Klimaschutz von A - Z
Glossar
AAU - Assigned Amount Unit
Die Staaten aus dem Kyoto Protokoll haben sich verpflichtet, ihre Emissionen gegenüber 1990 deutlich zu senken. Um das zu erreichen, erhält jede Regierung ein von den Vereinten Nationen festgelegtes Kontingent an AAUs - also Emissionsrechten.
Ein AAU entspricht dabei einer Menge an Treibhausgasemissionen, die dem Klimaerwärmungspotenzial von einer Tonne Kohlendioxid entsprechen. Wenn ein Land nun weniger emittiert, als es AAUs zugeteilt bekommen hat, kann es die überflüssigen AAUs an ein anderes Land verkaufen. Wenn ein Land jedoch zu wenig AAUs zugeteilt bekommen hat und nicht ausreichend AAU hinzukaufen kann, muss es die eigenen Treibhausgasemissionen entsprechend senken.
Carbon Footprint
Mit dem so genannten CO2-Fußabdruck wird beschrieben, welche Treibhausgasemissionen ein Wirtschaftsgut von der Erstellung bis zur Entsorgung produziert.
Carbon Offset
Die Kompensation von klimaschädlichem Verhalten durch die Förderung von Klimaschutzmaßnahmen an anderer Stelle.
CCS - Carbon Dioxide Capture an Storage
CCS ist eine Technologie, durch die das beim Verfeuern von fossilen Brennstoffen entstehende Kohlendioxid (CO2) von anderen Abgasen getrennt und anschließend deponiert wird. Als Großtechnologie für den Klimaschutz befindet sich CCS noch in einem Frühstadium. Der Weltklimarat der UNO (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) sieht in der Abtrennung und geologischen Speicherung von CO2 eine große Chance für die Stabilisierung des globalen Klimas.
CDM - Clean Development Mechanism
Das Kyoto Protokoll sieht als eine Ausprägung des internationalen Emissionshandels den Clean Development Mechanism (CDM) vor. Gemeinsame Projekte zwischen einem Industrieland und einem Entwicklungsland sollen dazu führen, dass bessere Technologien für den Klimaschutz eingeführt und die Emissionen des Entwicklungslandes gegenüber dem Normalfall gesenkt werden. Dabei werden die im Entwicklungsland eingesparten Emissionen dem finanzierenden Industrieland in Form von Emissionsrechten gutgeschrieben. Ein solches Emissionsrecht nennt man Certified Emissions Reductions (CER).
CER - Certified Emissions Reduction
Ein CER entspricht den eingesparten Emissionen des Klimaerwärmungspotenzials von einer Tonne Kohlendioxid. CERs werden in Klimaschutzprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern (sog. CDM Projekte) erzeugt und können dann in ein Industrieland übertragen werden. Ein CER berechtigt den Inhaber, z.B. ein deutsches Industrieunternehmen, eine Tonne Kohlendioxid in die Atmosphäre zu emittieren. Ein CER kann aber auch von anderen Unternehmen oder Privatleuten gekauft und ungenutzt gelöscht werden. Auf diese Weise wird dem europäischen Emissionshandel ein Emissionsrecht entzogen und es muss statt dessen diese Tonne Emissionen eingespart werden.
CO2 - Kohlendioxid
Kohlendioxid ist ein farbloses, unbrennbares Gas und ein natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre. Wir Menschen produzieren sehr viel CO2. Immer wenn Kohle, Benzin oder Heizöl verbrannt wird, entsteht dieses Gas. Pro Erdenbürger werden jährlich vier Tonnen Treibhausgase emittiert. In Deutschland sind die Emissionen dreimal so hoch, nämlich 12 Tonnen pro Einwohner jährlich.
Emissionshandel
Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hat die EU zugesagt, die Treibhausgasemissionen im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 um acht Prozent gegenüber 1990 zu verringern, bis 2020 sollen es 20 Prozent sein. Um das Ziel zu erreichen, einigten sich die EU-Staaten im Rahmen des Europäischen Programms für den Klimaschutz (ECCP) auf die Einführung eines grenzüberschreitenden Emissionshandels. Er soll eine kostenwirksame und wirtschaftlich effiziente Senkung der Treibhausgasemissionen fördern.
Emissionsrecht /-zertifikat
In obligatorischen Emissionshandelssystemen, wie z.B. dem europäischen Emissionshandelssystem „EU ETS" oder dem internationalen Emissionshandel im Rahmen des Kyoto-Protokolls, verbrieft ein Emissionsrecht den Teilnehmern das Recht, eine Menge an Treibhausgasen zu emittieren, die das gleiche Klimaerwärmungspotenzial haben wie eine Tonne Kohlendioxid.
Liegt der tatsächliche Ausstoß an Treibhausgasen unter der Menge an Emissionsrechten, die der Teilnehmer hält, können die nicht benötigten Emissionsrechte verkauft werden. Im umgekehrten Fall müssen Rechte hinzugekauft werden.
