Glossar

Was sind Emissionen? Bedeutung, Arten und Messung

Was sind Emissionen? Definition, Treibhausgase und Luftschadstoffe, CO₂-Äquivalente, Scope 1 bis 3 und Zahlen für Deutschland 2025.

Von Johanna Jung · aktualisiert am · 12 Min. Lesezeit

Kurz erklärt

Emissionen sind Stoffe, Energie oder Strahlung, die eine Quelle an die Umwelt abgibt. Im Klimaschutz sind damit vor allem Treibhausgase wie CO₂, Methan und Lachgas gemeint, gemessen in CO₂-Äquivalenten. Luftschadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub schaden vor allem Gesundheit und Ökosystemen.

Treibhausgas-Emissionen Deutschland 2025
648,9 Mio. t CO₂-Äq.rund 48 % unter 1990, UBA
Anteil CO₂ an den deutschen Emissionen
88,4 %2025; Methan 6,8 %, Lachgas 3,5 %, F-Gase 1,4 %
Treibhausgas-Emissionen weltweit 2025
54,1 Mrd. t CO₂-Äq.ohne Landnutzung, +0,7 % ggü. 2024, EDGAR

Das Erklärvideo fasst zusammen, was Emissionen sind. Alle Aussagen und aktuellen Zahlen stehen auch als Text auf dieser Seite. Beim Laden werden Daten an YouTube übertragen.

Was bedeutet Emission?

Eine Emission ist der Ausstoß von Stoffen, Energie oder Strahlung aus einer Quelle in die Umwelt, etwa CO₂ aus einem Schornstein, Stickoxide aus einem Auspuff oder Lärm von einer Straße. Das Wort stammt vom lateinischen „emittere“ (herausschicken). Im Alltag und in der Klimapolitik meint „Emissionen“ fast immer Treibhausgas-Emissionen.

Das deutsche Umweltrecht fasst den Begriff weiter. Nach § 3 Abs. 3 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) von 1974 sind Emissionen die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme und Strahlen. Die Wirkung am Ort der Betroffenen heißt Immission: Der Schornstein emittiert Stickoxide, an der Messstation in der Innenstadt wird die Immission als Konzentration in Mikrogramm je Kubikmeter Luft gemessen. Grenzwerte gibt es für beide Seiten, für Emissionen in Anlagengenehmigungen, für Immissionen als Luftqualitätsgrenzwerte.

Emissionen entstehen anthropogen, also durch Menschen, oder natürlich, etwa durch Vulkane, Feuchtgebiete oder Waldbrände. Klimapolitik und Treibhausgasinventare zählen die anthropogenen Emissionen. Der weitaus größte Teil geht auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurück: In Deutschland stammten 2025 laut Umweltbundesamt (UBA) 83,9 % der Treibhausgase aus energiebedingten Emissionen, weitere rund 7 % aus Industrieprozessen und 8,2 % aus der Landwirtschaft.

Welche Arten von Emissionen gibt es?

Emissionen lassen sich nach ihrer Wirkung in zwei große Gruppen teilen: Treibhausgase, die das Klima erwärmen, und Luftschadstoffe, die Menschen, Tiere, Pflanzen und Gebäude direkt schädigen. Einige Stoffe gehören zu beiden Gruppen oder wirken indirekt, zum Beispiel Lachgas und Ammoniak aus der Düngung.

Treibhausgase verstärken den Treibhauseffekt, weil sie Wärmestrahlung der Erde zurückhalten. Das Kyoto-Protokoll und die Berichterstattung unter dem Pariser Abkommen erfassen sieben Treibhausgase bzw. Gasgruppen: Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄), Lachgas (N₂O), teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), Schwefelhexafluorid (SF₆) und Stickstofftrifluorid (NF₃). Weltweit entfielen 2025 laut EDGAR 73,8 % der Treibhausgase auf fossiles CO₂, 17,6 % auf Methan, 5,3 % auf Lachgas und 3,3 % auf fluorierte Gase. Die F-Gase sind seit 1990 um 441,5 % gewachsen, schneller als jede andere Gruppe.

