Ökostrom

Wird Strom aus erneuerbarer Energie generiert, wird er als sogenannter Ökostrom bezeichnet. Er wird dann mittels Photovoltaik aus Sonnenkraft, mittels Windkraftanlagen aus Wind, aber auch aus Wasser, Erdwärme oder Biomasse hergestellt. Inzwischen wird ein recht großer Teil an Strom hierzulande bereits durch erneuerbare Energien in entsprechenden Anlagen erzeugt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert daher erneuerbare Energien und ihre Anlagen, so dass weniger fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas, aber auch Braun- und Steinkohle zur Energieerzeugung genutzt werden müssen. Nur so kann in Zusammenarbeit von Verbrauchern und Ökostromanbieter eine Energiewende gelingen. Hier erfahren Sie, was echter Ökostrom ist, wer diesen liefert, wo er herkommt und ob dieser wirklich besser ist.

Warum Ökostrom?

Werden in konventionellen Anlagen die fossilen Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle verstromt, entsteht dabei zwangsläufig das Treibhausgas CO2. Bei der Erzeugung von Ökostrom dagegen wird wesentlich weniger oder überhaupt kein CO2 produziert. Je mehr erneuerbare Energien zur Energieerzeugung genutzt, desto mehr wird der Verbrauch fossiler Energieträger gesenkt. Hier sind jetzt einige Argumente, warum Ökostrom für die Umwelt einfach besser ist.

1. Die politischen Klimaziele

Inzwischen ist es überall auf der Welt deutlich: Der Klimawandel hat längst begonnen. Daher gilt es, den Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen so schnell wie möglich zu verringern. Die Europäische Union hat sich daher politische Klimaziele gesetzt. Diese müssen von jedem Mitgliedsland entsprechend umgesetzt werden. Wird Strom mit Hilfe fossiler Energieträger erzeugt, entsteht dabei CO2. Entscheiden sich mehr Menschen für den klimafreundlichen Ökostrom, gelangt deutlich weniger CO2 in die Atmosphäre. Daher kann jeder einzelne Mensch mit seiner Entscheidung zur Erreichung der klimapolitischen Ziele beitragen.

2. Die Reserven sind erneuerbar

Weil ökologisch produzierter Strom aus nachwachsenden und damit erneuerbaren Rohstoffen generiert wird, stehen diese gewissermaßen unbegrenzt zur Verfügung. Die Sonne scheint tagtäglich unentgeltlich, der Wind weht und schickt keine Rechnung dafür, aber auch Erdwärme und Strom aus Biomasse wie Holz, Getreide, Holzpellets und anderen Rohstoffen aus der Land- oder Forstwirtschaft sind stetig erneuerbar. Daher sind – im Gegensatz zu den konventionellen Rohstoffen – die Reserven aus erneuerbaren Rohstoffen unerschöpflich.

3. Für eine nachhaltige Umwelt

Wenn Sie ebenfalls einen Beitrag für eine nachhaltige und bessere Umwelt leisten wollen, sollten Sie zu einem Ökostromanbieter wechseln. Diese bieten Strom aus erneuerbaren Energiequellen an und belegen das mit den entsprechenden Zertifikaten. Damit wird die Umwelt nachhaltig geschont.

4. Weniger fossile Energiequellen

Je mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen produziert wird, desto weniger müssen fossile Energieträger genutzt werden. Entscheiden sich mehr Menschen für den Bezug von Ökostrom, wird damit der Anteil der erneuerbaren Energien deutlich und nachhaltig gesteigert. Gleichzeitig muss weniger Erdöl und Erdgas importiert werden. Zudem werden fossile Energieträger einfach verbraucht, sie wachsen nicht nach und sind daher nicht in unbegrenztem Ausmaß vorhanden.

5. Stärkung der regionalen Wirtschaft

Werden erneuerbare Energien aus Anlagen erzeugt, stärkt das in den meisten Fällen die Wirtschaft in der entsprechenden Region. Das gilt für Strom aus Windkraft, Sonnenenergie oder anderer erneuerbarer Energie gleichermaßen. Die Energie wird regional erzeugt und kann auch regional verbraucht werden. Damit schafft die Energiewende viele neue Arbeitsplätze, auch in den Regionen, die andernfalls vom Strukturwandel benachteiligt sind.

