So rechnet der Rechner: Wie entsteht Ihr Ergebnis für Lebensmittel?
Der Rechner multipliziert das eingegebene Gewicht mit einem Emissionsfaktor in kg CO₂-Äquivalenten je kg Lebensmittel und addiert die Ergebnisse der neun Kategorien. CO₂-Äquivalente fassen CO₂, Methan und Lachgas zu einer Zahl zusammen; bei Lebensmitteln stammt ein großer Teil aus Methan der Rinderhaltung und Lachgas aus Dünger.
Kategorie wählen
Der Rechner hat neun Kategorien von Fett & Öl bis Obst mit zusammen 130 Lebensmitteln.
Lebensmittel und Gewicht eingeben
Je Kategorie wählen Sie ein oder mehrere Lebensmittel und tragen ein Gesamtgewicht in Gramm ein.
Ergebnis ablesen
Gewicht × Faktor ergibt kg CO₂-Äquivalente je Kategorie, die Summe aller Kategorien ist Ihr Ergebnis für die eingegebene Menge.
Wählen Sie in einer Kategorie mehrere Lebensmittel aus, rechnet der Rechner das eine Gesamtgewicht mit dem Durchschnitt ihrer Faktoren. Das passt, wenn die Lebensmittel ähnliche Faktoren oder ähnliche Mengen haben. Liegen Faktoren und Mengen weit auseinander, weicht das Ergebnis deutlich ab: 2.000 g Milch und 100 g Käse ergeben mit dem Durchschnittsfaktor 7,6 kg, einzeln gerechnet 3,4 kg CO₂-Äquivalente. Für ein genaues Ergebnis geben Sie deshalb jedes Lebensmittel mit seinem eigenen Gewicht ein und addieren die Teilergebnisse.
Der Rechner fragt keinen Zeitraum ab. Das Ergebnis gilt für genau die Menge, die Sie eingeben. Wer einen typischen Wocheneinkauf eingibt und das Ergebnis mit 52 multipliziert, erhält eine Jahresschätzung.
Alle Faktoren des Rechners in kg CO₂-Äq. je kg Lebensmittel, nach Kategorie, absteigend
| Fett & Öl (6) | Butter 9,2 · Margarine 3,4 · Olivenöl 3,1 · Rapsöl 2,7 · Sonnenblumenöl 2,2 · Palmfett 1,4 |
| Fisch (10) | Garnelen 12,6 · Fisch (frisch), Forelle, Hering, Kabeljau, Lachs, Makrele, Muscheln, Rotbarsch 6,3 · Fisch (gefroren) 4,1 |
| Fleisch & Eier (10) | Rindfleisch 12,3 · Wildfleisch 10,5 · Lamm 7,7 · Hackfleisch 5,6 · Putenfleisch, Schweinefleisch 4,2 · Hähnchenfleisch 3,7 · Wurst 3,6 · Frikadellen 2,6 · Eier 2,0 |
| Gemüse (32) | Champignons 1,3 · Mais 1,2 · Tomaten 0,9 · Brokkoli, Paprika, Spargel (grün), Spargel (weiß), Spinat (gefroren) 0,6 · Blumenkohl, Grünkohl, Gurke, Kartoffel, Kohlrabi, Rotkohl, Süßkartoffel, Weißkohl 0,4 · Aubergine, Feldsalat, Karotte, Rosenkohl, Rote Bete, Rucola, Sellerie, Spinat (frisch), Wirsing, Zucchini, Zwiebel 0,3 · Eisbergsalat, Fenchel, Kürbis, Lauch, Rettich 0,2 |
| Getreideprodukte (15) | Reis 3,0 · Quinoa 0,7 · Vollkorn-Semmel, Vollkornbrot, Weißbrot, Weißbrot-Semmel 0,6 · Bulgur, Hirse, Knäckebrot, Nudeln, Toast 0,5 · Couscous, Haferflocken, Vollkornnudeln 0,4 · Weizenmehl 0,3 |
| Hülsenfrüchte, Nüsse (8) | Tofu 1,7 · Linsen 1,5 · Kichererbsen 1,3 · Leinsamen, Walnüsse 1,2 · Erbsen 0,8 · Bohnen, Erdnüsse 0,7 |
| Milchprodukte (15) | Feta 6,5 · Käse 5,8 · Frischkäse 5,7 · Mozzarella, Sahne 4,3 · Crème fraîche 4,2 · Schmand 3,7 · Quark 3,4 · Saure Sahne 3,0 · Magerquark 2,5 · Joghurt 2,4 · H-Milch, Milch 1,4 · Buttermilch 1,2 · Kochcreme 0,9 |
