CO₂-Ausstoß weltweit: Emissionen pro Kopf und nach Ländern
CO₂-Ausstoß weltweit 2025: Ländertabelle pro Kopf und absolut, historische Emissionen, Deutschland im Vergleich und wie lange das 1,5-Grad-Budget reicht.
Von Johanna Jung · aktualisiert am · 13 Min. Lesezeit
Kurz erklärt
Emissionen pro Kopf sind die Treibhausgas- oder CO₂-Emissionen eines Landes, geteilt durch seine Einwohnerzahl. Der Wert macht große und kleine Länder vergleichbar. Er zeigt weder die historische Verantwortung noch die Emissionen, die in importierten Waren stecken.
Treibhausgase pro Kopf weltweit 2025
6,6 t CO₂-Äq.EU: 7,1 t, EDGAR
Treibhausgase pro Kopf Deutschland 2025
rund 7,8 t CO₂-Äq.648,9 Mio. t bei rund 83,5 Mio. Einwohnern (Destatis)
Größter Emittent absolut 2025
China, 16,0 Mrd. t CO₂-Äq.29,5 % der weltweiten Emissionen
Wie hoch ist der CO₂-Ausstoß weltweit?
Die Welt stieß 2025 rund 38,1 Mrd. t CO₂ aus fossilen Brennstoffen und Zement aus, 1,1 % mehr als 2024 und so viel wie nie zuvor. Mit Landnutzung und Entwaldung (4,1 Mrd. t) waren es rund 42,2 Mrd. t CO₂. Alle Treibhausgase zusammen erreichten laut EDGAR-Datenbank der EU-Kommission 54,1 Mrd. t CO₂-Äquivalente ohne Landnutzung, 0,7 % mehr als im Vorjahr.
Die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre stieg 2025 im globalen Mittel auf rund 425,7 ppm, 52 % über dem vorindustriellen Niveau (Messstation Mauna Loa: 427,0 ppm). Das Wachstum hat sich abgeschwächt: Im letzten Jahrzehnt wuchsen die gesamten CO₂-Emissionen laut Global Carbon Project um 0,3 % pro Jahr, im Jahrzehnt davor um 1,9 %. 35 Länder senkten ihre Emissionen, während ihre Wirtschaft wuchs. Weltweit liegen die Treibhausgase aber 68,5 % über 1990.
Steckbrief: Emissionen weltweit 2025
Treibhausgase gesamt (ohne Landnutzung)
54,1 Mrd. t CO₂-Äq. (+0,7 % ggü. 2024)
CO₂ aus fossilen Brennstoffen und Zement
38,1 Mrd. t (+1,1 %)
CO₂ gesamt inkl. Landnutzung
rund 42,2 Mrd. t
Treibhausgase pro Kopf
6,6 t CO₂-Äq. (+9,7 % ggü. 1990)
Anteil der sechs größten Emittenten
62 % (China, USA, Indien, EU27, Russland, Indonesien)
CO₂-Konzentration (globaler Mittelwert)
rund 425,7 ppm
Restbudget für 1,5 °C (CO₂, 50 %, ab Anfang 2026)
rund 130 Mrd. t, gut 3 Jahre beim heutigen Ausstoß (Forster et al., Juni 2026; Global Carbon Project im November 2025: rund 170 Mrd. t)
Die Emissionen steigen weiter, wenn auch langsamer; das Budget für 1,5 °C ist bei heutigem Tempo vor 2030 aufgebraucht. Quellen: EDGAR/JRC, GHG emissions of all world countries 2026; Global Carbon Project, Global Carbon Budget 2025; Forster et al., Indicators of Global Climate Change 2025 (2026).
CO₂ und Treibhausgase sind nicht dasselbe. CO₂ macht weltweit 73,8 % der Treibhausgase aus, den Rest bilden vor allem Methan (17,6 %) und Lachgas (5,3 %). Pro-Kopf-Tabellen weichen deshalb je nach Quelle ab: Reine CO₂-Werte liegen niedriger als Werte in CO₂-Äquivalenten. Wie CO₂-Äquivalente berechnet werden, erklärt die Seite zu Emissionen, Treibhausgasen und ihrer Messung.
Welche Länder stoßen am meisten CO₂ aus?
China stößt mit 16,0 Mrd. t CO₂-Äquivalenten (2025) mit Abstand am meisten Treibhausgase aus, 29,5 % der weltweiten Emissionen. Es folgen die USA (6,0 Mrd. t), Indien (4,5 Mrd. t), die EU27 (3,1 Mrd. t), Russland (2,6 Mrd. t) und Indonesien (1,4 Mrd. t). Diese sechs verursachen zusammen 62 %.