6. Der ökologische Fußabdruck jedes Einzelnen wird kleiner

Je mehr Verbraucher ihren Strom von einem Ökostromanbieter beziehen, desto kleiner wird der ökologische Fußabdruck. Das kann bei einem Wechsel des Stromanbieters bis zu 80 Prozent betragen.

Was ist Ökostrom?

Grundsätzlich gilt: Sowohl der Begriff Ökostrom, als auch grüner Strom oder Naturstrom sind keine geschützten Begriffe. Daher können die Worte verwendet werden und durchaus inhaltlich etwas anderes meinen. Während beispielsweise der Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE) unter dem Begriff Ökostrom alles subsummiert, bei dem mindestens 50 Prozent aus erneuerbarer Energie und die anderen 50 Prozent aus Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung stammen, gibt es andere Interpretationen, die Strom aus Großwasserkraftprojekten aus dieser Kategorie ausschließen. Grund hierfür sind die erheblichen Eingriffe in die Natur. Es fällt auf, dass in den gesamten Definitionsversuchen die CO2-Emissionen anscheinend keine Rolle spielen. Vielleicht liegt es daran, dass für die Produktion der entsprechenden Anlagen ebenfalls CO2 emittiert wird. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass durch die Produktion von Ökostrom wesentlich weniger CO2 in die Erdatmosphäre emittiert wird, als bei der Stromerzeugung in konventionellen Anlagen. Während bei der Verstromung von Braunkohle im Kraftwerk für jede Kilowattstunde bis zu 980 Gramm CO2 emittiert werden, sind es bei der Photovoltaik nur maximal 150 Gramm und bei der Windkraft maximal 16 Gramm. Daher lässt sich oft einfacher beschreiben, was hierzulande nicht als Ökostrom bezeichnet wird: Das betrifft Elektrizität, die in konventionellen Kohle-, Gas-, oder Atomkraftwerken erzeugt wurde. In Österreich hingegen ist die Definition von Ökostrom deutlich klarer. Hier ist Ökostrom genau als der Strom definiert, der mit Hilfe erneuerbarer Energien generiert wird. Das ist nicht nur verständlicher, sondern deckt sich mit dem, was die meisten Menschen mit dem Begriff Ökostrom verbinden.

Grüner Strom

Was ist echter Ökostrom?

Ist von echtem Ökostrom die Rede, wird dieser von einem unabhängigen Anbieter verkauft. Dieser erzeugt die Energien nicht nur umweltschonend und nachhaltig, sondern investiert gleichzeitig in den weiteren Ausbau der erneuerbare Energien Anlagen und treibt so die Energiewende voran. Die meisten der rund 800 Anbieter von nachhaltig produzierten Energien sind daher nicht gemeint. Lediglich die vier unabhängigen Stromanbieter Greenpeace Energy, EWS Schönau, Naturstrom und LichtBlick sind echte Anbieter nachhaltig generierter Elektrizität. Auch die Gütesiegel für Ökostrom können Sie als Hilfe zur Orientierung nutzen. Mit ihnen weisen die Stromanbieter nach, dass sie klimafreundliche Energie erzeugen. Zu diesen vertrauenswürdigen Siegeln zählen beispielsweise das Grüner-Strom-Label, aber auch das ok-power-Gütesiegel und die Zertifikate des TÜV. Auf der Stromrechnung steht genau gelistet, wie hoch die jeweiligen Anteile sind. Wird vom Stromanbieter echter Ökostrom geliefert, ist dieser mit „sonstige erneuerbare Energien, nicht gefördert nach dem EEG“ zu 100 Prozent gekennzeichnet. Nur dann können Sie sicher sein, dass Sie echten Ökostrom beziehen.

Wer liefert wirklich Ökostrom?