Emissionsrechte für Unternehmen gibt es in folgenden Ausprägungen:
EUA - EU Allowances, von den europäischen Regierungen an die Unternehmen ausgegebene Emissionsrechte CERs - Certified Emission Reductions, stammen aus Klimaschutzprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern ERUs - Emission Reduction Units, stammen aus Klimaschutzprojekten in Industrieländern
Emissionsrechte für Staaten gibt es in folgenden Ausprägungen: AAU - Assigned Amount Unit, von den Vereinten Nationen an die Regierungen ausgegebene Emissionsrechte CERs - Certified Emission Reductions, stammen aus Klimaschutzprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern ERUs - Emission Reduction Units, stammen aus Klimaschutzprojekten in Industrieländern
Gold Standard
Die Gold Standard Foundation mit Sitz in der Schweiz ist eine im Jahre 2006 von einigen Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufene Organisation für die Förderung von besonders hochwertigen Klimaschutzprojekten.
Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC)
Die Klimarahmenkonvention wurde auf dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro angenommen und seither von 186 Staaten ratifiziert. Sie trat 1994 in Kraft. Die Klimarahmenkonvention ist der erste internationale Vertrag, der den Klimawandel als ernstes Problem bezeichnet und die Staatengemeinschaft zum Handeln verpflichtet. Die Konvention bildet den Rahmen für die Klimaschutz-Verhandlungen, die jeweils als Vertragsstaatenkonferenz der Konvention stattfinden.
Klimaneutral
Bei klimaneutralem Verhalten werden die eigenen oder durch eigene Aktivitäten verursachten Treibhausgasemissionen so weit wie möglich reduziert und ein möglicher Rest durch die Förderung von Klimaschutzprojekten kompensiert. Dabei ist der Vermeidung von Emissionen immer Vorrang zu geben.
Kyoto-Protokoll
Im Dezember 1997 fand die Klima-Konferenz im japanischen Kyoto statt. Dort wurde in einem Protokoll festgelegt, dass die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2012 um mindestens 5 Prozent reduziert werden müssen. Leider sind aber bis heute die Emissionen nicht gesunken, sondern im Gegenteil sogar gestiegen.
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit bedeutet die Nutzung regenerierbarer Ressourcen nur in dem Maße, in dem diese in ihren wesentlichen Eigenschaften erhalten bleiben und natürlich nachwachsen. Dabei dürfen die Chancen nachkommender Generationen nicht gemindert werden.
Treibhauseffekt
Die Luftschicht, die die Erde wie eine Schutzhülle umgibt, besteht aus verschiedenen Gasen. Diese sorgen dafür, dass die Sonnenwärme zwar auf die Erde gelangt, aber nicht mehr vollständig ins All zurückstrahlen kann. Ohne diesen „natürlichen Treibhauseffekt“ wäre es auf der Erde so kalt, dass es kein Leben gäbe. In den letzten Jahrzehnten hat sich aber die Zusammensetzung der Luftschicht verändert. Der Anteil an Kohlendioxid (CO2) ist drastisch gestiegen. Industrie, Verkehr und Privathaushalte haben einen weltweit steigenden Energieverbrauch.
Bei jeder Verbrennung von Kohle, Erdöl oder Erdgas entsteht CO2, das in die Atmosphäre gelangt. Und das bewirkt, dass die Wärme schlechter ins All zurückstrahlen kann. Forscher befürchten, dass dieser von Menschen gemachte, zusätzliche „Treibhauseffekt“ das Erdklima völlig durcheinanderbringt und die Erde immer mehr aufheizt: schmelzende Gletscher, vermehrte Dürren in fruchtbaren Gebieten, ansteigende Meeresspiegel, extreme Wetterlagen mit Überschwemmungen und Orkanen, die ganze Landstriche verwüsten.
Treibhausgase
Treibhausgase sind klimawirksam und tragen zum ->Treibhauseffekt bei. Sie absorbieren einen Teil der vom Erdboden abgegebenen Infrarotstrahlung und tragen durch eigene Wärmestrahlung zusätzlich zur Erderwärmung bei. Neben Kohlendioxid (CO2) sind Methan (CH4) und Distickstoffoxid (NO2) hoch wirksame Treibhausgase.
VER - Verified Emissions Reduction
Ein VER entspricht eingesparten Emissionen von einer Tonne CO2, die in einem Klimaschutzprojekt erzielt werden, welches nicht von den Vereinten Nationen anerkannt und zertifiziert ist. In vielen Fällen liegt es daran, dass die Qualitätskriterien der Vereinten Nationen nicht eingehalten werden. Insofern sind VERs ein sehr fragwürdiges Instrument, um Emissionen zu kompensieren.
CO2-Emissionen steigen weiter an
Nach einer Studie des US-Energieministeriums hat es im Jahr 2010 den höchsten je verzeichneten ... » mehr
Rekord bei Erneuerbaren in Deutschland
Im ersten Halbjahr 2011 ist der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in Deutschland ... » mehr
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