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Wasserknappheit

Statistiken: Wasser und Wasserversorgung in Deutschland

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Daher ist der Zugang und die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ein großes Thema. Deutschland ist ein Land der vielen FlĂŒsse, und so ist es nicht verwunderlich, dass Wasser hier ein wichtiger Bestandteil des Lebens ist. TatsĂ€chlich verfĂŒgt das Land ĂŒber eine der zuverlĂ€ssigsten Trinkwasserversorgung der Erde. In diesem Artikel zeigen wir anhand verschiedener Diagramme, wie die Wasserversorgung in der Bundesrepublik in Daten aussieht.

Wassergewinnung und Wasserversorgung

Wassergewinnung und Wasserversorgung
F1: Wassergewinnung Daten-Quellen: https://www.regionalstatistik.de/genesis/online?
operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=1&levelid=1662550957421&
auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&auswahlziel=
werteabruf&code=32211-01-02-4&auswahltext=&werteabruf=Werteabruf#abreadcrumb

Um die Wasserversorgung deutscher Haushalte garantieren zu können, wird in ganz Deutschland Wasser gewonnen. Das Grundwasser ist dabei eine wichtige Ressource fĂŒr viele Gemeinden, und seine Menge und QualitĂ€t sind entscheidende Faktoren fĂŒr die Entwicklung und Gesundheit der Menschen. Aufgrund unterschiedlicher Wasservorkommen, WasserqualitĂ€t und der Beschaffenheit des Untergrundes unterscheidet sich Grundwasser oft erheblich in seinen physikalischen und chemischen Eigenschaften. In stĂ€dtischen BallungsrĂ€umen ist es durch erhöhten Wasserbedarf oft nicht möglich, die Trinkwasserversorgung aus lokalen Grundwasservorkommen zu gewĂ€hrleisten. Die Wasserentnahme erfolgt hier oft durch Talsperren und Seen, fĂŒr die in der Regel Wasserschutzgebiete ausgewiesen sind oder angereichertem Grundwasser.

Im Vergleich der BundeslĂ€nder lĂ€sst sich leicht erkennen, dass in Nordrhein-Westfahlen mit Abstand am meisten Wasser gewonnen wird. In Stadtstaaten mit einer großen Bevölkerung wird hingegen vergleichsweise nur wenig Wasser gewonnen.

Jahreswassserabgabe
F2: Jahreswassserabgabe, Stand 2019 Datenquelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/Wasserwirtschaft/Tabellen/ww-01-wasserabgabe1991-2019.html

Der grĂ¶ĂŸte Teil des Wassers in Deutschland wird an private Haushalte und Kleingewerbe abgegeben. Etwa 99 % aller Haushalte beziehen ihr Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung. Der Wasserverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts ist dabei in den letzen Jahren merkbar gesunken.

Ein Grund dafĂŒr ist, neben einem erhöhten Verbraucher-Bewusstsein, die Entwicklung von sparsamer und effizienter Technik fĂŒr ToilettenspĂŒlung, Duschen und die Waschmaschine. Überdies sinkt der Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser beinahe bestĂ€ndig. So lag im Jahr 1991 der Wasserverbrauch noch etwa bei 144 Liter pro Person und Tag, im Jahr 2016 waren es mit 123 Liter pro Einwohner knapp 20 Liter weniger.

Trinkwasserentgelt
F3: Trinkwasserentgelt, Stand 2019 https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/Wasserwirtschaft/Tabellen/
tw-07-entgelt-trinkwasserversorgung-tarifgeb-nach-tariftypen-2017-2019-land-bund.html

In Deutschland wird Wasser in zwei Stufen abgerechnet: ein verbrauchsunabhĂ€ngiges Entgelt, das fĂŒr alle Kunden gleich ist, unabhĂ€ngig davon, wie viel Wasser sie verbrauchen, und ein verbrauchsabhĂ€ngiges variables Entgelt, das sich nach dem tatsĂ€chlichen Wasserverbrauch richtet. Der feste Tarif deckt die Kosten fĂŒr die Infrastruktur (zum Beispiel fĂŒr den Bau einer Leitung und die Instandhaltung von Anlagen zur Aufbereitung des Trinkwassers), wĂ€hrend der variable Tarif die Kosten fĂŒr das Wasser selbst abdeckt. Das Entgelt fĂŒr Trinkwasser wird durch das Bundesamt fĂŒr Umwelt geregelt. Das Bundesamt legt dazu einen Höchstpreis fest, den die Versorgungsunternehmen pro Kubikmeter Leitungswasser berechnen dĂŒrfen. Die Versorgungsunternehmen können dann innerhalb dieses Rahmens ihre eigenen Preise festlegen. Infolgedessen unterscheiden sich Entgelte fĂŒr Wasser je nach Ort und Regionen.