Seit den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Menschen in Deutschland verdreifacht, die ihren Strom aus regenerativen Quellen beziehen. Das sind rund 13 Millionen Haushalte, also gehört bereits jeder vierte Haushalt dazu. Das liegt unter anderem auch daran, dass nachhaltig erzeugter Strom längst nicht teurer als konventionell erzeugter Strom ist. Zudem ist seine Erzeugung umweltfreundlich. Es gibt Ökostromtarife, die zu den preiswerten Tarifen auf dem Strommarkt gehören. Wenn Sie sich für Ökostrom entscheiden, können Sie sicher sein: Ihr Anbieter kauft nur Strom aus erneuerbarer Energie. Allerdings sagt das noch nichts darüber aus, wo dieser Ökostrom erzeugt wird. Daher kann er aus norwegischer Wasserkraft kommen, aber auch aus erneuerbaren österreichischen Energien. Damit in Deutschland die Energiewende vorangetrieben wird, müssen allerdings auch hierzulande mehr Energien aus Strom, Wind und anderen erneuerbaren Quellen erzeugt werden.

Der Herkunftsnachweis für Ökostrom

Wer als Ökostromanbieter auf dem Markt unterwegs ist, muss nachweisen, dass er tatsächlich die elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen einkauft und an die Kunden verkauft. Dafür braucht der Anbieter sogenannte Herkunftsnachweise. Mit diesen weist er nach, in welcher regenerativen Anlage wann die Kilowattstunde Strom generiert wurde. Die Erzeuger selbst stellen diese Nachweise aus. Sobald der Strom auf dem Markt verkauft wurde, entwertet das Bundesumweltamt die dafür ausgestellten Zertifikate. Damit kann jeder Herkunftsnachweis nur ein einziges Mal verwendet werden. Die Nachfrage hierzulande nach Ökostrom ist jedenfalls so groß, dass dafür die Energien im Ausland eingekauft werden müssen. Das liegt vor allem daran, dass nur ein kleiner Teil des in Deutschland hergestellten Ökostroms auch wirklich als Ökostrom verkauft werden darf.

Große Mengen an Strom aus anderen Ländern

In Deutschland darf Ökostrom nur dann so genannt werden, wenn dieser nicht gefördert wurde. Doch die meisten Energien, die regenerativ erzeugt wurden, erhalten gleichzeitig eine Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Wird also die Energie aus einer Photovoltaikanlage oder einem Windrad ins öffentliche Stromnetz gespeist, bekommt der Betreiber dafür eine gesetzlich festgelegte Vergütung. Für den Handel des Stroms an der Strombörse ist dagegen der Betreiber des Stromnetzes zuständig. Sobald also eine Vergütung nach dem EEG für die erzeugten Energien gezahlt wurde, ist es verboten, diesen als Ökostrom zu bezeichnen und unter dem Namen „Strom aus erneuerbaren Energien“ auf dem Strommarkt anzubieten. Will also ein Anbieter mit echt ökologisch erzeugten Energien die Energiewende voranbringen, muss er diesen anderswo kaufen. Das ist in vielen Fällen Ökostrom aus Wasserkraft. Über 40 Prozent des hierzulande verkauften Ökostroms stammen daher aus Norwegen.

Diese drei Gütesiegel für Ökostrom sind hilfreich:

Grüner Strom Siegel: Von Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden gegründet, ist dieses Siegel am nachhaltigsten. Ökostromanbieter mit dem Grünen Strom Siegel investieren bis zu 0,5 Cent pro Kilowattstunde in neue Anlagen. Damit wird die Energiewende tatsächlich vorangetrieben. Das Siegel garantiert echten Ökostrom. Allerdings ist die Zertifizierung nicht vorgeschrieben, daher gibt es auch andere seriöse Gütesiegel.

OK-Power-Siegel: Im Jahr 2000 wurde der gemeinnützige Verein EnergieVision vom Hamburger Institut Research und dem Öko-Institut gegründet. Das Siegel will den Verbrauchern garantieren, dass die Energie wirklich nachhaltig ist. Der Stromanbieter muss dafür nachweisen, dass er ein Drittel des Ökostroms aus erneuerbare Energien Anlagen produziert, die nicht älter als sechs Jahre sein dürfen.