| Obst (26) | Maracuja 2,3 · Mango 1,7 · Oliven 1,5 · Himbeeren 1,2 · Feigen, Rosinen 0,9 · Ananas, Brombeeren, Kiwi, Stachelbeere 0,7 · Banane 0,6 · Aprikose, Avocado, Blaubeeren 0,5 · Granatapfel, Orange, Wassermelone, Weintrauben, Zitrone 0,4 · Apfel, Birne, Erdbeeren, Nektarine, Pfirsich 0,3 · Kirschen, Pflaume 0,2 |
| Gewürze (enthält Brühen, Süßungsmittel und Sojadrink) (8) | Honig 1,9 · Rinderbrühe 1,8 · Gemüsebrühe, Hühnerbrühe 1,5 · Sojadrink 0,7 · Zucker 0,6 · Kokosmilch, Puderzucker 0,5 |
Den höchsten Faktor haben Garnelen und Rindfleisch, den niedrigsten Kirschen, Pflaumen und mehrere Gemüse mit 0,2 kg. Quelle: goClimate, Herkunft wird geprüft; die Werte liegen überwiegend nahe an der Datenbank des ifeu-Instituts von 2020 (Abgleich in der nächsten Tabelle). Die Zahl in Klammern nennt die Anzahl der Lebensmittel je Kategorie.
Die Systemgrenze der Faktoren entspricht nach unserem Abgleich der „Supermarktkasse“: Anbau, Tierhaltung, Dünger, Verarbeitung, Verpackung und Transport bis in den Handel. Nicht enthalten sind der Weg vom Laden nach Hause, Kühlen und Kochen, Lebensmittelabfälle im Haushalt, Getränke wie Kaffee, Bier oder Saft und Essen außer Haus.
Wie gut stimmen die Faktoren mit der ifeu-Datenbank 2020 überein?
Die meisten Faktoren des Rechners weichen weniger als 10 % von den Werten ab, die das ifeu-Institut in Heidelberg 2020 für 188 Lebensmittel in Deutschland veröffentlicht hat. Größere Abweichungen gibt es bei Hähnchen, Eiern, Tofu, Pflanzenölen und Kartoffeln.
Die ifeu-Studie „Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland“ (Reinhardt, Gärtner, Wagner) ist die umfassendste frei verfügbare Datenbasis für den deutschen Markt. Sie bezieht sich auf das Jahr 2019, rechnet bis zur Supermarktkasse und schließt anteilige Emissionen aus Landnutzungsänderungen wie Entwaldung ein. Für Rindfleisch nennt sie im Durchschnitt 13,6 kg CO₂-Äquivalente je kg bei einer Spanne von 11 bis über 30 kg, je nach Haltung und Herkunft.
Rechner-Faktor und ifeu 2020 im Vergleich, kg CO₂-Äq. je kg
| Lebensmittel | Rechner | ifeu 2020 | Abweichung |
| Rindfleisch | 12,3 | 13,6 (Spanne 11 bis über 30) | −10 % |
| Garnelen (gefroren) | 12,6 | 12,5 | +1 % |
| Butter | 9,2 | 9,0 | +2 % |
| Käse (Durchschnitt) | 5,8 | 5,7 | +2 % |
| Hackfleisch | 5,6 | 9,2 (Rinderhack) | −39 % |
| Hähnchen | 3,7 | 5,5 | −33 % |
| Schweinefleisch | 4,2 | 4,6 | −9 % |
| Eier | 2,0 | 3,0 | −33 % |
| Milch | 1,4 | 1,4 (Vollmilch) | ±0 % |
| Joghurt | 2,4 | 1,7 | +41 % |
| Reis | 3,0 | 3,1 | −3 % |
| Tofu | 1,7 | 1,0 | +70 % |
| Linsen | 1,5 | 1,2 (getrocknet) | +25 % |
| Sonnenblumenöl | 2,2 | 3,2 | −31 % |
| Palmfett | 1,4 | 2,9 | −52 % |
| Kartoffel | 0,4 | 0,2 | +100 % |
| Avocado | 0,5 | 0,6 (aus Peru 0,8) | −17 % |
| Ananas | 0,7 | 0,6 (per Schiff; per Flugzeug 15,1) | +17 % |
Bei Rindfleisch, Butter, Käse, Milch und Reis liegt der Rechner höchstens 10 % neben ifeu, bei Hähnchen und Eiern ein Drittel darunter, bei Tofu und Kartoffeln deutlich darüber. Quelle: ifeu 2020, Tabellen 1 bis 5 (Bezugsjahr 2019, bis Supermarktkasse); Abweichung = Rechner ÷ ifeu − 1, eigene Rechnung.