Luftschadstoffe sind vor allem Stickstoffoxide (NOₓ), Schwefeldioxid (SO₂), Feinstaub (PM₁₀, PM₂,₅), Ammoniak (NH₃) und flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC). Sie bleiben Stunden bis Tage in der Luft und wirken regional; CO₂ bleibt teilweise Jahrhunderte in der Atmosphäre und wirkt global. Daraus folgt der wichtigste Unterschied für die Praxis: Ein Filter kann Luftschadstoffe abscheiden, CO₂ aus einer Verbrennung lässt sich nur vermeiden oder mit großem Aufwand abscheiden und speichern.

Wichtige Emissionen im Vergleich
StoffGruppeHauptquellen in DeutschlandGWP über 100 Jahre
Kohlendioxid (CO₂)TreibhausgasVerbrennung von Kohle, Öl und Erdgas; Zement- und Kalkherstellung1
Methan (CH₄)TreibhausgasRinderhaltung und Gülle (rund 76 %), Deponien, Erdgasleitungen28
Lachgas (N₂O)TreibhausgasStickstoffdüngung und Böden (rund 76 %), Chemieprozesse265
Fluorierte Gase (HFKW, FKW, SF₆, NF₃)TreibhausgasKältemittel in Kälte- und Klimaanlagen, Schallschutzfenster, Schaltanlagenbis 23.500 (SF₆)
Stickstoffoxide (NOₓ)LuftschadstoffVerkehr (fast 36 %), Feuerungsanlagennicht anwendbar
Schwefeldioxid (SO₂)LuftschadstoffKohle- und Ölfeuerungennicht anwendbar
Ammoniak (NH₃), FeinstaubLuftschadstoffLandwirtschaft (NH₃); Verkehr, Holzfeuerung, Industrie (Feinstaub)nicht anwendbar

Je Tonne wirken fluorierte Gase und Lachgas am stärksten, in der Summe dominiert CO₂ wegen der weitaus größten Menge. GWP-Werte nach 5. IPCC-Sachstandsbericht, die seit dem Pariser Regelwerk für die Berichterstattung gelten. Quellen: UBA (Treibhausgas-Emissionen in Deutschland, Stand 02.07.2026; Stickstoffoxid-Emissionen, Stand 25.06.2026), UNFCCC Decision 18/CMA.1.

Wie viele Treibhausgase stößt Deutschland aus?

Deutschland emittierte 2025 nach Berechnung des Umweltbundesamts 648,9 Mio. t CO₂-Äquivalente, 0,1 % weniger als 2024 und rund 48 % weniger als 1990. Gegenüber dem Basisjahr mit rund 1.253 Mio. t sind das etwa 604 Mio. t weniger.

Der Rückgang hat 2025 fast stagniert. Die Industrie emittierte 3,8 % weniger, vor allem wegen schwacher Produktion; der Gebäudesektor 3,4 % mehr, weil der Winter kälter war. Der Verkehr stieg auf 146,3 Mio. t CO₂-Äq. Wie sich die Emissionen auf Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft verteilen und wie weit jeder Sektor vom Ziel 2030 entfernt ist, zeigt die Seite Emissionen nach Sektoren in Deutschland und weltweit.

Das Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) verlangt −65 % bis 2030 und −88 % bis 2040 gegenüber 1990 sowie Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045. Mit den bestehenden Maßnahmen projiziert das UBA für 2030 nur −62,6 %. Das Klimaschutzprogramm 2026 der Bundesregierung soll mit 67 Maßnahmen bis 2030 zusätzlich mehr als 27 Mio. t CO₂-Äq. mindern.

Steckbrief Treibhausgas-Emissionen Deutschland 2025
Gesamtemissionen (ohne Landnutzung)648,9 Mio. t CO₂-Äq. (−0,1 % ggü. 2024)
Veränderung gegenüber 1990rund −48 % (1990: rund 1.253 Mio. t)
Anteil Kohlendioxid88,4 %
Anteil Methan / Lachgas / F-Gase6,8 % / 3,5 % / 1,4 %
Energiebedingte Emissionen83,9 % der Gesamtemissionen
Landnutzung und Wald (LULUCF)Nettoquelle von 26,9 Mio. t CO₂-Äq.
Ziel 2030 / Projektion 2030−65 % / −62,6 % ggü. 1990

Deutschland senkt seine Emissionen, verfehlt mit den heutigen Maßnahmen aber das Ziel 2030. Quelle: UBA, Emissionsdaten 2025 und Projektionsdaten 2026 (14.03.2026); UBA, Treibhausgas-Emissionen in Deutschland (Stand 02.07.2026).

