Antarktis ohne Eis: Was passiert, wenn die Polkappen schmelzen?
Wie viel Eis die Antarktis verliert, wie stark der Meeresspiegel steigen kann, wann sie eisfrei wäre und was das für die Nordseeküste bedeutet. Stand 2026.
Veröffentlicht am Aktualisiert am
Von Johanna Jung · aktualisiert am · 12 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
Das Eis der Antarktis würde den Meeresspiegel um rund 58 m heben.
Die Antarktis verliert seit 2002 rund 135 Mrd. t Eis pro Jahr.
Schon bei rund 2 °C Erwärmung droht der Westantarktis ein langfristiger Teilkollaps.
Schleswig-Holstein baut Deiche seit 2018 für bis zu 2 m Meeresspiegelanstieg.
Was passiert, wenn die Polkappen schmelzen?
Wenn das Eis auf dem Land der Antarktis und Grönlands schmilzt, steigt der Meeresspiegel; schmilzt dagegen das Meereis, das auf dem Ozean schwimmt, ändert sich der Meeresspiegel praktisch nicht. Das Landeis der Antarktis allein würde den Meeresspiegel um rund 58 m anheben.
Einfach gesagt: Die Antarktis ist ein Kontinent, auf dem ein bis zu fast 5 km dicker Eispanzer liegt. Rutscht dieses Eis ins Meer oder schmilzt es, kommt neues Wasser in den Ozean hinzu, wie bei einem Eiswürfel, den man in ein volles Glas legt. Die Arktis am Nordpol ist dagegen vor allem gefrorenes Meer. Ihr Eis schwimmt schon, wie ein Eiswürfel, der bereits im Glas liegt.
Ganz eisfrei war die Antarktis zuletzt vor vielen Millionen Jahren. Heute geht es um Teilverluste mit großer Wirkung: Seit 1901 ist der Meeresspiegel weltweit um 23 cm gestiegen, zuletzt um 4,75 mm pro Jahr (2012–2025), fast doppelt so schnell wie 1993–2011 mit 2,65 mm. Die Antarktis trägt einen wachsenden Teil dazu bei. Wie viel wärmer es seit Beginn der Industrialisierung geworden ist, zeigt die Seite zur Klimaerwärmung und ihren Messreihen.
Hebt schmelzendes Meereis den Meeresspiegel?
Nein, schmelzendes Meereis hebt den Meeresspiegel praktisch nicht, weil es schon im Wasser schwimmt und genau so viel Wasser verdrängt, wie es beim Schmelzen freigibt. Den Meeresspiegel heben nur Landeis aus Eisschilden und Gletschern sowie die Ausdehnung des sich erwärmenden Meerwassers.
Meereis und Landeis in der Antarktis
Merkmal
Meereis
Landeis (Eisschild)
Was es ist
gefrorenes Meerwasser, meist 1 bis 2 m dick
über Jahrtausende verdichteter Schnee, bis zu fast 5 km dick
Messgröße
Fläche in Mio. km²
Masse in Mrd. t (Gt)
Jahreszyklus
Minimum im Februar, Maximum im September/Oktober (18 bis 20 Mio. km²)
kaum Jahreszyklus, langfristiger Verlust
Wirkung auf den Meeresspiegel
praktisch keine
rund 58 m Potenzial
Klimawirkung
wirft Sonnenlicht zurück; schützt Schelfeis vor Wellen
bindet Wasser; Verlust ist über Jahrtausende unumkehrbar
Meereis und Landeis werden in unterschiedlichen Einheiten gemessen und dürfen nicht verwechselt werden: Meldungen über „Rekord-Meereis“ sagen nichts über den Meeresspiegel. Quellen: NSIDC, NASA, AWI.
Unwichtig ist das Meereis trotzdem nicht. Weiße Eisflächen werfen Sonnenlicht zurück, dunkles Wasser nimmt Wärme auf. Und Meereis dämpft Wellen vor den Schelfeisen, den schwimmenden Zungen der Gletscher, die das Landeis wie ein Korken bremsen.
Wie viel Eis verliert die Antarktis pro Jahr?
