das Geld aber nicht zurückgezahlt, und ob die entsprechenden Offsets generiert wurden oder nicht, wird möglicherweise noch nicht mal bekannt. Werden die ausgestellten Zertifikate dann zurück gerufen und ist der Käufer bereit, den Kauf ein zweites Mal durchzuführen? So kann man in unseren Augen allerdings keine echte Klimaneutralität erlangen und deswegen bieten wir ein anderes Geschäftsmodell an.
7. Welcher Anteil von meinem Klimaschutzbeitrag kommt eigentlich tatsächlich im konkreten Klimaschutzprojekt an?
Um die vielfältigen Risiken von Klimaschutzprojekten zu beherrschen und den Erfolg garantieren zu können, unterhalten wir ein großes Projektportfolio und eine professionelle Qualitätssicherung. Die geleisteten Klimaschutzbeiträge werden somit nicht einem einzelnen Projekt, sondern unserem gesamten Projektportfolio zugeordnet und die Mittelverwendung von unserer Qualitätssicherung gesteuert. Welcher Anteil von welchem Kunden in welches Projekt geflossen ist, lässt sich so nicht mehr nachvollziehen. Es kann also sein, dass der Beitrag konkret in ein bestimmtes Projekt fließt, die gelieferte Emissionsminderung dann aber aus einem anderen Projekt stammt.
8. Woher weiß ich, aus welchem Projekt meine Ausgleichszertifikate stammen?
Es lässt sich genau nachvollziehen, welches Projekt aus unserem Portfolio an Sie geliefert hat, weil jedes Zertifikat (Certified Emission Reduction) von der Verwaltung der Vereinten Nationen mit einer eindeutigen Registrierungsnummer ausgestattet wird. Jeder Kauf wird von uns mit einer Transaktionsnummer versehen und dieser dann die entsprechende Registrierungsnummer des Zertifikates zugeordnet. Hinter jeder Transaktion steht also ein konkretes Zertifikat. Auf Anfrage teilen wir diese für Ihre Transaktionsnummer gerne mit.
9. Kann ich bei goClimate eine Klimaspende tätigen?
Bei einer Klimaspende handelt es sich um einen Beitrag für ein oder mehrere Projekte, deren Gelingen jedoch noch unsicher ist. Im Gegensatz zur Klimaspende bietet goClimate jedoch eine garantierte Lieferung von Ausgleichszertifikaten an - mit allen gesetzlichen Konsumentenrechten. Somit handelt es sich um den Kauf einer garantierten Leistung.
10. Was passiert nach 2012, wenn das Kyoto-Protokoll ausläuft?
Die Weltklimakonferenz auf Bali war ein wichtiger Schritt, um ein Abkommen über 2012 hinaus zu erzielen. Die Verhandlungen werden auf der nächsten Konferenz 2009 in Kopenhagen fortgesetzt. Unabhängig davon wird der Emissionshandel in Europa fortgesetzt. Die Europäische Union hat sich selbst verpflichtet, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um mindestens 20% unter das Niveau von 1990 zu senken.
11. Was macht goClimate selbst, um Emissionen einzusparen oder zu kompensieren?
Klimaschutz ist eine globale Aufgabe und findet überall statt. Deshalb ist unser Partner Tricorona in vielen Regionen präsent und hat Niederlassungen und Kooperationen in Europa, Russland, China, Indien, Südamerika und zukünftig möglicherweise in noch weiteren Ländern und Regionen. Wir wickeln zwar soweit wie möglich alle Kommunikation über Telefon und Internet ab, aber leider sind Dienstreisen immer noch notwendig, weil manches eben doch persönlich geklärt werden muss. Alle Reiseaktivitäten werden daher erfasst, die Klimabelastung errechnet und anschließend in voller Höhe aus unseren eigenen Projekten kompensiert.
Gefährliches Methan
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