Fallbeispiel

Deutschland: Methan und Lachgas seit 1990 (Stand Juli 2026)

  • Methan-Emissionen 2025 unter 1,6 Mio. t, ein Rückgang um 67 % bzw. 3,2 Mio. t gegenüber 1990 (UBA, Stand 02.07.2026)
  • Deponien: −1,3 Mio. t Methan, über 90 % weniger, weil weniger Abfall abgelagert und mehr Deponiegas erfasst wird
  • Energie: −1,3 Mio. t Methan, vor allem durch das Ende des Steinkohlebergbaus und Leckprüfpflichten für Gasleitungen nach EU-Recht
  • Landwirtschaft: heute rund 76 % des Methans; der Methanausstoß der Landwirtschaft insgesamt liegt nur 27 % unter 1990 (Methan allein aus der Tierhaltung, in CO₂-Äquivalenten: rund −30 %), überwiegend durch kleinere Tierbestände in den neuen Ländern
  • Lachgas aus der Industrie (Adipin- und Salpetersäureherstellung) von 1990 bis 2024 um 98,4 % gesunken; heute stammen rund 76 % des Lachgases aus der Landwirtschaft
Einordnung

Was der Fall zeigt

Bei Methan und Lachgas hat Deutschland die einfachen Quellen weitgehend geschlossen: Deponien, Bergbau und Chemieanlagen sind Punktquellen, die sich per Verbot, Auflage oder Katalysator regeln lassen. Übrig bleibt die Landwirtschaft mit Millionen Tieren und Feldern, wo eine Minderung über Tierzahl, Fütterung und Düngung läuft. Der Methanrückgang seit 1990 entspricht mit dem Faktor 28 rund 90 Mio. t CO₂-Äq., mehr als die gesamte Landwirtschaft heute ausstößt (60,8 Mio. t). Für Leser heißt das: Wer nur auf CO₂ schaut, übersieht sowohl einen der größten bisherigen Klimaerfolge als auch die schwierigste verbleibende Baustelle. Die Details stehen auf der Seite zu den Emissionen der Landwirtschaft.

Was sind CO₂-Äquivalente und wie stark wirkt Methan?

CO₂-Äquivalente (CO₂-Äq. oder CO₂e) machen verschiedene Treibhausgase vergleichbar: Die Menge eines Gases wird mit seinem Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP) multipliziert. Das GWP gibt an, wie stark eine Tonne des Gases über einen Zeitraum, meist 100 Jahre, im Vergleich zu einer Tonne CO₂ erwärmt.

Für die Berichterstattung unter dem Pariser Abkommen gelten seit dem Regelwerk von 2018 (Decision 18/CMA.1) die 100-Jahres-Werte des 5. IPCC-Sachstandsberichts: Methan 28, Lachgas 265, Schwefelhexafluorid 23.500. Der 6. Sachstandsbericht von 2021 nennt für Methan je nach Herkunft 27,0 (biogen) bis 29,8 (fossil) über 100 Jahre, über 20 Jahre aber 80,8 bis 82,5. Methan wirkt kurz und stark: Es zerfällt in rund zwölf Jahren, erwärmt in dieser Zeit aber ein Vielfaches mehr als CO₂. Mehr zu Kohlendioxid selbst erklärt die Seite CO₂: Eigenschaften und Wirkung.

goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: Wie groß ist Deutschlands Methanproblem, je nach Zeithorizont?
GrößeGWP 100 Jahre (Berichtspflicht)GWP 20 Jahre (IPCC AR6)
Faktor Methan2881,7
Methan 2025 (rund 1,57 Mio. t)43,9 Mio. t CO₂-Äq. 128,0 Mio. t CO₂-Äq.
Anteil an den deutschen Treibhausgasenrund 7 %rund 18 %
Methanrückgang seit 1990 (3,2 Mio. t)89,6 Mio. t CO₂-Äq.261,4 Mio. t CO₂-Äq.