Treibhausgas-Emissionen nach Ländern 2025 (absolut)
Land
Mio. t CO₂-Äq. 2025
Anteil weltweit
Veränderung ggü. 2024
1. China
15.981
29,5 %
+0,1 %
2. USA
6.018
11,1 %
+2,2 %
3. Indien
4.508
8,3 %
−0,2 %
4. EU27
3.127
5,8 %
−0,2 %
5. Russland
2.574
4,8 %
−0,1 %
6. Indonesien
1.359
2,5 %
+1,2 %
7. Brasilien
1.307
2,4 %
−0,9 %
8. Iran
1.119
2,1 %
+1,7 %
9. Japan
1.063
2,0 %
−1,4 %
10. Saudi-Arabien
845
1,6 %
+1,3 %
Deutschland
rund 660
1,2 %
rund −0,2 %
Frankreich
rund 378
0,7 %
k. A.
Polen
rund 347
0,6 %
k. A.
Welt
54.149
100 %
+0,7 %
Die USA trugen 2025 am stärksten zum weltweiten Anstieg bei, die EU und Indien sanken leicht. Werte für Deutschland, Frankreich und Polen sind aus ihren Anteilen an den EU-Emissionen berechnet (21,1 %, 12,1 % und 11,1 %). Quelle: EDGAR/JRC, GHG emissions of all world countries 2026 (doi:10.2760/7717504); eigene Rechnung.
Für Deutschland gibt es zwei Zahlen. Das Umweltbundesamt (UBA) meldet für 2025 nach nationaler Inventarmethode 648,9 Mio. t CO₂-Äq., EDGAR schätzt nach einheitlicher Methode für alle Länder rund 660 Mio. t; für 2024 nennt EDGAR 674 Mio. t. Innerhalb Deutschlands gilt die UBA-Zahl, im Ländervergleich die EDGAR-Zahl. Wie sich der deutsche Wert auf Energiewirtschaft, Verkehr und Industrie verteilt, steht auf der Seite zu den Emissionen Deutschlands nach Sektoren.
Welche Länder haben den höchsten CO₂-Ausstoß pro Kopf?
Den höchsten CO₂-Ausstoß pro Kopf haben Öl- und Gasstaaten am Persischen Golf: Katar kam 2024 auf 41,3 t CO₂ je Einwohner, Saudi-Arabien auf 20,4 t. Unter den großen Volkswirtschaften liegen Australien (21,5 t CO₂-Äq.), Kanada (19,5 t), Russland (18,1 t) und die USA (17,5 t) an der Spitze.
Emissionen pro Kopf nach Ländern: Treibhausgase 2025 und CO₂ 2024
Land
Treibhausgase 2025 (t CO₂-Äq. je Kopf)
CO₂ fossil 2024 (t je Kopf)
Katar
k. A.
41,3
Saudi-Arabien
22,7
20,4
Australien
21,5
k. A.
Kanada
19,5
k. A.
Russland
18,1
12,3
USA
17,5
14,2
China
11,1
8,7
Polen
rund 9,6
7,1
Japan
8,6
k. A.
Deutschland
rund 7,9
6,8
EU27
7,1
k. A.
Welt
6,6
rund 4,6
Frankreich
rund 5,5
4,0
Vereinigtes Königreich
k. A.
4,5
Indonesien
4,8
k. A.
Indien
3,1
2,2
Ein Mensch in Katar stößt rund 19-mal so viel CO₂ aus wie ein Mensch in Indien, ein Mensch in Deutschland gut dreimal so viel. Treibhausgase: EDGAR/JRC 2026; Deutschland, Frankreich, Polen eigene Rechnung aus EDGAR-Anteilen und Einwohnerzahlen von Destatis für Deutschland (rund 83,5 Mio., Ende 2025) und Eurostat für Frankreich und Polen (1. Januar 2025: 69 und 36 Mio.). CO₂: Global Carbon Budget 2025, aufbereitet von Our World in Data (Länderprofile, Stand 2024); Welt eigene Rechnung (38,1 Mrd. t / 8,2 Mrd. Menschen). „k. A.“: in der jeweiligen Quelle nicht ausgewiesen bzw. nicht abgerufen.