TÜV-Siegel: Dieses Siegel fordert nur relativ moderate Anstrengungen. Will ein Anbieter von Ökostrom das TÜV-Siegel, muss er nachweisen, woher er seinen Ökostrom bezieht. Und er verpflichtet sich, in erneuerbare Energien zu investieren.

Aus diesen Quellen stammt Ökostrom

Die wichtigsten Quellen für erneuerbare Energien sind Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Damit sind Quellen gemeint, die fast unbegrenzt vorhanden sind, wie Sonne und Wind, oder sich schnell erholen, wie Biomasse. Nur mit Hilfe dieser Quellen ässt sich langfristig eine Energiewende erreichen. Die Elektrizität wird jedoch dabei nicht aus fossilen Brennstoffen oder Kernenergie gewonnen.

Photovoltaik: Mit Hilfe der Solarenergie wird die immense Strahlung der Sonne für die Erzeugung von Elektrizität genutzt. Das geschieht in Photovoltaikanlagen auf den Dächern vieler Häuser, aber auch in großen Photovoltaikanlagen. In großen Sonnenwärmekraftwerken kann Elektrizität mittels Wärme und Wasserdampf erzeugt werden. Diese Anlagen lassen sich vor allem dort wirtschaftlich betreiben, wo die Sonne so intensiv scheint, wie beispielsweise in Afrika oder Südeuropa. Während des Betriebs emittieren die Photovoltaikanlagen keinerlei Schadstoffe, weder Kohlendioxid noch Feinstaub. Nur bei der Produktion dieser Anlagen werden diese Stoffe noch freigesetzt. Damit trägt besonders der Betrieb der Photovoltaikanlagen immer mehr zur Energiewende bei.

Windkraft: Die Erzeugung von Ökostrom mittels Windkraft ist in Deutschland weit verbreitet. Mit Hilfe von Windkraftanlagen wird inzwischen der größte Teil des Bruttostroms erzeugt. Je nachdem, ob die Windräder vor der Küste oder auf dem Land betrieben werden, lassen sie sich als sogenannte Offshore- oder Onshore-Anlagen einteilen. Während die Windkraftanlagen an Land nur relativ wenig Fläche benötigen, gleichzeitig günstig und schnell installiert werden können, sind die Anlagen vor der Küste etwas aufwändiger. Sie produzieren Elektrizität und verfügen über eine gute CO2-Bilanz.

Wasserkraft: Gerade die Nutzung des Wassers zur Gewinnung von Energien und zum Betreiben von Kraftwerken hat eine lange Tradition. Geschichtsforscher sind inzwischen überzeugt davon, dass bereits vor 5.000 Jahren Wasserkraft in China genutzt wurde. Die Laufwasserkraftwerke nutzen die Kraft der Strömung zur Stromproduktion, Speicherkraftwerke stehen an Bergseen oder Talsperren und nutzen das Gefälle. Wasser fließt durch Turbinen, diese erzeugen elektrischen Strom. Da sich gerade Wasserkraftanlagen je nach Bedarf nutzen lassen, können diese dann zugeschaltet werden, wenn viel Strom benötigt und dieser gerade nicht durch Wind- oder Sonnenkraft erzeugt werden kann.

Luftaufnahme Windrad

Auf intelligentes Strommanagement kommt es an

Wenn der Wind gerade ruht und die Sonne hinter dicken Wolken verborgen ist, wird mit Hilfe von Windkraft- und Photovoltaikanlagen deutlich weniger Strom produziert. Dieses Szenario wird von den Experten als sogenannte „Dunkelflaute“ bezeichnet. Inzwischen wird rund die Hälfte der produzierten Elektrizität durch Ökostrom erzeugt, also durch erneuerbare Energien. Da aber bis 2022 die Atomkraftwerke und bis 2038 die Kohlekraftwerke in Deutschland vom Netz gehen sollen, ist eine der Herausforderungen für die Energiewende, den Ökostrom entsprechend der Nachfrage zu produzieren. Dafür werden momentan drei Szenarien gedacht:

  • Installation von neuen Gaskraftwerken, die sich klimaneutral betreiben lassen
  • Ausbau von Stromspeichern
  • Die Nachfrage nach Elektrizität mit Hilfe von intelligentem Strommanagement regeln

Daher können alle Bezieher von Ökostrom sicher sein: An allen Tagen wird Strom direkt aus der Steckdose fließen. Falls kurzzeitig mehr Kapazitäten benötigt werden, als mit den Anlagen für Ökostrom zu decken, werden entsprechende Kraftwerke eingeschaltet.