So haben wir gerechnet: Methanmenge in Mio. t mal GWP. Für den Anteil bei GWP 20 ersetzt der höhere Methanwert den Wert mit Faktor 28 in der Gesamtsumme von 648,9 Mio. t (648,9 − 43,9 + 128,0 = 733,0 Mio. t; 128,0 / 733,0 = 17,5 %). Annahmen: rund 1,57 Mio. t (UBA: 43,9 Mio. t CO₂-Äq. ÷ 28), GWP 20 als Mittelwert für fossiles (82,5) und biogenes Methan (80,8) nach IPCC AR6; Lachgas und F-Gase bleiben bei GWP 100. Quellen: UBA (Methan-Emissionen, Stand 02.07.2026), IPCC AR6 WGI Kapitel 7, UNFCCC Decision 18/CMA.1.

Die Rechnung zeigt, dass die Bewertungsmethode die Rangfolge der Probleme verschiebt. Bei 100 Jahren ist Methan ein Nebenposten, bei 20 Jahren fast ein Fünftel der deutschen Klimawirkung. Für die nächsten Jahrzehnte, in denen sich entscheidet, ob die Erwärmung bei 1,5 °C oder deutlich darüber liegt, ist der kurze Zeithorizont relevant. Deshalb hat die EU mit der Methanverordnung (EU) 2024/1787 Mess-, Leck- und Abfackelpflichten für Öl, Gas und Kohle eingeführt, die ab 2027 schrittweise auch für Importe gelten.

Was bedeuten Scope 1, Scope 2 und Scope 3?

Scope 1, 2 und 3 teilen die Emissionen eines Unternehmens nach ihrer Quelle ein: Scope 1 sind direkte Emissionen aus eigenen Anlagen und Fahrzeugen, Scope 2 indirekte Emissionen aus eingekauftem Strom, Dampf, Wärme und Kälte, Scope 3 alle übrigen indirekten Emissionen der Wertschöpfungskette. Die Einteilung stammt aus dem Greenhouse Gas Protocol (Corporate Standard 2004, Scope-3-Standard 2011 mit 15 Kategorien).

Ein Staat zählt territorial, ein Unternehmen nach Verantwortung. Die 648,9 Mio. t des deutschen Inventars sind die Emissionen auf deutschem Boden. Die Klimabilanz eines Unternehmens enthält dagegen auch Emissionen in China, wo Vorprodukte entstehen, oder beim Kunden, der ein Gerät betreibt. Deshalb lassen sich Unternehmensbilanzen nicht zu einer Landessumme addieren: Die Emissionen eines Kraftwerks erscheinen beim Betreiber in Scope 1 und bei allen Stromkunden in Scope 2. Für den persönlichen Maßstab gilt dasselbe Prinzip, den beschreibt die Seite zum CO₂-Fußabdruck.

Scope 2 kann auf zwei Arten berechnet werden. Der standortbasierte Ansatz (location-based) nutzt den durchschnittlichen Emissionsfaktor des Stromnetzes, der marktbasierte Ansatz (market-based) die Emissionen der tatsächlich eingekauften Stromprodukte, etwa Ökostrom mit Herkunftsnachweis. Die Scope-2-Guidance des GHG Protocol verlangt seit 2015, beide Werte zu berichten.

Fallbeispiel

Deutsche Telekom: Scope 2 markt- und standortbasiert (Berichtsjahr 2025)

  • Scope 1 im Konzern 2025: 223.790 t CO₂e (2024: 236.355 t, −5,3 %)
  • Scope 2 marktbasiert: 16.375 t CO₂e; Scope 2 standortbasiert: 3.736.800 t CO₂e
  • Strom seit 2021 zu 100 % aus erneuerbaren Quellen (marktbasiert); Ende 2025 stammten 31,7 % aus PPAs und eigener Erzeugung
  • Basisjahr 2020: 14.036 kt CO₂e über Scope 1 bis 3; Ziel −55 % bis 2030 und Netto-Null bis 2040 (SBTi-validiert)
Einordnung

Was der Fall zeigt

Derselbe Stromverbrauch ergibt zwei Zahlen, die sich um den Faktor 228 unterscheiden (3.736.800 / 16.375 t). Beide sind regelkonform: Die marktbasierte Zahl zeigt die Einkaufsentscheidung für Grünstrom, die standortbasierte die physische Wirkung im Netz, an dem das Unternehmen hängt. Rechnet man Scope 1 und Scope 2 zusammen, stehen 0,24 Mio. t gegen 3,96 Mio. t CO₂e. Für Leser von Nachhaltigkeitsberichten heißt das: Eine sehr niedrige Scope-2-Zahl belegt einen Einkaufsvertrag, nicht einen niedrigen Stromverbrauch. Für Unternehmen heißt es: beide Werte nennen und erklären, sonst entsteht schnell der Verdacht auf Greenwashing.