Hohe Pro-Kopf-Werte haben drei Ursachen: fossile Energieförderung für den Export, ein Strommix mit viel Kohle und ein hoher Energieverbrauch durch große Wohnflächen, lange Wege und Klimatisierung. Niedrige Werte haben Länder mit wenig Industrie und geringem Konsum oder, wie Frankreich und Schweden, mit fast CO₂-freier Stromerzeugung. Weltweit liegt der Durchschnitt bei 6,6 t CO₂-Äq. und damit 9,7 % über 1990, weil die Emissionen schneller gewachsen sind als die Bevölkerung.
Wie steht Deutschland im europäischen Vergleich da?
Deutschland liegt nach EDGAR mit rund 7,9 t CO₂-Äq. je Einwohner über dem EU-Durchschnitt von 7,1 t; nach dem UBA-Inventar sind es rund 7,8 t, weil EDGAR die deutschen Emissionen mit seiner einheitlichen Methode etwas höher schätzt (rund 660 statt 648,9 Mio. t). Deutschland liegt aber unter Polen. Absolut ist Deutschland mit rund 21 % der größte Emittent der EU, vor Frankreich, Italien, Polen und Spanien, die zusammen fast zwei Drittel der EU-Emissionen verursachen.
Fallbeispiel
Deutschland, Frankreich und Polen im Vergleich (Stand 2024/2025)
Anteil an den EU-Emissionen 2025: Deutschland 21,1 %, Frankreich 12,1 %, Polen 11,1 % (EDGAR 2026)
CO₂ je Kopf 2024: Deutschland 6,8 t, Frankreich 4,0 t, Polen 7,1 t (Global Carbon Budget)
Konsumbasiert, also inklusive der Emissionen in importierten Waren: Deutschland 768 statt 572 Mio. t CO₂, Frankreich 407 statt 264 Mio. t, Polen 274 statt 273 Mio. t
Polen: Energieversorgung (Strom, Gas, Dampf, Warmwasser) verursachte 2025 67 % der Emissionen aus besonders belastenden Industrieanlagen (GUS, Statistikamt Polen)
Kumuliert seit 1751: Deutschland 95,1 Mrd. t CO₂ (5,1 % der Welt), Frankreich 40 Mrd. t (2,2 %), Polen 29 Mrd. t (1,6 %)
Einordnung
Was der Fall zeigt
Je nach Messlatte ändert sich die Rangfolge. Territorial liegt Frankreich pro Kopf weit vorn, weil es seinen Strom überwiegend ohne Kohle und Gas erzeugt; Polen liegt hinten, weil Kohlekraftwerke den Großteil seiner Industrieemissionen verursachen. Konsumbasiert schrumpft der französische Vorsprung: Frankreich importiert Waren, in denen 54 % zusätzliche Emissionen stecken, Deutschland 34 %, Polen fast keine. Deutschland steht damit in jeder Rechnung schlechter da als Frankreich, aber für jede Messlatte aus einem anderen Grund: territorial wegen Kohle und Industrie, konsumbasiert wegen hoher Importe. Für Leser heißt das: Ein niedriger Pro-Kopf-Wert eines Landes kann auch bedeuten, dass seine Emissionen anderswo anfallen.
Warum stoßen Katar und Saudi-Arabien pro Kopf so viel CO₂ aus?
Katar und Saudi-Arabien haben die höchsten Pro-Kopf-Emissionen der Welt, weil sie Öl und Gas in großem Maßstab fördern und verarbeiten und wenige Einwohner haben. Ein erheblicher Teil der Emissionen entsteht für Produkte, die exportiert und anderswo verbraucht werden.
Fallbeispiel
Katar und Saudi-Arabien: territorial und konsumbasiert (Stand 2024/2025)
Katar 2024: 126 Mio. t CO₂ territorial, 41,3 t je Einwohner; konsumbasiert 82,2 Mio. t (Global Carbon Budget)
Saudi-Arabien 2025: 845 Mio. t CO₂-Äq., 22,7 t je Einwohner, +1,3 % ggü. 2024; Wachstum seit 1990 im Schnitt 3,7 % pro Jahr (EDGAR 2026)
Saudi-Arabien 2024: 692 Mio. t CO₂ territorial, konsumbasiert 654 Mio. t
Kumuliert seit 1751: Katar 2,6 Mrd. t (0,14 % der Welt), Saudi-Arabien 19 Mrd. t (1,0 %)
Einordnung
Was der Fall zeigt
Katars Pro-Kopf-Wert ist zu einem guten Teil ein Exportwert: Konsumbasiert sinkt er um rund 35 %, von 41 auf rund 27 t je Einwohner (82,2 Mio. t bei rund 3,1 Mio. Einwohnern). Auch dann bleibt er aber viermal so hoch wie der deutsche. Gleichzeitig ist der historische Beitrag beider Länder klein, Katar hat seit 1751 weniger CO₂ ausgestoßen als Deutschland in fünf Jahren. Pro-Kopf-Werte allein taugen deshalb nicht als Urteil über Klimaverantwortung. Für Unternehmen und Verbraucher heißt das: Wer Öl, Gas oder daraus hergestellte Produkte bezieht, trägt einen Teil dieser Vorketten-Emissionen in der eigenen Klimabilanz.
