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Mehrweg Plastikflaschen

Mehrwegflaschen – Unterschiede einfach & schnell erkennen

Mehrwegflaschen sind Flaschen, die gegen Erstattung des Kaufpreises an das Geschäft zurückgegeben werden können. Mehrwegflaschen bestehen in der Regel aus Glas oder Kunststoff und sind mit einer Pfandgebühr verbunden. Mehrwegflaschen sind vorteilhaft, weil sie mehrfach verwendet werden können, was die Abfallmenge verringert und zur Schonung der Ressourcen beiträgt. Mehrwegflaschen tragen auch dazu bei, die Vermüllung zu verringern, da die Leute sie weniger leicht wegwerfen, wenn sie wissen, dass sie eine Pfandgebühr zahlen müssen. Pfandflaschen sind auch eine Einnahmequelle für Unternehmen, da die Kunden beim Kauf der Flasche eine Pfandgebühr entrichten müssen. Mehrwegflaschen sind daher ein wichtiger Bestandteil vieler Recyclingprogramme. In unserem Artikel gehen wir detailliert auf alle Themen rund um Mehrwegflaschen ein.

Was bedeutet Mehrwegflasche?

Mineralwasser, Erfrischungsgetränke, Bier und Saft gibt es seit Jahrzehnten in Mehrwegflaschen. Aber was heißst das genau? Mehrwegflaschen lassen sich mehrfach befüllen, bevor sie dann zu neuem Glas beziehungsweise Kunststoff verarbeitet werden. Daher vermeidet der Gebrauch von Mehrwegflaschen Müll und ist umweltfreundlicher.

Was ist der Unterschied zwischen Mehrweg und Einwegflaschen?

Mehrwegflaschen und Einwegflaschen unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie oft sie verwendet werden können bevor sie recycled werden. Einwegflaschen, egal ob Glas oder Plastik, können nur einmal genutzt werden, wohingegen Mehrwegflaschen aus PET Kunststoff bis zu 25-mal gespült und wieder gefüllt werden. Bei Glasflaschen mit einem Mehrwegsymbol auf dem Etikett sind es sogar bis zu 50-mal.

Glasflasche im Müll

Was ist der Unterschied zwischen einer Mehrweg- und Pfandflasche?

Eigentlich scheint es ziemlich einfach: Wenn man eine Pfandflasche zurückgibt dann wird diese wiederverwertet. Aber Achtung: Pfandflasche ist nicht gleich Mehrwegflasche! Denn nicht jede Flasche, die in den Pfandautomaten kommt, kann nach der Rückgabe wiederverwendet werden.

Zwar wird auf Mehrwegflaschen immer ein Pfand behoben, jedoch gibt es auch Einwegflaschen, die Pfand haben. Laut deutschem Verpackungsgesetz müssen nämlich alle nicht ökologisch vorteilhaften Einweg-Getränkeverpackungen mit 25 Cent bepfandet werden.

Ausgenommen hiervon sind unter anderem Saft, Milch, Wein und Spirituosen in Glasflaschen, und ökologisch vorteilhafte Einweg-Getränkeverpackungen, wie zum Beispiel Kartonverpackungen, Polyethylen-Schlauchbeutel und Folien-Standbodenbeutel.

Aus diesem Grund kann man nicht annehmen das jede Pfandflasche auch eine Mehrwegflasche ist. Abhängig von der Höhe des Pfandgelds kann man aber sehen, ob es sich um eine Mehrweg- oder Einwegpfandflasche handelt. Bei Mehrwegflaschen ist dies meist 8 bzw. 15 Cent wobei bei Einwegflaschen ein Pfand von 25 Cent fällig ist.

Einweg-Getränkeverpackungen mit Pfand: Wie erkenne ich eine Mehrwegflasche?

Mehrweg Logo
Siegel für Mehrweg­verpackungen in Deutschland
Der Blaue Engel Logo
„Der Blaue Engel“ Symbol des Bundesumweltamtes

Um es für Verbraucher:innen einfacher zu machen die Art der Verpackungen zu erkennen, gibt es seit 2019 eine im Gesetz verankerte Hinweispflicht. So muss jetzt beim Verkauf bepfandeter Getränke am Regal klar gekennzeichnet sein, ob es sich um Einweg- oder Mehrwegflasche handelt.