Die Antarktis verliert seit 2002 im Mittel rund 135 Mrd. t Eis pro Jahr, gemessen von den Schwerkraft-Satelliten GRACE und GRACE-FO (NASA, Daten bis 2025). Grönland verliert mit rund 266 Mrd. t pro Jahr etwa doppelt so viel.
goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: Was 135 Mrd. t Eisverlust pro Jahr bedeuten
Eisverlust Antarktis
rund 135 Mrd. t pro Jahr (2002–2025)
pro Tag
rund 370 Mio. t
Beitrag zum Meeresspiegel
rund 0,37 mm pro Jahr
Anteil am heutigen Anstieg (4,75 mm pro Jahr)
rund 8 %
Die Antarktis liefert heute rund ein Zwölftel des globalen Meeresspiegelanstiegs; den größeren Teil tragen die Wärmeausdehnung des Meeres, Grönland und die Gebirgsgletscher. So haben wir gerechnet: 362 Mrd. t Eis heben den Meeresspiegel um 1 mm (Ozeanfläche rund 362 Mio. km²); 135 ÷ 362 = 0,37 mm; 0,37 ÷ 4,75 = 7,9 %; 135 ÷ 365 = 0,37 Mrd. t pro Tag. Dass die Amundsensee laut ITGC allein einen ähnlich großen Anteil liefert, ist kein Widerspruch: Teile der Ostantarktis gewinnen durch Schneefall Masse und gleichen Verluste im Netto teilweise aus; zudem bezieht sich ITGC auf einen Anstieg von rund 4,5 mm pro Jahr, diese Seite auf 4,75 mm (WMO, 2012–2025).
Nimmt das Eis in der Antarktis zu?
Das Landeis nimmt insgesamt ab. Was zeitweise zunahm, war das Meereis: Bis Mitte der 2010er-Jahre wuchs seine Fläche leicht, seit 2016 ist sie stark zurückgegangen. Das Minimum vom 21. Februar 2023 war mit rund 1,8 Mio. km² das niedrigste seit Beginn der Satellitenmessungen vor 48 Jahren (NSIDC). 2026 lag das Minimum mit 2,58 Mio. km² am 26. Februar wieder näher am Durchschnitt, aber 0,26 Mio. km² darunter (vorläufig).
Fallbeispiel
Alfred-Wegener-Institut, Bremerhaven: Meereis-Rekordtief 2023 und die Polarstern
Am 8. Februar 2023 meldete das AWI eine Meereisfläche von 2,2 Mio. km² und damit ein Unterschreiten des Rekordminimums von 2022 (rund 2,27 Mio. km² am 24. Februar 2022)
Laut AWI-Meereisphysiker Christian Haas hatte sich die Eisbedeckung in den 35 Jahren vor 2016 kaum verändert, in den sechs Jahren danach ging sie rasch zurück
Das Forschungsschiff Polarstern fand in der Bellingshausensee nahezu eisfreie Bedingungen; Expeditionsleiter Karsten Gohl, seit 1994 in der Region tätig, hatte das nach eigener Aussage „zuvor noch nicht erlebt“ (epd, 10.02.2023)
Das AWI und die Universität Bremen werten die Daten für das Meereisportal aus
Einordnung
Was der Fall zeigt
Der Fall zeigt, warum deutsche Polarforschung für die Einschätzung wichtig ist: Messreihen über Jahrzehnte machen sichtbar, dass sich ein lange stabiles System binnen weniger Jahre verändert hat. Er zeigt nicht, dass der Meeresspiegel durch das Meereis steigt; die Bedeutung liegt in der Schutzwirkung für die Schelfeise und in der Rückkopplung über dunkleres Wasser. Ein einzelnes Jahr wie 2026 mit mehr Eis ist kein Gegenbeweis, so wie ein kalter Winter keine Erwärmung widerlegt. Wer Meldungen über „wachsendes Eis“ liest, sollte prüfen, ob Meereisfläche oder Landeismasse gemeint ist.
Warum gilt der Westantarktische Eisschild als instabil?
Der Westantarktische Eisschild gilt als instabil, weil er großenteils auf Felsgrund unterhalb des Meeresspiegels liegt, der landeinwärts abfällt. Dringt warmes Meerwasser unter das Eis, kann sich der Rückzug selbst verstärken. Sein Eis entspricht 3 bis 5 m Meeresspiegelanstieg.
Rund 3,3 m davon stecken im meeresbasierten Teil, der als besonders gefährdet gilt (Bamber et al. 2009), der gesamte Eisschild entspricht rund 5 m. Schlüsselregion ist die Amundsensee mit dem Thwaites- und dem Pine-Island-Gletscher.