Eine These folgt daraus für die gesamte Seite: Die Rechenmethode entscheidet mit darüber, wie groß ein Emissionsproblem erscheint. Beim Methan verschiebt der Zeithorizont den Anteil um den Faktor 2,6, beim Strom die Bilanzmethode um den Faktor 228. Wer Emissionen vergleicht, muss deshalb immer Gas, Zeithorizont, Bilanzgrenze und Methode mitlesen.

Wie werden Emissionen gemessen und berichtet?

Treibhausgas-Emissionen werden überwiegend berechnet, nicht gemessen: Aktivitätsdaten wie verbrannte Tonnen Erdgas oder gehaltene Rinder werden mit Emissionsfaktoren multipliziert. Direkte Messungen gibt es vor allem an großen Schornsteinen; Satelliten ergänzen seit einigen Jahren die Kontrolle großer Methanquellen.

  1. Anlage: Monitoring im Emissionshandel

    Rund 1.800 große Anlagen in Deutschland ermitteln ihre CO₂-Emissionen nach der Monitoring-Verordnung (EU) 2018/2066, lassen sie von akkreditierten Prüfstellen verifizieren und melden sie der Deutschen Emissionshandelsstelle. Für jede emittierte Tonne müssen sie ein Zertifikat abgeben; wie das System funktioniert, erklärt die Seite zum Emissionshandel in der EU und in Deutschland.

  2. Staat: nationales Treibhausgasinventar

    Das UBA berechnet jährlich alle Emissionen Deutschlands nach den Inventarleitlinien des IPCC. Nach § 5 KSG legt es bis 15. März eine Vorjahresschätzung vor, die 648,9 Mio. t für 2025 wurden am 14. März 2026 veröffentlicht. Das vollständige Inventar mit rund eineinhalb Jahren Verzug geht an die EU und die UN-Klimarahmenkonvention.

  3. Welt: Datenbanken wie EDGAR und Global Carbon Project

    Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission schätzt mit EDGAR die Emissionen aller Länder nach einheitlicher Methode, das Global Carbon Project die weltweiten CO₂-Emissionen. Werte weichen von nationalen Inventaren ab: EDGAR schätzt Deutschland für 2025 auf rund 660 Mio. t (21,1 % der EU-Emissionen), das UBA auf 648,9 Mio. t; für 2024 nennt EDGAR 674 Mio. t. Ländervergleiche stehen auf der Seite CO₂-Ausstoß pro Kopf weltweit nach Ländern.

  4. Unternehmen: Klimabilanz nach GHG Protocol

    Unternehmen erfassen Scope 1 und 2 aus Verbrauchsdaten und Scope 3 überwiegend mit Durchschnitts- oder Lieferantenfaktoren. Berichtspflichtig nach der CSRD sind seit dem Omnibus-I-Paket (Richtlinie (EU) 2026/470) nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Umsatz; kleinere Unternehmen berichten freiwillig, etwa nach VSME oder dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK).

Wie haben sich Luftschadstoff-Emissionen in Deutschland entwickelt?

Luftschadstoff-Emissionen sind in Deutschland deutlich stärker gesunken als Treibhausgase: Die Stickstoffoxide fielen von rund 2,8 Mio. t im Jahr 1990 auf rund 0,81 Mio. t im Jahr 2024, ein Minus von 72 %. Schwefeldioxid lag 2024 bei weniger als 4 % des Werts von 1990.

Der Grund ist Technik an der Quelle. Rauchgasentschwefelung und Entstickung in Kraftwerken, Katalysatoren und Partikelfilter in Fahrzeugen sowie schwefelarme Kraftstoffe senkten die Emissionen, ohne dass weniger Energie verbraucht wurde. Grundlage waren das BImSchG mit seinen Verordnungen und europäische Abgasnormen. Die NEC-Richtlinie (EU) 2016/2284 schreibt für SO₂, NOₓ, NH₃, NMVOC und Feinstaub nationale Minderungsverpflichtungen vor, die ab 2030 deutlich strenger werden. Größter NOₓ-Verursacher bleibt mit fast 36 % der Verkehr, beim Ammoniak die Tierhaltung. Aktuelle Messwerte zur Luftqualität stehen in der Statistik zur Luftqualität in Deutschland.