Was ist die Ökostrom Umlage?

Die Ökostrom Umlage wird gelegentlich auch als sogenannte EEG-Umlage bezeichnet. Mit dieser Förderung will die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen. Dafür wurde ein entsprechendes Gesetz, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet und die Basis für eine echte Energiewende geschaffen, in der die Interessen von Umwelt- und Klimaschutz unter einen Hut gebracht werden sollen. Weil die Umstellung auf erneuerbare Energien und damit die Energiewende Geld kostet, werden die entsprechenden Anlagen gefördert. Gleichzeitig wurde damit von Beginn an auch die Entwicklung und Weiterentwicklung neuer Technologien gefördert. Solarzellen wurden leistungsfähiger. Das gleiche gilt für Windkraftanlagen. Von dieser Entwicklung profitieren dabei nicht nur die Produzenten von Ökostrom hierzulande, sondern auch in anderen Ländern. Längst stehen leistungsfähige Solarzellen in afrikanischen Wüstenregionen. Große Onshore Windparks sind inzwischen so effizient, dass sie inzwischen ganz ohne Förderung errichtet werden können. Durch das EEG werden besonders Solar- und Windenergie gefördert, in geringerem Maße aber auch Wasserkraft, Biomasse und Geothermie. Während viele Vorhaben mittels Steuern gefördert und finanziert werden, geschah das bei der Umstellung auf erneuerbare Energien nicht. Diese werden über die EEG-Umlage, die Ökostrom Umlage finanziert. Durch die Verbraucher bezahlt, werden sämtliche Kosten umgelegt. Ökostromanbieter können auf diese Weise investieren und sicher sein, dass sich ihre Investition auch rechnet. Das EEG garantiert den Anbietern außerdem, dass der Ökostrom bevorzugt ins Stromnetz gespeist wird. Allerdings kann es vorkommen, dass der Preis für Strom auf dem Strommarkt geringer ist als der Preis, der durch das Gesetz garantiert ist. Die Ökostrom Umlage finanziert diese Differenz – und wird ihrerseits von jedem einzelnen Verbraucher finanziert. Besonders in den ersten Jahren der Förderung war die Differenz hoch: Die Investitionen der Ökostromanbieter waren hoch, die dafür zu erzielenden Strompreise niedrig. Der Ausgleich erfolgte über die Ökostrom Umlage. Inzwischen ist die Differenz längst nicht mehr so hoch. Ökostrom kann heutzutage ebenso günstig produziert werden, wie konventionell erzeugter Strom. Weil der Staat den Betreibern der Anlagen gerade in der Anfangszeit den Preis über 20 Jahre hinweg garantiert hat, muss dieser immer noch gezahlt werden. Allerdings brauchen nicht alle Verbraucher die Ökostrom Umlage gleichermaßen zu zahlen: Hat ein Unternehmen durch seine Produktion einen großen Bedarf an elektrischem Strom, profitiert es von entsprechenden Ausnahmeregelungen.