Avocado wirkt mit 0,5 kg erstaunlich niedrig, entspricht aber der Größenordnung von ifeu. Der Grund: Der Faktor misst nur Treibhausgase je kg, nicht den Wasserverbrauch, und Avocados kommen per Schiff. Anders ist es bei Flugware: Eine per Flugzeug importierte Ananas verursacht nach ifeu 15,1 kg CO₂-Äquivalente je kg, mehr als Rindfleisch. Diese Unterscheidung bietet der Rechner nicht an; frische Beeren, Spargel oder Bohnen außerhalb der Saison aus Übersee sind oft Flugware.
Ist mein Ergebnis hoch? Vergleichswerte für Ihre Ernährung
Ein Wochenergebnis über rund 31 kg CO₂-Äquivalenten liegt hochgerechnet über dem deutschen Durchschnitt für Ernährung von 1,6 t pro Person und Jahr. Klimaverträglich wäre langfristig ein gesamter Fußabdruck unter 1 t pro Person und Jahr, für alle Lebensbereiche zusammen.
Das Umweltbundesamt beziffert den durchschnittlichen CO₂-Fußabdruck in Deutschland mit 9,8 t CO₂-Äquivalenten pro Person und Jahr (UBA-CO₂-Rechner, Datenstand 2025); die Ernährung trägt 1,6 t oder 16 % bei. Dieser Wert umfasst mehr als der goClimate-Rechner: auch Getränke, Außer-Haus-Verzehr, Lagerung, Kochen und Lebensmittelabfälle. Ihr Ergebnis aus dem Rechner liegt deshalb bei gleichem Essverhalten unter dem UBA-Wert. Wie sich der gesamte Fußabdruck zusammensetzt, erklärt die Seite zum CO₂-Fußabdruck und seinen Bereichen.
goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: Wocheneinkauf einer Person, heute und nach DGE-Empfehlung 2024
| Lebensmittelgruppe | Beispielwoche heute | Woche nach DGE 2024 |
| Fleisch (Schwein, Hähnchen, Rind) | 1.020 g · 5,7 kg | 300 g · 1,6 kg |
| Milch, Joghurt, Käse, Butter | 2.360 g · 6,4 kg | 1.570 g · 3,9 kg |
| Eier | 250 g · 0,5 kg | 60 g · 0,1 kg |
| Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse | 0 g · 0,0 kg | 500 g · 0,7 kg |
| Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Öl, Zucker | 5.950 g · 3,3 kg | 6.400 g · 3,5 kg |
| Summe pro Woche | 15,9 kg | 9,9 kg |
| Hochgerechnet aufs Jahr | rund 825 kg | rund 517 kg |
Wer nach den DGE-Empfehlungen einkauft, senkt den Fußabdruck seines Einkaufs in unserer Rechnung um rund 37 % oder gut 300 kg CO₂-Äquivalente im Jahr. So haben wir gerechnet: Mengen je Woche × Rechner-Faktor, Summe × 52. Beispielwoche heute: 550 g Schwein, 280 g Hähnchen, 190 g Rind (zusammen gut 1 kg, entspricht dem Pro-Kopf-Verzehr von 54,9 kg Fleisch 2025 laut BZL), 1,5 l Milch, 300 g Joghurt, 450 g Käse, 110 g Butter, 250 g Eier, 1 kg Brot, 200 g Nudeln, 100 g Reis, 1 kg Kartoffeln, 1,8 kg Gemüse und 1,5 kg Obst (Faktor je 0,4), 150 g Rapsöl, 200 g Zucker. DGE-Woche: 150 g Schwein, 100 g Hähnchen, 50 g Rind, 1 l Milch, 300 g Joghurt, 200 g Käse, 70 g Butter, ein Ei, 150 g Linsen, 200 g Tofu, 150 g Walnüsse, 2,2 kg Gemüse, 200 g Rapsöl, Rest wie heute. Jede Gruppe einzeln gerechnet, nicht mit Durchschnittsfaktor.