Bei Treibhausgasen funktioniert dieser Weg kaum: Ein Katalysator wandelt Stickoxide um, aber jede Tonne verbrannter Kohlenstoff ergibt unvermeidlich CO₂. CO₂ lässt sich nur vermeiden, indem fossile Energie ersetzt wird, oder abscheiden und speichern, was bisher vor allem für Zementwerke diskutiert wird. Dieser Unterschied erklärt, warum die Luft in deutschen Städten heute viel sauberer ist als 1990, die Treibhausgase aber erst um rund 48 % gesunken sind.

Was bedeuten Emissionen für Unternehmen?

Für Unternehmen sind Emissionen eine Kostengröße, eine Berichtsgröße und eine Anforderung von Kunden. Kosten entstehen über CO₂-Preise im Emissionshandel und für Brennstoffe, Berichtspflichten über CSRD und freiwillige Standards, Anforderungen über Fragebögen großer Abnehmer zu Scope 1 bis 3.

  • Scope 1 vollständig erfassen: Neben Heizung und Fuhrpark gehören Kältemittelverluste aus Klimaanlagen und Kühlräumen dazu. Ein Kilogramm des Kältemittels R404A entspricht mit seinem GWP von rund 3.900 (AR5) knapp 4 t CO₂-Äq.
  • Scope 2 doppelt berichten: standort- und marktbasiert, mit Angabe der Herkunftsnachweise. Der Fall Telekom zeigt, wie weit beide Werte auseinanderliegen können.
  • Scope 3 priorisieren: Für die meisten Unternehmen außerhalb der Grundstoffindustrie ist Scope 3 die größte Position. Einkauf, Logistik und Nutzung verkaufter Produkte zuerst schätzen, dann mit Lieferantendaten verfeinern; Vorgehen und Datenanforderungen beschreibt die Seite zur Dekarbonisierung der Lieferkette.
  • Methode offenlegen: GWP-Satz (AR5 oder AR6), Bilanzgrenze, Emissionsfaktoren und Basisjahr nennen. Nur so lässt sich ein Rückgang als echte Minderung belegen. Wo Emissionen sich nicht vermeiden lassen, ordnet die Seite zur CO₂-Kompensation Möglichkeiten und Grenzen ein.

Welche Emissionsquellen erklärt goClimate im Detail?

Die folgenden Seiten vertiefen einzelne Sektoren, Länder, Verkehrsmittel und Energieträger. Jede Seite beantwortet eine Kernfrage mit aktuellen Zahlen und Quellen.

Übersicht: Emissionen nach Thema
ThemaKernfrage
Emissionen nach SektorenWie verteilen sich die Emissionen in Deutschland und weltweit auf Energie, Industrie, Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft?
CO₂-Ausstoß pro Kopf weltweitWelche Länder stoßen pro Kopf, absolut und historisch am meisten aus?
VerkehrWie viel emittiert der Verkehrssektor, nach Personen- und Güterverkehr?
AutoWie viel CO₂ stößt ein Pkw im Betrieb aus?
ElektroautoWie fällt die Klimabilanz eines E-Autos über den Lebenszyklus aus?
BrennstoffzelleWie klimafreundlich sind Brennstoffzellenfahrzeuge?
FlugzeugWie viel CO₂ verursacht ein Flug pro Passagier?
FlugverkehrWelchen Anteil hat der Luftverkehr an den Emissionen?
SchifffahrtWie viel emittiert die Handelsschifffahrt, welche Regeln gelten?
KreuzfahrtWie viel CO₂ verursacht eine Kreuzfahrt pro Person?
GebäudesektorWie entwickeln sich die Emissionen von Heizung und Warmwasser?
HolzverbrennungWie viel CO₂ entsteht beim Heizen mit Holz?
ErdgasWie klimaschädlich ist Erdgas inklusive Methanschlupf?
PhotovoltaikWie gut ist die CO₂-Bilanz von Solarstrom?
LandwirtschaftWie viel Methan und Lachgas stammt aus Tierhaltung und Düngung?
TextilindustrieWie viel emittiert die Herstellung von Kleidung?
EmissionshandelWie funktionieren EU-ETS, ETS 2 und der nationale CO₂-Preis?
THG-Quote für E-AutosWas bringt die THG-Quote Haltern von Elektroautos?