Zusätzlich, drucken viele Getränkehersteller den Schriftzug „EINWEG“ oder „MEHRWEG“ direkt auf das Etikett der Flaschen, damit Verbraucher:innen bewusst entscheiden können welche Verpackungsart sie kaufen wollen.

Leider gibt es (noch) kein einheitliches System mit dem Mehrwegflaschen in Deutschland gekennzeichnet werden. Viele Hersteller verwenden jedoch entweder das „Blauer Engel“ Symbol des Bundesumweltamtes oder das „Mehrweg – Für die Umwelt“ Logo. Nur die so gekennzeichneten Plastik- oder Glasflaschen werden dann auch bei Rücknahme wieder neu befüllt. Alle anderen Pfandflaschen sind Einweg und wandern direkt ins Recycling.

Mehrweg-Kästen garantieren nicht Mehrweg-Flaschen

Viele Menschen dass Flaschen in Getränkekästen automatisch Mehrwegflaschen sind. Dabei sind schin seit einigen Jahren auch Einwegflaschen in Mehrwegkästen erhältlich. Es ist deshalb ratsam beim Kauf von Kästen, z.B. bei Mineralwasser, auf die Kennzeichnung der Flaschen zu achten.

Einweg Getränkeflaschen in Mehrweg-Kästen tragen oft das Symbol PET-Cycle, das für Einweg und Recycling und nicht für Wiederbefüllung steht. Alternativ kann man auch hier nach dem Pfandpreis der Flaschen fragen, um zu erfahren ob es sich um Mehrweg handelt.

Wasserflaschen Mehrweg aus Glas

Was ist besser: Mehrwegflaschen aus Plastik oder Glas?

Generell liegt es auf der Hand, dass Mehrwegflaschen umweltfreundlicher als Einwegflaschen sind. Das Material der Mehrwegflasche ist aber auch für die Umweltbilanz auschlaggebend: Glasflaschen können bis zu 50 Mal neu befüllt werden, PET-Flaschen nur bis zu 25 Mal.

Das spricht eigentlich für die Glasflasche, jedoch ein entscheidender Nachteil des Materials macht die PET-Flasche letztendlich doch zum Sieger: Kunststoff hat den entscheidenden Vorteil, dass es weniger wiegt als Glas und deshalb beim Transport weniger Rohöl verbraucht.

Auch beim Recycling schneidet die vermeintlich umweltschädlichere PET-Flasche ein bisschen besser ab. Bei einer Schmelztemperatur von ca. 265°C ist der Energieaufwand zum recyclen einer Plastikflasche geringer als bei Glas, das in der Herstellung auf 1600°C erhitzt wird.

Was ist besser für die Umwelt: Dosen oder Plastikflaschen?

Kohlensäurehaltige Getränke, wie Bier oder Limonade sind oft auch in Aluminiumdosen erhältlich, da die Eigenschaften des Metalls die Gase in den Dosen auch über das Haltbarkeitsdatum hinaus haltbar machen. Zwar scheint dies praktisch, aber leider schneidet die Aludose ökologisch fast am schlechtesten ab. Noch umweltschädlicher sind nur Einweg Glasflaschen. Damit sind aus ökologischer Sicht Einweg-Glasflaschen und Einwegdosen die schädlichsten Alternativen unabhängig davon ob Einwegpfand behoben wird oder nicht.

Laut einer Studie von Roland Fehringer für die ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH, die die Umweltauswirkungen verschiedener Verpackungsarten in Österreich gemessen hat, wirken sich Aluminium-Dosen fünfmal so stark auf den Sommersmog aus wie PET-Flaschen. Für die Herstellung von Aluminium werden im Jahr hunderte Tonnen Bauxit abgebaut. Das Problem ist, dass beim Abbau Wälder gerodet werden müssen und so gefährlicher Rotschlamm entsteht.