Im Allgemeinen sind die Entgelte in den Stadtzentren am höchsten und in den lĂ€ndlichen Gebieten am niedrigsten. Dies liegt daran, dass der Transport von Wasser in stĂ€dtische Gebiete teurer ist und in lĂ€ndlichen Gebieten mehr Wettbewerb zwischen den Versorgungsunternehmen herrscht. Trotz dieser Unterschiede ist das Entgelt fĂŒr Wasser in Deutschland vergleichsweise niedrig. Dies ist zum Teil darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass die deutschen Versorgungsunternehmen effizienter sind als in anderen LĂ€ndern der EU.

Wasser und die Umwelt

Wenn zu viel Wasser aus dem Wasserkreislauf entnommen wird wird das System der Trinkwasserversorgung langfristig bedroht. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) setzt sich umfassend vom Schutz der Trinkwasserressourcen bis zur Armatur an der Entnahmestelle beim Verbraucher fĂŒr eine sichere Trinkwasserversorgung ein.

Wasserentnahme
F4: Wasserentnahme, stand 2016 Datenquelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/UGR/rohstoffe-materialfluesse-wasser/
Tabellen/entnahme-abgabe-wasser.html

Den grßten Anteil der Wasserentnahme machen Grundwasser, Quellwasser sowie GewĂ€sser an der OberflĂ€che, wie FlĂŒsse und Seen, aus. Aus der obigen Grafik ist ersichtlich, dass sich die Entnahme des Wassers aus der Natur stehtig verringert. Dies wird nicht nur durch einen sparsameren Umgang mit Wasser begĂŒnstigt, sondern auch durch effizientere Verfahren und Prozesse in der Wasserversorgung.

Wasserabgabe
F5: Wasserabgabe Stand 2016 Datenquelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/
Umwelt/UGR/rohstoffe-materialfluesse-wasser/Tabellen/entnahme-abgabe-wasser.html

AbwĂ€sser werden in Deutschland nach einem Verfahren der Reinigung wieder in die Natur zurĂŒckgefĂŒhrt. Durch die Abwasserreinigung wird der Wasserkreislauf so nachhaltig wie möglich erhalten und Verschmutzungen vermieden. Laut Daten des statistischen Bundesamt ist der zweitgrĂ¶ĂŸte Teil des Abwassers aus Fremd- und Regenwasser besteht. Der genaue Anteil des Fremdwassers am gesamten Abwasser ist schwer zu ermitteln und schwankt abhĂ€ngig von Wetter und QualitĂ€t des Kanalnetzes. Fremdwasser nimmt die KapazitĂ€t von Abwasserleitungen und KlĂ€ranlagen unnötig in Anspruch und stellt es eine unnötige wirtschaftliche und ökologische Belastung dar. In ungĂŒnstigen FĂ€llen kann Regenwasser auch zu einem Überlauf in der Leitung, im Kanal oder im Zulauf der KlĂ€ranlagen fĂŒhren und ungereinigtes Abwasser und umweltschĂ€dliche Stoffe können in den Boden oder ein GewĂ€sser gelangen.

Wasserbilanz
F6: Wasserbilanz Stand 2016 Datenquelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/
Umwelt/UGR/rohstoffe-materialfluesse-wasser/Tabellen/entnahme-abgabe-wasser.html

Die obige Darstellung der Entnahme und Abgabe von Wasser an die Umwelt zeigt, dass der natĂŒrliche Wasserkreislauf bei der deutschen Trinkwasserversorgung eine große Rolle spielt. Zum Schutz der Natur ist es weiterhin wichtig unsere Trinkwasserversorgung zu optimieren indem wir den Gebrauch von Wasser reduzieren und die QualitĂ€t gereinigten Abwassers weiter erhöhen. Insgesamt lĂ€sst sich jedoch deutlich erkennen, dass die deutschen BundeslĂ€nder diese Aufgabe ernst nehmen und Maßnahmen ergreifen um unseren Verbrauch zu verringern und unsere Versorgung mit Trinkwasser effizienter zu gestalten.