Für den Alltag helfen Vergleiche: 1 kg Rindfleisch entspricht mit dem Rechner-Faktor von 12,3 kg CO₂-Äquivalenten rund 75 km Autofahrt bei 164 g je Personenkilometer (UBA, TREMOD). Ein Wocheneinkauf mit 15,9 kg entspricht knapp 100 km Autofahrt.
Wie senken Sie den CO₂-Fußabdruck Ihres Essens am stärksten?
Der größte Hebel auf dem Teller ist nicht regional oder bio, sondern die Menge tierischer Lebensmittel: In unserer Beispielwoche verursachen Fleisch, Milchprodukte und Eier rund 80 % der Emissionen, obwohl sie nur gut ein Drittel des Gewichts ausmachen. Die folgenden Tipps sind nach ihrer Wirkung im Jahr sortiert.
Tipps nach Wirkung, Ersparnis pro Jahr mit Rechner-Faktoren
| Maßnahme | Ersparnis pro Jahr |
| 1 kg Flugware im Monat (z. B. Ananas per Flugzeug) durch Schiffs- oder Saisonware ersetzen | rund 174 kg |
| Käse halbieren (225 statt 450 g pro Woche) | rund 68 kg |
| 100 g Rindfleisch pro Woche durch Linsen ersetzen | rund 56 kg |
| 1 kg Reis im Monat durch Kartoffeln ersetzen | rund 31 kg |
| 250 g Butter im Monat durch Rapsöl ersetzen | rund 20 kg |
Wer regelmäßig Flugware kauft, spart mit dem Verzicht darauf mehr als mit jedem einzelnen Fleisch-Tipp; ohne Flugware ist Käse der unterschätzte Hebel. So haben wir gerechnet: Menge pro Jahr × (Faktor alt − Faktor neu). Flugware: 12 × (15,1 − 0,6) kg nach ifeu 2020; Käse 0,225 × 52 × 5,8; Rind 0,1 × 52 × (12,3 − 1,5); Reis 12 × (3,0 − 0,4); Butter 0,25 × 12 × (9,2 − 2,7).
Regionale und saisonale Ware hilft vor allem bei Obst und Gemüse aus beheiztem Gewächshaus oder per Flugzeug. Bei Fleisch und Milch macht der Transport nur einen kleinen Teil aus; hier zählt, wie viel Futter, Fläche und Methan je Kilogramm anfallen. Bio-Rindfleisch hat nach ifeu sogar einen höheren Faktor als konventionelles (21,7 kg), weil extensive Haltung mehr Fläche und Zeit je Kilogramm braucht. Warum Rinder so viel Methan verursachen, erklärt die Seite zu den Emissionen der Landwirtschaft und dem Methan aus Rindermägen.
Was zeigen die DGE-Empfehlungen und Mensen mit CO₂-Kennzeichnung?
Zwei Entwicklungen machen den CO₂-Fußabdruck von Lebensmitteln in Deutschland zum Alltagsmaßstab: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rechnet seit 2024 Treibhausgase in ihre Empfehlungen ein, und immer mehr Mensen zeigen den CO₂-Wert jedes Gerichts an.