Wer bezahlt die Ökostrom Umlage

Etwa ein Drittel des durch die Ökostrom Umlage generierten Geldes wird von privaten Stromabnehmern in Haushalten finanziert. Die Hälfte zahlen Unternehmen, den Rest öffentliche Einrichtungen. Insgesamt beträgt die Ökostrom Umlage gut ein Fünftel des gesamten Strompreises, den ein Haushalt zu zahlen hat. Weil die Produktion von Ökostrom inzwischen deutlich geringere Investitionen pro Kilowattstunde erfordert, hat sich die Ökostrom Umlage als solche stabilisiert. Damit steigt der durchschnittliche Strompreis im Haushalt nur noch um den Betrag, den die allgemeine Inflation ausmacht. Wenn Sie auf Ökostrom umsteigen wollen, sollten Sie die einzelnen Tarife der Ökostromanbieter gut miteinander vergleichen, jedenfalls dann, wenn Sie einen günstigen Tarif zahlen wollen. Während mehr als 95 Prozent des produzierenden Gewerbes die volle Ökostrom Umlage zahlt, konnten stromintensive Unternehmen und mit Strom betriebene Bahnen eine teilweise Entlastung von der Ökostrom Umlage beantragen.

Die Energiewende als Kunde von Ökostrom fördern

Wird Strom aus erneuerbaren Energien gefördert und in das öffentliche Stromnetz eingespeist, weiß niemand genau, welcher Strom nun tatsächlich beim jeweiligen Verbraucher aus der Steckdose kommt. Alle Produzenten von Energien speisen diese in das Netz. Schlussendlich wählt die Energie selbst den kürzesten Weg. Doch je größer die Nachfrage nach Ökostrom wird, desto mehr Stromproduzenten werden die entsprechenden erneuerbare Energien Anlagen errichten. Gleichzeitig spüren die Betreiber konventioneller Kraftwerke, dass ihre Elektrizität immer weniger nachgefragt wird. Insgesamt ist es für die Klimabilanz in Deutschland wichtig, dass gerade hierzulande neue Kraftwerke gebaut werden, in denen nachhaltiger Ökostrom erzeugt wird. Weil nach dem EEG der Ökostrom vorrangig in die Stromnetze gespeist werden muss, werden weniger Energien aus konventionellen Kraftwerken benötigt. Bauen Ökostromanbieter mehr Kraftwerke für Ökostrom, können sie sich das Engagement durch entsprechende Gütesiegel zertifizieren lassen. Damit können Sie sicher sein, dass Sie echten Ökostrom bekommen.

Wo kommt Ökostrom her?

Strom ist eine Ware, die an der Strombörse gehandelt wird und sich von anderen Produkten deutlich unterscheidet. So ist die Homogenität eine wesentliche Eigenschaft und der physikalischen Beschaffenheit von Elektrizität geschuldet. Ob die Elektrizität aus einem konventionellen Kraftwerk stammt, oder als Ökostrom produziert wird, lässt sich von ihr selbst nicht sagen. Sobald sie erzeugt und ins Stromnetz eingespeist wird, ist sie immer gleich und kann nicht mehr nach dem Energieträger unterschieden werden. Vielleicht lässt sich das Stromnetz ein bisschen mit einem großen See vergleichen: Dieser wird von vielen Flüssen gespeist, die alle ihr Wasser zum See tragen. Ist das Wasser jedoch einmal vermischt, lässt sich nicht mehr sagen, aus welchem Fluss welcher Tropfen stammt. Da es kein eigenes Netz für Ökostrom gibt, fließt der gesamte Strom durch dasselbe Netz, ganz gleich, wie er produziert wurde. Da sich der Strom selbst den kürzesten Weg sucht, kann es passieren, dass Sie auch mit einem Tarif für Ökostrom konventionell erzeugten Strom erhalten. Trotzdem fördern Sie damit die Energiewende. Die Wetterlage bestimmt übrigens zu einem großen Teil, wie hoch der Anteil an Ökostrom im deutschen Netz tatsächlich ist. Weht mehr Wind, wird auch mehr Windkraft in Elektrizität gewandelt. Das gleiche gilt für sonnige Zeiten und Photovoltaik. Daher sind innovative Speicher und ein gutes Strommanagement wesentlich. Glücklicherweise steigt jedoch der Anteil an Ökostrom, der in unser Stromnetz gelangt. Sie können sich aussuchen, ob Ihr Stromtarif ausschließlich Ökostrom fördert oder ob Sie auch konventionell erzeugte Energie im Netz dulden. Sobald ein Stromversorger Ökostrom anbietet, muss er garantieren, dass diese Energie tatsächlich durch erneuerbare Energien Anlagen erzeugt wurde. Sie können also sicher sein, dass überall dort, wo Ökostrom draufsteht, dieser auch tatsächlich drin ist.