Auch beim Recycling machen Dosen keine gute Figur. Bei Getränkedosen handelt es sich nämlich meist um mehrschichtiges Material, das nur unter hohem Energieaufwand wieder in einzelne Stoffe getrennt werden kann. Häufig wird deshalb alles verbrannt, was nicht Aluminium ist. Dabei werden gebrauchte Dosen so sehr erhitzt, dass die innere und äußere Plastikbeschichtung verbrennt. Zwar kann man so das Aluminium wiederverwerten, aber alle anderen Roh- und Kunststoffe werden vollkommen vernichtet.

Natürlich haben auch PET Flaschen ihre Vor- und Nachteile. Bei nicht stoffgerechter Entsorgung landet Kunststoff oft auf dem Müll oder gelangt in die Umwelt. Der Plastikmüll zersetzt sich dann in Mikroplastik und bedroht so nicht nur das Leben der Tiere sondern hat auch gesundheitliche Auswirkungen für Menschen auf der ganzen Welt.

Trotz alledem bleiben bei der Wahl der Getränkeverpackung auch hier Mehrweg- und PET Flaschen gegenüber einem Getränk aus der Dose die bessere Alternative.

Pfandautomat für Mehrwegflaschen

Mehrweg-Flaschen aus der Region: Ein Plus für die Umwelt

Die Verwendung von Mehrwegflaschen hat viele Vorteile, sowohl aus ökologischer als auch aus praktischer Sicht. Mehrwegflaschen, die in der Region abgefüllt werden, verbrauchen weniger Rohstoffe und Energie und verursachen weniger Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus führen kürzere Transportwege bei regionalen Produkten zu einer geringeren CO2-Bilanz.

Standardisierte Mehrwegflaschen, sogenannte Poolflaschen, wie sie zum Beispiel von den Bier Herstellern Bitburger, Krombacher, Radeberger und Warsteiner verwendet werden, sind auch eine gute Alternative zu regionalen Mehrwegflaschen. Da leere Flaschen nach der Rücknahme normalerweise an den nächstgelegenen Abfüller zurückgegeben werden, entfallen auch zusätzliche Transportkosten.

Mehrweg-Flaschen leben länger

Getränke in Mehrwegflaschen aus der Region zu kaufen hat viele Vorteile, da Mehrwegsysteme grundsätzlich umweltfreundlicher sind als Einwegsysteme. Auch wenn die Einweg-Verpackungen mit Pfand recycelt werden, muss für jedes Getränk eine neue Einweg-Verpackung produziert werden. Mehrwegflaschen leben länger, weil die Flaschen mehrfach gespült und wiederverwendet werden können und bei regionalen Produkten die Transportwege kürzer sind. Das schont unsere begrenzten natürlichen Ressourcen.

Der Flaschenpool, also die Anzahl der Flaschen, die für die Wiederverwertung zur Verfügung stehen, und die Logistik haben dabei einen großen Einfluss auf die Umweltauswirkungen. Wenn man sich also für Mehrweg Getränkeflaschen entscheidet, sollte man auch darauf achten, dass diese nach der Pfand Rückgabe auch regional wieder befüllt wird.

Höhe des Mehrwegpfands

Das freiwillige Pfandgeld für Mehrweg-Flaschen, – egal ob aus Glas oder Plastik– beträgt meist 15 Cent. Bei Bier-Mehrweg-Fla­schen sind es nur 8 Cent. Für Spezialflaschen – zum Bei­spiel Flaschen mit Bügelverschluss – kann auch mehr Pfand fällig sein. 🌱

Bildquellen

  • Plastikflaschen-Mehrweg: iStock/CentralITAlliance
  • Glasflasche-Muell: iStock/EvanaFalconFotografia
  • Mehrweg-Logo: https://www.mehrweg.org/
  • Der-Blaue-Engel-Logo: https://www.blauer-engel.de/
  • Wasserflaschen-Mehrweg-Glas: iStock/Rneaw
  • Mehrwegflasche-Plastik: iStock/Tutye