Fallbeispiel
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Empfehlungen mit Umweltmodell (seit 5. März 2024)
- Die DGE hat ihre lebensmittelbezogenen Empfehlungen am 5. März 2024 mit einem mathematischen Optimierungsmodell neu berechnet, das Gesundheit, Treibhausgasemissionen und Flächenbedarf gleichzeitig berücksichtigt
- Empfohlen sind höchstens 300 g Fleisch und Wurst pro Woche, zwei Portionen Milch und Milchprodukte am Tag (eine weniger als bisher), ein Ei pro Woche und eine eigene Empfehlung für Hülsenfrüchte und Nüsse
- Mehr als drei Viertel der Ernährung sollen aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen
- Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch lag 2025 bei 54,9 kg, 1,4 kg mehr als 2024 (BZL, vorläufig)
Einordnung
Was der Fall zeigt
Die DGE-Empfehlung ist die erste amtlich anerkannte Ernährungsempfehlung in Deutschland, die Klimawirkung mitrechnet, und sie ist zugleich eine Gesundheitsempfehlung. 300 g Fleisch pro Woche sind 15,6 kg im Jahr, weniger als ein Drittel des heutigen Verzehrs. In unserer Rechnung sinkt der Fußabdruck des Wocheneinkaufs damit um rund 37 %. Der Fall zeigt nicht, dass Verbraucher folgen: Der Fleischverzehr ist 2025 wieder gestiegen. Für Leser heißt das: Die DGE-Mengen sind ein brauchbarer Zielwert, um das eigene Rechner-Ergebnis einzuordnen.
Fallbeispiel
Studierendenwerk München Oberbayern: CO₂-Wert auf jedem Mensagericht (seit Wintersemester 2024/25)
- 4.206.369 ausgegebene Essen im Jahr 2024 (2023: 3.961.912)
- Rund 65 % der ausgegebenen Speisen waren 2024 vegetarisch oder vegan
- Projekt mit NAHhaft e.V., gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium über die Nationale Klimaschutzinitiative, Projektphase zwei Jahre: Seit Beginn des Wintersemesters 2024/25 zeigen die Speisepläne CO₂-Äquivalente und Wasserfußabdruck je Gericht mit Ampel (Pressemitteilung vom 21.10.2024)
- Das KlimaTeller-Label erhalten Gerichte, die mindestens 50 % weniger CO₂-Äquivalente verursachen als vergleichbare Gerichte
- Je nach Zutaten verursacht ein Mensagericht laut Deutschem Studierendenwerk zwischen rund 200 g und über 3.000 g CO₂-Äquivalente
Einordnung
Was der Fall zeigt
Die Kennzeichnung macht sichtbar, was dieser Rechner für den eigenen Einkauf zeigt: Das Gericht entscheidet, nicht die Beilage. Nach unserer Rechnung spart jeder zusätzliche Prozentpunkt vegetarischer Essen beim Studierendenwerk rund 36 t CO₂-Äquivalente im Jahr, zehn Prozentpunkte rund 360 t. Grundlage sind 4,2 Mio. Essen und die ifeu-Werte für Gerichte (Lasagne 1,6 kg, Sojabolognese mit Reis 0,9 kg, Penne Napoli 0,6 kg je Portion; Annahme: Fleischgericht 1,6 kg, vegetarisches Gericht 0,75 kg). Ob die Ampel selbst die Wahl der Gäste verändert, weist der Jahresbericht nicht aus; eine Wirkungsmessung fehlt.
Was kann der Lebensmittel-Rechner nicht?
Der Rechner arbeitet mit Durchschnittsfaktoren je Lebensmittel. Er unterscheidet nicht nach Herkunft, Anbau im beheizten Gewächshaus, Flugtransport, Bio- oder konventioneller Erzeugung und nicht nach Verpackung.
- Durchschnitt statt Einzelprodukt: Ein Kilogramm Rindfleisch kann laut ifeu zwischen 11 und über 30 kg CO₂-Äquivalente verursachen; der Rechner nutzt einen Wert.
- Mehrfachauswahl: Mehrere Lebensmittel einer Kategorie werden mit dem Durchschnitt ihrer Faktoren für das eingegebene Gesamtgewicht gerechnet. Bei unterschiedlichen Mengen und Faktoren ist die Einzelrechnung genauer.
- Kein Zeitraum: Das Ergebnis gilt für die eingegebene Menge; für einen Jahreswert die Woche mit 52 multiplizieren.