Wie teuer ist Ökostrom bzw. grüner Strom?

Auf den finanziellen Unterschied zwischen Ökostrom und konventionellen Strom angesprochen, schätzen die meisten Menschen diesen höher ein, als er in Wirklichkeit ist. Inzwischen sind die Tarife weitestgehend angeglichen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft beziffert den aktuellen Preis im Jahr 2021 auf 28,50 Cent pro Kilowattstunde für Ökostrom und auf 27,50 Cent pro Kilowattstunde für konventionell erzeugten Strom. Doch Sie sollten wissen, dass – ähnlich wie bei Lebensmitteln – der Begriff „Ökostrom“ als solcher nicht geschützt ist. Erst der Blick auf den eigentlichen Tarif offenbart, ob dieser tatsächlich Ökostrom enthält – oder nicht. Nicht jeder Ökostromtarif ist tatsächlich klimafreundlich. Dafür gibt es jedoch Siegel und Zertifikate: EcoTopTen, ok-power, Grüner Strom und der TÜV stellen diese beispielsweise aus. Das liegt allerdings nur daran, dass Ökostrom nur dann auch so genannt werden darf, wenn seine Herkunft zweifelsfrei nachgewiesen wird.

Ist Ökostrom wirklich besser?

Experten monieren, dass sich die gesamte Stromversorgung allein aus regenerativen Energien nicht sichern lasse. Daher arbeiten die Ökostromanbieter an Konzepten, wie sich Strom intelligent managen und speichern lässt. Doch eine endgültige Lösung ist bisher noch nicht gefunden. Je mehr Strom CO2-neutral und nachhaltig erzeugt wird, desto besser ist es für die Umwelt und den Klimaschutz. Doch Ökostrom reicht für die eigentliche Energiewende noch nicht alleine aus. Soll sich die Wahl des entsprechenden Stromes auch wirklich auf die Umwelt auswirken, gilt es als erstes Strom zu sparen und sämtliche auf Stand-by laufenden Geräte tatsächlich auszuschalten. Weil hierzulande Ökostrom auch so heißen darf, wenn er lediglich zur Hälfte tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt, ist die Verwirrung rund um die vielen damit bezeichneten Tarife manchmal komplett. Immerhin können sogar die Betreiber konventioneller Kraftwerke Ökostrom anbieten. Sie brauchen nur die entsprechenden Zertifikate der Hersteller zu kaufen. Dann wird zwar irgendwo auf der Welt nachhaltiger Strom erzeugt, dieser kommt jedoch nur selten bis ins deutsche Netz. Ist Ihnen daran gelegen, dass der Anteil an erneuerbaren Energien steigt, sollten Sie auf den Tarif des Ökostromanbieters achten: Nur wenn er gleichzeitig den Ausbau entsprechender Anlagen fördert und in Windparks oder Photovoltaikanlagen investiert, können Sie sicher sein, dass der Strom auf Dauer nachhaltig produziert wird.

Der Wechsel zu Ökostrom ist einfach

Wenn Sie Ihren Stromlieferanten wechseln wollen, brauchen Sie in der Regel nur das Formular des neuen Anbieters auszufüllen, zu unterschreiben und abzuschicken. Alles andere übernimmt dann der künftige Anbieter. Er kündigt Ihren alten Vertrag, kümmert sich um die Daten und liest den Zählerstand ab. Mit Strom werden Sie in jedem Fall beliefert. Worauf warten sie also noch, entscheiden Sie sich noch heute dafür Ihren Energieverbrauch durch nachhaltige Energiequellen zu decken. Die Lösung ist hierbei ganz einfach: Grüner Strom bzw. Ökostrom! 🌱

Bildquellen

  • Oekostrom-Planung: iStock/Rawpixel
  • Gruener-Strom: iStock/A stockphoto
  • Luftaufnahme-Windrad: iStock/TimSiegert-batcam