Wasser als Ressource

Wasser auf unserer Erde ist begrenzt. Durch den Klimawandel wird Wasserknappheit in immer mehr LĂ€ndern ein großes Thema. Obwohl die Bundesrepublik ein sehr wasserreiches Land ist,ist es wichtig genau zu beobachten wie die Nutzung von Wasser verteilt ist, um wirksame und zukunftsorientierte Maßnahmen zum Klima-Schutz einzusetzen.

Verteilung der Wasserressourcen
F7: Verteilung der Wasserressourcen nach Verbraucher; Datenquelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152595/umfrage/
verteilung-der-wassernutzung-in-deutschland-im-jahr-2007/

Von den Wasserressourcen die in Deutschland zur VerfĂŒgung stehen, bleibt der Großteil ungenutzt. Etwa 11.1% des Wassers kommen in der nicht- öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zum Einsatz. Die öffentliche Versorgung von Haushalten mit Trinkwasser macht insgesamt den kleinsten Teil des Wasserverbrauchs aus.

Wassereinsatz in Produktionsbereichen
F8: Wassereinsatz in Produktionsbereichen, Datequelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/
Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/UGR/_Grafik/_Interaktiv/wassereinsatz.html

Ein Blick auf die obige Darstellung zeigt, dass ein Großteil des Wassers fĂŒr die Energieversorgung verwendet wird. Denn fast die HĂ€lfte allen verbrauchten Wassers wird fĂŒr die Erzeugung von Strom und Gas verwendet. Die Gewinnung von Energie ist eine wasserintensieve Industrie. So verbraucht zum Beispiel die Erzeugung einer Kilowattstunde (kWh) Strom in einem Atomkraftwerk etwa zwei bis drei Liter Wasser.

Aber Wasser ist auch fĂŒr andere Bereiche von großer Bedeutung: Die Nutzung von Wasser fĂŒr die Erzeugung chemischer Stoffe und Pharmaprodukte ist unabdingbar. Bei ihren (Herstellungs-)Systemen wird Trinkwasser von höhster QualitĂ€t verwendet, dessen Aufbereitung wiederum gr0ße Mengen an Energie verbraucht.

Wassereinsatz in der Wirtschaft
F9: Wassereinsatz in der Wirtschaft, Stand 2019; Daten-Quellen: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/
Umwelt/Wasserwirtschaft/_inhalt.html

Die obige Grafik zeigt, dass auch in der Wirtschaft Anlagen im Bezug auf Energie die gĂ¶ĂŸte Wassernutzung darstellen. Vor allem die KĂŒhlung von Anlagen die Strom oder Gas produzieren beansprucht weit mehr als zwei drittel des Wassers. Dagegen wird nur ein sehr kleiner Teil des Trinkwassers fĂŒr BewĂ€sserungssysteme und in der Herstellung der Lebensmittel verwendet.

Abwasserentsorgung in Deutschland

Jahresabwassermenge
F10: Jahresabwassermenge, Datenquelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/
Umwelt/Wasserwirtschaft/Tabellen/oeffentliche-aba-7k.html

Die Zusammensetzung des Abwassers in Deutschland besteht hautsĂ€chlich aus AbwĂ€ssern von privaten Haushalten und betrieblichen Quellen. Ein durschnittlicher Ein-Personen- Haushalt produziert dabei etwa 122 Liter pro Tag an Abwasser. Ein betrĂ€chlicher Teil vom Abwasser besteht aus Niederschlags- bzw. Fremdwasser, dass in die Kanalisation mit einfließt. Dies kann zum einen zu erhöhten Energiekosten bei der Aufbereitung und zum anderen zu einer Überlastung der KlĂ€ranlagen fĂŒhren.