Die Unterseiten behandeln jeweils einen Ausschnitt; die Gesamtzahlen für Deutschland stehen auf dieser Seite und auf der Seite zu den Sektoren. Wie Emissionen sinken können, erklärt der Leitartikel Dekarbonisierung: Bedeutung, Ziele und Sektoren.

Wie entwickeln sich die Emissionen bis 2030?

Weltweit steigen die Emissionen noch, in der EU und in Deutschland sinken sie, aber langsamer als vorgesehen. Die globalen Treibhausgase erreichten 2025 mit 54,1 Mrd. t CO₂-Äq. einen Rekord, die fossilen CO₂-Emissionen wuchsen laut Global Carbon Project um 1,1 % auf 38,1 Mrd. t. Die CO₂-Konzentration lag 2025 im globalen Mittel bei rund 425,7 ppm (Messstation Mauna Loa: 427,0 ppm).

In der EU sanken die Emissionen 2025 laut EDGAR um 0,2 %; seit 1990 liegt das Minus bei 35,6 %. Das EU-Klimagesetz verlangt −55 % bis 2030 und nach der im März 2026 beschlossenen Änderung (Verordnung (EU) 2026/667, in Kraft seit 7. April 2026) −90 % netto bis 2040. Ab 2028 erfasst der zweite Emissionshandel (ETS 2) auch Brennstoffe für Gebäude und Straßenverkehr, die in Deutschland bisher dem nationalen CO₂-Preis unterliegen. Deutschland muss seine Emissionen von 648,9 Mio. t bis 2030 auf rund 438 Mio. t senken, im Schnitt um rund 42 Mio. t pro Jahr. Seit 2023 lag die jährliche Minderung deutlich darunter. Welche Folgen die Klimaerwärmung schon heute hat, zeigt die Statistik zum Klimawandel.

Häufige Fragen zu Emissionen

Was sind Emissionen einfach erklärt?

Emissionen sind Stoffe, Energie oder Strahlung, die eine Quelle an die Umwelt abgibt, zum Beispiel CO₂ aus einem Auspuff oder Stickoxide aus einem Kraftwerk. Im Klimaschutz sind meist Treibhausgas-Emissionen gemeint; Deutschland stieß 2025 rund 648,9 Mio. t CO₂-Äquivalente aus.

Was ist der Unterschied zwischen Emission und Immission?

Emission ist der Ausstoß an der Quelle, Immission die Einwirkung am Ort der Betroffenen. Ein Schornstein emittiert Stickoxide, an einer Messstation wird ihre Konzentration in der Luft als Immission gemessen. Beide Begriffe definiert das Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Welche Arten von Emissionen gibt es?

Es gibt vor allem Treibhausgase (CO₂, Methan, Lachgas, fluorierte Gase) und Luftschadstoffe (Stickoxide, Schwefeldioxid, Feinstaub, Ammoniak, flüchtige organische Verbindungen). Das Immissionsschutzrecht zählt außerdem Lärm, Erschütterungen, Licht, Wärme und Strahlen zu den Emissionen.

Was bedeutet CO₂-Äquivalent?

Ein CO₂-Äquivalent rechnet die Klimawirkung eines Treibhausgases in die Menge CO₂ um, die gleich stark erwärmt. Für die Berichterstattung gilt über 100 Jahre: Methan zählt 28-fach, Lachgas 265-fach, Schwefelhexafluorid 23.500-fach.

Was sind Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen?

Scope 1 sind direkte Emissionen aus eigenen Anlagen und Fahrzeugen, Scope 2 Emissionen aus eingekauftem Strom und eingekaufter Wärme, Scope 3 alle übrigen Emissionen der Lieferkette und der Nutzung verkaufter Produkte. Die Einteilung stammt aus dem Greenhouse Gas Protocol.

Wie werden CO₂-Emissionen gemessen?

Meist werden sie berechnet: verbrauchte Brennstoffmenge mal Emissionsfaktor. Große Anlagen im Emissionshandel ermitteln und verifizieren ihre Emissionen jährlich, das Umweltbundesamt berechnet daraus und aus Statistiken das nationale Treibhausgasinventar.