Stößt China pro Kopf mehr aus als die EU?
Ja: China emittierte 2025 rund 11,1 t CO₂-Äquivalente pro Kopf, die EU 7,1 t. Absolut stößt China mehr als fünfmal so viel aus wie die EU; 1990 lag Chinas Anteil an den weltweiten Emissionen noch bei 11,5 %, der der EU bei rund 15 %.
Fallbeispiel
China und die EU: zwei gegenläufige Kurven (Stand 2025)
China 2025: 15.981 Mio. t CO₂-Äq., 4,3-mal so viel wie 1990; Zuwachs 2025 nur 0,1 % (EDGAR 2026)
EU27 2025: 3.127 Mio. t CO₂-Äq., −35,6 % gegenüber 1990; Anteil weltweit von rund 15 % (1990) auf 5,8 % gesunken
Chinas CO₂ stammte 2025 zu 50,3 % aus der Stromerzeugung und zu 20,4 % aus Industriefeuerungen
Kumuliert seit 1751: China 285 Mrd. t CO₂ (15,4 % der Welt), USA 435 Mrd. t (23,5 %); die EU liegt bei knapp einem Fünftel
Konsumbasiert sinkt Chinas CO₂ von 12,3 auf 10,9 Mrd. t, weil China Waren für den Rest der Welt produziert
Einordnung
Was der Fall zeigt
Pro Jahr liegt ein Mensch in China heute über dem EU-Schnitt, über die Geschichte gerechnet weit darunter. Chinas kumulierte 285 Mrd. t verteilen sich auf rund 1,44 Mrd. Einwohner, das sind rund 200 t je Kopf; in Deutschland kommen auf jeden heutigen Einwohner rund 1.140 t. Ein Teil der chinesischen Emissionen entsteht zudem für Exporte nach Europa: Konsumbasiert sind es 11 % weniger. Für europäische Unternehmen ist das kein Argument zur Entlastung, sondern ein Hinweis auf Scope 3: Vorprodukte aus China tragen wegen des Kohlestroms oft einen höheren Emissionsfaktor als dieselben Produkte aus der EU.
Wer hat historisch am meisten CO₂ ausgestoßen?
Die USA haben seit Beginn der Industrialisierung am meisten CO₂ ausgestoßen: 435 Mrd. t oder 23,5 % aller fossilen CO₂-Emissionen seit 1751. Es folgen China (15,4 %), Russland (6,6 %) und Deutschland (5,1 %). Weltweit summieren sich die fossilen Emissionen seit 1751 auf rund 1.850 Mrd. t CO₂.
Kumulierte CO₂-Emissionen seit 1751 (Stand 2024)
Land
Mrd. t CO₂
Anteil weltweit
USA
435
23,5 %
China
285
15,4 %
Russland
123
6,6 %
Deutschland
95,1
5,1 %
Vereinigtes Königreich
80,1
4,3 %
Indien
66,1
3,6 %
Frankreich
40
2,2 %
Polen
29
1,6 %
Saudi-Arabien
19
1,0 %
Katar
2,6
0,1 %
Deutschland hat rund 1 % der Weltbevölkerung, aber 5,1 % aller CO₂-Emissionen seit 1751 verursacht. Werte: fossiles CO₂ inklusive Zement, ohne Landnutzung. Quelle: Global Carbon Budget 2025 (Andrew und Peters, Datensatz 2025v15), aufbereitet von Our World in Data; Weltsumme eigene Rückrechnung aus Menge und Anteil.
Historische Emissionen sind für das Klima entscheidend, weil CO₂ zu einem großen Teil Jahrhunderte in der Atmosphäre bleibt. Die heutige Erwärmung hängt fast linear von der Summe aller bisherigen CO₂-Emissionen ab. Deshalb verlangt das Pariser Klimaabkommen von Industriestaaten, beim Klimaschutz voranzugehen. Rechnet man die deutschen 95,1 Mrd. t auf die heutigen rund 83,5 Mio. Einwohner um, ergeben sich rund 1.140 t je Kopf, der Weltdurchschnitt liegt bei rund 226 t. Deutschland hat pro Kopf also rund fünfmal so viel zum heutigen CO₂-Bestand beigetragen wie der Durchschnitt.