Fallbeispiel
Thwaites-Gletscher: Ergebnisse der International Thwaites Glacier Collaboration (September 2025)
Fläche etwa so groß wie Großbritannien, stellenweise fast 4.000 m dick; vollständiger Verlust: 65 cm Meeresspiegelanstieg, mit der übrigen Westantarktis mehr als 3 m
Die Region Amundsensee liefert laut ITGC rund 8 % des globalen Meeresspiegelanstiegs (bezogen auf die dort genannten rund 4,5 mm pro Jahr); der Eisfluss ins Meer hat sich von den 1990er- zu den 2010er-Jahren mehr als verdoppelt
Die Aufsetzlinie zieht sich um rund 1 km pro Jahr zurück; Gezeiten pressen warmes Meerwasser bis zu 10 km unter das Eis
Das östliche Schelfeis, rund die Hälfte der 120 km breiten Gletscherfront, bricht voraussichtlich innerhalb des kommenden Jahrzehnts auseinander
Einordnung
Was der Fall zeigt
Thwaites ist kein Weltuntergangsgletscher, der morgen kollabiert: Ein vollständiger Zusammenbruch in den nächsten Jahrzehnten gilt als unwahrscheinlich. Aber ein einzelner Gletscher liefert schon heute einen messbaren Teil des Anstiegs, und sein Rückzug kann über das 21. und 22. Jahrhundert weitergehen. Die Forschenden halten fest, dass Emissionsminderungen im Sinne des Pariser Abkommens die stärkste Beschleunigung über das Ende des Jahrhunderts hinausschieben können. Für Planer an Küsten heißt das: Der Zeitpunkt ist offen, die Richtung nicht.
Wie stabil ist der Ostantarktische Eisschild?
Der Ostantarktische Eisschild ist der größte und stabilste Eiskörper der Erde; er entspricht mehr als 50 m Meeresspiegelanstieg und liegt überwiegend auf Fels oberhalb des Meeresspiegels. Er reagiert langsamer als die Westantarktis, ist aber nicht überall sicher.
Auch die Ostantarktis hat Becken unter dem Meeresspiegel, etwa am Totten- und am Wilkes-Becken, in die warmes Wasser eindringen kann. Modellrechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Garbe et al., Nature 2020) zeigen, dass große Teile des Eisschilds erst bei 6 bis 9 °C globaler Erwärmung verloren gingen. Mehr Schneefall in einem wärmeren Klima kann einen Teil der Verluste ausgleichen, die Gesamtbilanz der Antarktis bleibt nach den GRACE-Messungen dennoch negativ.
Wann wird die Antarktis eisfrei sein?
Eine eisfreie Antarktis ist in diesem und den nächsten Jahrhunderten nicht zu erwarten; beim heutigen Tempo würde das Abschmelzen mehr als 150.000 Jahre dauern. Entscheidend ist eine andere Frage: Ab welcher Erwärmung wird ein großer Teil des Eises unumkehrbar verloren gehen?
goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: Zeitbedarf beim heutigen Tempo und langfristige Festlegung nach Erwärmung
Szenario
Meeresspiegel
Zeitbedarf bzw. Bedingung
Heutiges Tempo, meeresbasierte Westantarktis
rund 3,3 m
rund 8.900 Jahre
Heutiges Tempo, gesamte Antarktis
rund 58 m
rund 156.000 Jahre
Langfristige Festlegung bei 2 °C Erwärmung
rund 2,6 m
Teilkollaps der Westantarktis, unumkehrbar
Langfristige Festlegung bei 6 bis 9 °C
mehr als 70 % des Eises
über Jahrtausende
Mehr als 10 °C
nahezu eisfrei, rund 58 m
über Jahrtausende
Beim heutigen Tempo dauerte es Jahrtausende, aber das Tempo ist nicht fest: Mit jedem Grad Erwärmung legt die Welt mehr Meeresspiegelanstieg für die Zukunft fest. So haben wir gerechnet: Zeitbedarf = Meeresspiegeläquivalent ÷ 0,373 mm pro Jahr (135 Gt ÷ 362 Gt je mm); 3.300 ÷ 0,373 = 8.849 Jahre, 58.000 ÷ 0,373 = 155.526 Jahre. Festlegung bei 2 °C: 1,3 m je Grad bis 2 °C (Garbe et al. 2020) × 2 = 2,6 m. Schwellen 6 bis 9 °C und über 10 °C nach Garbe et al. 2020; Balken für 70 % als Anteil an 58 m. Das konstante Tempo ist eine bewusst vereinfachte Annahme.