- Nicht enthalten: Getränke außer Milch und Sojadrink, Kochen, Abfälle im Haushalt, Essen außer Haus.
- Kategorie „Gewürze“: enthält neben Zucker und Honig auch Brühen, Kokosmilch und Sojadrink.
Was bedeutet das für Kantinen, Caterer und Unternehmen?
Für Unternehmen mit Betriebsrestaurant, Catering oder Hotelküche gehören eingekaufte Lebensmittel in Scope 3, Kategorie 1 (eingekaufte Waren), und sind dort oft die größte Position. Dieselbe Rechnung wie in diesem Rechner, Menge × Faktor, ist der übliche Einstieg in diese Bilanz.
- Datenbasis: Einkaufsmengen nach Warengruppen aus der Warenwirtschaft mit Faktoren einer offengelegten Quelle (z. B. ifeu 2020) multiplizieren; Fleisch, Käse, Butter und Sahne zuerst genau erfassen, weil sie den größten Anteil tragen.
- Speiseplan: Der Anteil vegetarischer Gerichte ist der stärkste Hebel; die Rechnung am Fall München zeigt die Größenordnung je Prozentpunkt.
- Berichterstattung: Für kleine und mittlere Unternehmen genügt im VSME- oder DNK-Bericht zunächst eine Abschätzung mit Angabe der Faktorquelle. Wie Scope 3 gesteuert wird, erklärt die Seite zur Dekarbonisierung der Lieferkette.
- Kommunikation: Aussagen wie „klimaneutrales Gericht“ auf Basis von Kompensation sind nach der EU-Richtlinie 2024/825 ab 27. September 2026 unzulässig. Die Regeln beschreibt die Seite zu Greenwashing und Umweltaussagen; was Kompensation leisten kann, steht unter CO₂-Kompensation.
Häufige Fragen zum CO₂-Rechner für Lebensmittel
Wie viel CO₂ verursacht 1 kg Rindfleisch?
Der Rechner zählt 12,3 kg CO₂-Äquivalente je kg Rindfleisch. Das ifeu-Institut nennt für Deutschland im Durchschnitt 13,6 kg bei einer Spanne von 11 bis über 30 kg, je nach Haltung und Herkunft. Das entspricht rund 75 bis 83 km Autofahrt.
Welche Lebensmittel haben den größten CO₂-Fußabdruck?
Im Rechner sind es Garnelen (12,6 kg CO₂-Äquivalente je kg), Rindfleisch (12,3), Wild (10,5), Butter (9,2) und Lamm (7,7). Pflanzliche Lebensmittel liegen meist unter 1 kg. Ausnahmen sind Reis mit 3,0 kg und Flugware wie eine per Flugzeug importierte Ananas mit 15,1 kg (ifeu).
Wie viel CO₂ verursacht die Ernährung pro Person in Deutschland?
Rund 1,6 t CO₂-Äquivalente pro Person und Jahr, das sind 16 % des durchschnittlichen Fußabdrucks von 9,8 t (Umweltbundesamt, Datenstand 2025). Der Wert schließt Getränke, Außer-Haus-Verzehr, Kochen und Abfälle ein und liegt deshalb höher als ein reiner Einkaufswert aus dem Rechner.
Wie genau ist der CO₂-Rechner für Lebensmittel?
Der Rechner liefert eine Schätzung mit Durchschnittsfaktoren, die überwiegend nahe an der ifeu-Datenbank 2020 liegen. Herkunft, Flugtransport und Bio-Erzeugung unterscheidet er nicht. Wählen Sie in einer Kategorie mehrere Lebensmittel, rechnet er mit dem Durchschnitt ihrer Faktoren; genauer ist es, jedes Lebensmittel einzeln mit seinem Gewicht einzugeben.
Wie kann ich mit meiner Ernährung am meisten CO₂ sparen?
Am meisten bringt es, weniger Fleisch, Käse und Butter zu essen und Flugware zu meiden. In unserer Beispielrechnung senkt ein Einkauf nach den DGE-Empfehlungen 2024 den Fußabdruck um rund 37 % oder gut 300 kg CO₂-Äquivalente im Jahr.