Wie lange reicht das 1,5-Grad-Budget pro Kopf?
Teilt man das verbleibende 1,5-Grad-Budget gleichmäßig auf alle Menschen auf, hat jeder Mensch ab 2026 noch rund 16 t CO₂. Ein Mensch in Deutschland hat dieses Budget beim heutigen Ausstoß in gut zwei Jahren verbraucht, ein Mensch in Katar in rund viereinhalb Monaten, ein Mensch in Indien in rund sieben Jahren.
goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: Jahre, bis das 1,5-Grad-Budget pro Kopf verbraucht ist
Land
CO₂ je Kopf 2024 (t)
Budget je Kopf (t)
Jahre
Katar
41,3
15,9
0,4
Saudi-Arabien
20,4
15,9
0,8
USA
14,2
15,9
1,1
China
8,7
15,9
1,8
Polen
7,1
15,9
2,2
Deutschland
6,8
15,9
2,3
Welt (Durchschnitt)
4,6
15,9
3,4
Frankreich
4,0
15,9
4,0
Indien
2,2
15,9
7,2
So haben wir gerechnet: Restbudget für 1,5 °C (50 % Wahrscheinlichkeit) von rund 130 Mrd. t CO₂ ab Anfang 2026 (Forster et al., Indicators of Global Climate Change 2025, Juni 2026) geteilt durch rund 8,2 Mrd. Menschen (UN) ergibt 15,9 t je Kopf; mit dem Wert des Global Carbon Project vom November 2025 (rund 170 Mrd. t, Unterschied durch Methode und Datenstand) wären es 20,7 t und für Deutschland rund 3 Jahre; geteilt durch den CO₂-Ausstoß je Kopf 2024 (Global Carbon Budget) ergeben sich die Jahre. Annahmen: gleiche Verteilung auf alle heute lebenden Menschen, gleichbleibender Ausstoß, nur fossiles CO₂; historische Emissionen sind nicht berücksichtigt, mit ihnen wäre das deutsche Budget längst aufgebraucht.
Das deutsche Klimaziel ist pro Kopf fast 1,5-Grad-kompatibel, der deutsche Ausstoß nicht. Der Bericht zur Emissionslücke des UN-Umweltprogramms (UNEP) von 2025 verlangt für 1,5 °C bis 2035 weltweit −55 % gegenüber 2019. Bei rund 59 Mrd. t CO₂-Äq. im Jahr 2019 (IPCC) sind das rund 26,6 Mrd. t oder bei rund 8,8 Mrd. Menschen im Jahr 2035 (UN-Projektion) rund 3 t je Kopf. Deutschland liegt 2025 bei rund 7,8 t, müsste also in zehn Jahren rund 61 % mindern. Der Zielpfad des Klimaschutzgesetzes führt 2035 zu rund 3,5 t je Kopf (Mittelwert der Ziele 2030 und 2040), die Projektion des UBA für 2030 aber nur zu rund 5,6 t statt 5,2 t je Kopf.
Wie viel CO₂ verursache ich persönlich?
Ein Mensch in Deutschland verursacht im Schnitt rund 7,8 t CO₂-Äquivalente auf deutschem Boden; rechnet man die Emissionen importierter Waren hinzu, liegt allein der CO₂-Wert bei rund 9 t pro Jahr. Der persönliche Wert hängt stark von Wohnfläche, Heizung, Mobilität, Flügen und Ernährung ab und kann je nach Lebensstil deutlich darüber oder darunter liegen.
Den konsumbasierten Wert zeigt der Unterschied zwischen 768 Mio. t (inklusive Importen) und 572 Mio. t CO₂ (territorial): Rund ein Viertel der Emissionen, die Menschen in Deutschland verursachen, entsteht im Ausland. Den eigenen Wert berechnet der CO₂-Rechner von goClimate; einzelne Posten lassen sich mit dem CO₂-Rechner für Flugreisen und dem CO₂-Rechner für Lebensmittel abschätzen. Was in den persönlichen Wert einfließt und wie er sich von Länderwerten unterscheidet, erklärt die Seite zum persönlichen CO₂-Fußabdruck.