Die Frage „Wann ist die Antarktis eisfrei?“ führt in die Irre. Beim heutigen Tempo dauerte es über 150.000 Jahre, doch schon bei rund 2 °C Erwärmung legt die Welt nach den Modellrechnungen langfristig mehr als 2 m Meeresspiegelanstieg allein aus der Antarktis fest. Die Studie zeigt zudem eine Hysterese: Die Westantarktis wächst erst wieder auf ihre heutige Größe, wenn es mindestens 1 °C kälter ist als vor der Industrialisierung. Für dieses Jahrhundert erwartet der Weltklimarat IPCC je nach Emissionspfad 0,28 bis 1,01 m globalen Anstieg bis 2100; bis rund 2 m sind wegen der Eisschilde nicht auszuschließen.
Warum schmilzt die Arktis schneller als die Antarktis?
Die Arktis erwärmt sich schneller, weil sie ein von Land umgebenes Meer ist, dessen Meereis beim Schmelzen dunkles Wasser freilegt, das mehr Wärme aufnimmt. Die Antarktis ist ein hoch gelegener, kalter Kontinent, den ein Ring aus Westwinden und Meeresströmungen vom wärmeren Norden abschirmt.
Beim Landeis liegt die Arktis ebenfalls vorn: Grönland verliert mit rund 266 Mrd. t pro Jahr etwa doppelt so viel Eis wie die Antarktis. Grönland entspricht aber nur rund 7 m Meeresspiegel, die Antarktis rund 58 m. Langfristig ist deshalb die Antarktis die größere Unbekannte, kurzfristig Grönland der größere Beitrag. Wie sich die Erwärmung auf Gebirgsgletscher in Europa auswirkt, beschreibt der Artikel zum Abschmelzen der Gletscher in den Alpen.
Was bedeutet das Abschmelzen für Deutschland und die Nordseeküste?
Für Deutschland bedeutet das Abschmelzen vor allem höhere Sturmfluten an Nord- und Ostsee. Schleswig-Holstein baut seine Landesschutzdeiche deshalb seit 2018 als „Klimadeich“, der in zwei bis drei Bauabschnitten auf bis zu 2,0 m Meeresspiegelanstieg erhöht werden kann.
Fallbeispiel
Schleswig-Holstein: vom Baureserve-Konzept zum Klimadeich
2009: Baureserve-Konzept für Landesschutzdeiche, ausgelegt auf 1,0 m Anstieg, mit einer Deichkappe im zweiten Bauabschnitt auf 1,5 m erweiterbar
2018: Klimadeich als neues Konzept; Deiche können in zwei bis drei Bauabschnitten bis zu 2,0 m Anstieg aufnehmen, ohne das heutige Sicherheitsniveau zu senken
In den überflutungsgefährdeten Niederungen des Landes liegen Sachwerte von rund 49 Mrd. € (Hirschhäuser und Hofstede, Hydrographische Nachrichten 115, 2020)
Grundlage ist der Generalplan Küstenschutz von 2012, dessen Fortschreibung das Land vorbereitet
Einordnung
Was der Fall zeigt
Der Klimadeich ist ein gutes Beispiel für Planung unter Unsicherheit: Man baut nicht sofort für 2 m, aber man legt Fundament und Breite so an, dass später erhöht werden kann. Die Erweiterung der möglichen Erhöhung von 1,5 m (Baureserve 2009, Bemessung 1,0 m) auf 2,0 m binnen neun Jahren spiegelt wider, wie stark die Einschätzung des Eisschild-Risikos gestiegen ist. Für Kommunen und Eigentümer folgt daraus: Wer heute an der Küste baut oder kauft, sollte mit den Bemessungswerten des Landes planen, nicht mit dem Meeresspiegel von heute.
goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: Klimadeich im Vergleich zu den IPCC-Projektionen für 2100
Szenario bis 2100
globaler Anstieg
Reserve bis 2,0 m Klimadeich
SSP1-2.6 (starker Klimaschutz)
0,32–0,62 m
rund 1,4 m
SSP2-4.5 (mittlerer Pfad)
0,44–0,76 m
rund 1,2 m
SSP5-8.5 (sehr hohe Emissionen)
0,63–1,01 m
rund 1,0 m
Eisschild-Instabilität, nicht auszuschließen
bis rund 2 m
rund 0 m
Der Klimadeich deckt alle wahrscheinlichen Spannen bis 2100 ab, das Risiko einer Eisschild-Instabilität aber nur gerade so. So haben wir gerechnet: 2,0 m minus Obergrenze der wahrscheinlichen Spanne (IPCC AR6, gegenüber 1995–2014). Vereinfachung: regionaler Anstieg an der Nordsee entspricht dem globalen; Landsenkung und Änderungen der Sturmflut-Höhen nicht berücksichtigt.
Was bedeutet das für Unternehmen und Eigentümer?
Für Unternehmen und Eigentümer an Küsten und Flussmündungen ist der Meeresspiegelanstieg ein langfristiges physisches Risiko, das in Standortplanung, Versicherung und Berichterstattung gehört. Wer weit im Binnenland sitzt, ist über Häfen und Lieferketten betroffen.
Standorte: Für Gebäude und Anlagen in Niederungen an Nord- und Ostsee, an Elbe und Weser die Bemessungswerte des Küstenschutzes und die Hochwassergefahrenkarten prüfen; Neubauten auf eine Nutzungsdauer von 50 bis 80 Jahren auslegen.
Berichterstattung: Physische Klimarisiken gehören in die Wesentlichkeitsanalyse nach ESRS E1 oder in den freiwilligen Standard VSME; Szenarien mit hohem Anstieg sind dort ausdrücklich gefragt. Hintergrund liefert die Seite zum Nachhaltigkeitsbericht.
Lieferketten: Häfen wie Hamburg, Bremerhaven oder Rotterdam sind Knotenpunkte; Sturmflutsperren und Ausfälle betreffen auch Binnenland-Unternehmen.
Ursache angehen: Jede vermiedene Tonne CO₂ verringert die langfristige Festlegung beim Meeresspiegel. Den eigenen Anteil machen die Seite zum CO₂-Fußabdruck und der CO₂-Rechner von goClimate sichtbar.
Schmilzt Landeis in der Antarktis und auf Grönland, steigt der Meeresspiegel; das Eis der Antarktis allein entspricht rund 58 m. Schmelzendes Meereis, etwa am Nordpol, hebt den Meeresspiegel dagegen praktisch nicht, verstärkt aber die Erwärmung, weil dunkles Wasser mehr Sonnenwärme aufnimmt.
Wie hoch würde der Meeresspiegel steigen, wenn die Antarktis schmilzt?
Um rund 58 m, wenn das gesamte Eis schmölze. Davon entfallen 3 bis 5 m auf die Westantarktis und mehr als 50 m auf die Ostantarktis. Grönland käme mit rund 7 m hinzu.
Wann ist die Antarktis eisfrei?
Nicht in absehbarer Zeit: Beim heutigen Tempo würde es nach goClimate-Rechnung mehr als 150.000 Jahre dauern. Modellrechnungen zeigen aber, dass schon rund 2 °C Erwärmung einen langfristigen, unumkehrbaren Teilkollaps der Westantarktis auslösen; bei mehr als 10 °C würde die Antarktis langfristig nahezu eisfrei.
Hebt schmelzendes Meereis den Meeresspiegel?
Nein, praktisch nicht. Meereis schwimmt bereits und verdrängt so viel Wasser, wie es beim Schmelzen freigibt. Den Meeresspiegel heben Landeis aus Eisschilden und Gletschern sowie die Wärmeausdehnung des Meerwassers.
Wie viel Eis verliert die Antarktis pro Jahr?
Rund 135 Mrd. t pro Jahr im Mittel seit 2002, gemessen von den Satelliten GRACE und GRACE-FO (NASA). Das hebt den Meeresspiegel um rund 0,37 mm pro Jahr, etwa 8 % des heutigen Anstiegs von 4,75 mm pro Jahr.
Was bedeutet der Meeresspiegelanstieg für Deutschland?
Höhere Sturmfluten an Nord- und Ostsee und steigende Kosten für den Küstenschutz. Schleswig-Holstein baut seine Landesschutzdeiche seit 2018 als Klimadeich, der auf bis zu 2,0 m Meeresspiegelanstieg erhöht werden kann.