Abwasserentgelte

Preisindex der Abwasserentsorgung
F11: Preisindex der Abwasserentsorgung Stand 2021 Datenquelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72116/
umfrage/abwasserentsorgung-preisindex-in-deutschland-seit-2000/

Der Preis der Abwasserentgelte steigt seit 2015 stehtig. Mit dem Preisindex fĂŒr die Abwasserentsorgung kann man die Gesamtkosten der Abwasserentsorgung, einschließlich der Kosten fĂŒr die Behandlung, den Transport und die Entsorgung einsehen. Der Index basiert auf einem reprĂ€sentativen Warenkorb von Waren und Dienstleistungen, die ĂŒblicherweise zur Abwasserentsorgung verwendet werden.

Abwasserbehandlung

Länge des Kanalnetzes
F11: LĂ€nge des Kanalnetzes, Stand 2019 Datenquelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/
Umwelt/Wasserwirtschaft/Tabellen/ww-04-kanalnetz-1991-2019.html

Seit den 1990-er Jahren hat sich die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland sehr verbessert. Eine Art von Abwassersystem ist der Mischwasserkanal, der sowohl das Regenwasser als auch das Abwasser einer Leitung sammelt. MischwasserkanĂ€le leiten alles Wasser zu einer KlĂ€ranlage leiten, wo das Wasser von Schmutz befreit wird, bevor es zurĂŒck in die Erde gelangt. Um ÜberlĂ€ufe zu vermeiden, setzt man heute auf getrennte Abwassersysteme. Bei einem getrennten Abwassersystem wird das Regenwasser in eine andere Leitung geleitet als das Abwasser. Dadurch kann auch die zur Abwasserreinigung eindringende Wassermenge verringert werden.. Getrennte AbwasserkanĂ€le werden daher oft als wirksamerer Schutz der Wasserwege und GewĂ€sser vor Verschmutzung angesehen.

Klärschlammentsorgung
F12: KlÀrschlammentsorgung nach Art, Datenquelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/
Wasserwirtschaft/Tabellen/ks-014-klaerschlamm-verwert-art-2020.html

Das deutsche Programm „KlĂ€rschlammentsorgung“ ist ein umfassender Ansatz, der die Behandlung, Verwertung und Entsorgung von KlĂ€rschlamm umfasst. Eine der wichtigsten Komponenten des Programms ist die thermische Trocknung, die das KlĂ€rschlammvolumen um bis zu 95 % reduziert. Diese Methode ist nicht nur platzsparend, sondern auch eine wertvolle DĂŒngerquelle.

Die Bewirtschaftung von KlĂ€rschlamm wird durch die KlĂ€rschlammverordnung (AbwV) geregelt. Diese Verordnung regelt die Anforderungen an die Behandlung und Entsorgung von KlĂ€rschlamm, einschließlich seiner Verwendung in der Landwirtschaft. KlĂ€rschlamm, der gemĂ€ĂŸ der Verordnung behandelt wurde, kann auf landwirtschaftlichen FlĂ€chen als DĂŒngemittel verwendet werden, sofern bestimmte Bedingungen erfĂŒllt sind. Zu diesen Bedingungen gehören eine Begrenzung der KlĂ€rschlammmenge, die auf den Boden aufgebracht werden darf, sowie BeschrĂ€nkungen fĂŒr die Arten von Pflanzen, die auf mit KlĂ€rschlamm behandelten Böden angebaut werden dĂŒrfen.

Klärschlammentsorgung
F13: KLĂ€rschlammentsorgung; Datenquelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/
Umwelt/Wasserwirtschaft/Tabellen/ks-014-klaerschlamm-verwert-art-2020.html

In Nordrhein-Westfahlen wird vergleichsweise am Meisten KlĂ€rschlamm entsorgt. Andere LĂ€nder entsorgen vergleichsweise deutlich weniger Abwasser und KlĂ€rschlamm. Auch in dieser Grafik ist zu erkennen, dass obwohl die Stadtstaaten einen hohen Wasserverbrauch haben, die Aufbereitung von Abwasser sowie die Entsorgung von KlĂ€rschlamm nur in geringem Umfang stattfindet. đŸŒ±

Bildquellen

  • Wasserknappheit: iStock/piyaset