Als Orientierung dient der 1,5-Grad-Wert von rund 3 t je Kopf im Jahr 2035. Ein einziger Hin- und Rückflug auf der Langstrecke, eine große, gasbeheizte Wohnung oder viel Fleisch lassen den persönlichen Wert schnell darüber steigen. Wie stark der Konsum in Deutschland die Belastungsgrenzen der Erde überschreitet, zeigt auch der Earth Overshoot Day.
Was bedeuten Länderemissionen für Unternehmen?
Für Unternehmen bestimmen die Emissionen der Lieferländer einen großen Teil der eigenen Scope-3-Bilanz. Dasselbe Vorprodukt trägt je nach Herkunftsland einen anderen CO₂-Rucksack, weil Strommix, Effizienz und Energieträger unterschiedlich sind.
Länderspezifische Emissionsfaktoren nutzen: Für Strom, Vorprodukte und Logistik nach Herkunftsland rechnen statt mit einem Weltdurchschnitt. Der Abstand zwischen Frankreich und Polen bei CO₂ je Kopf (4,0 zu 7,1 t) deutet an, wie stark Länderfaktoren auseinanderliegen.
CBAM bei Importen beachten: Seit 1. Januar 2026 gilt der CO₂-Grenzausgleich in der Definitivphase für Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Wasserstoff und Strom aus Drittstaaten. Importeure mit mehr als 50 t CBAM-Waren pro Jahr (bei Wasserstoff und Strom ohne Schwelle) müssen die eingebetteten Emissionen erfassen; die Preisbasis erklärt die Seite zum EU-Emissionshandel.
Standorte vergleichen: Wer in mehreren Ländern produziert, sollte Scope 2 je Standort ausweisen. Ein Werk in einem Land mit kohlelastigem Strom kann bei gleichem Verbrauch ein Vielfaches emittieren.
Kommunikation: Ländervergleiche in Nachhaltigkeitsberichten mit Quelle, Jahr und Abgrenzung (CO₂ oder alle Gase, territorial oder konsumbasiert) angeben, sonst entstehen die Widersprüche, die viele Rankings im Netz enthalten.
Häufige Fragen zum CO₂-Ausstoß weltweit und pro Kopf
Wie viel CO₂ wird weltweit pro Jahr ausgestoßen?
2025 waren es rund 38,1 Mrd. t CO₂ aus fossilen Brennstoffen und Zement, mit Landnutzung rund 42,2 Mrd. t. Alle Treibhausgase zusammen erreichten 54,1 Mrd. t CO₂-Äquivalente, so viel wie nie zuvor.
Welches Land hat den höchsten CO₂-Ausstoß pro Kopf?
Katar, mit rund 41,3 t CO₂ je Einwohner im Jahr 2024. Unter den großen Volkswirtschaften liegen Saudi-Arabien (22,7 t CO₂-Äquivalente 2025), Australien, Kanada, Russland und die USA vorn; der Weltdurchschnitt liegt bei 6,6 t.
Welches Land stößt am meisten CO₂ aus?
China, mit rund 16,0 Mrd. t CO₂-Äquivalenten im Jahr 2025, das sind 29,5 % der weltweiten Emissionen. Es folgen die USA (6,0 Mrd. t), Indien (4,5 Mrd. t) und die EU (3,1 Mrd. t).
Wie viel CO₂ stößt Deutschland pro Kopf aus?
Rund 7,8 t CO₂-Äquivalente je Einwohner im Jahr 2025 nach Inventar des Umweltbundesamts, davon rund 6,8 t CO₂. Rechnet man die Emissionen importierter Waren hinzu, liegt der CO₂-Wert bei rund 9 t pro Kopf.
Welchen Anteil hat Deutschland am weltweiten CO₂-Ausstoß?
Rund 1,2 % der weltweiten Treibhausgase im Jahr 2025, bei rund 1 % der Weltbevölkerung. Historisch hat Deutschland seit 1751 rund 5,1 % aller CO₂-Emissionen verursacht und liegt damit auf Platz 4 hinter den USA, China und Russland.
Wie viel CO₂ darf ein Mensch pro Jahr ausstoßen, um 1,5 Grad einzuhalten?
Für 1,5 °C müssten die weltweiten Emissionen bis 2035 auf rund 3 t CO₂-Äquivalente pro Kopf sinken. Teilt man das verbleibende CO₂-Budget von rund 130 Mrd. t (Forster et al., Juni 2026) gleichmäßig auf, bleiben jedem Menschen ab 2026 insgesamt rund 16 t CO₂.