Fossile Brennstoffe

Seit Beginn der Energiewende wird über sie zunehmend oft und kontrovers diskutiert: fossile Brennstoffe. Welche Brennstoffe respektive Energieträger in diese Rubrik fallen ist vielen ebenso unbekannt wie welche Nachteile den fossilen Brennstoffen anhaften. Der nachfolgende Beitrag erklärt, was fossile Brennstoffe sind und beantwortet zudem diese Fragen:

  • Welche fossilen Energieträger gibt es?
  • Woraus bestehen fossile Brennstoffe und wie sind sie entstanden?
  • Welche Vor- und Nachteile sind bei fossilen Brennstoffen bekannt?
  • Ist Benzin ein fossiler Brennstoff?
  • Welche Produkte entstehen beim Verbrennen fossiler Brennstoffe?
  • Wie lange reichen die fossilen Ressourcen noch?
  • Welche Alternativen zu fossilen Brennstoffen gibt es?

Fossile Brennstoffe – welche werden bis heute genutzt?

Wir gewinnen derzeit Energie immer noch aus diesen Brennstoffen:

  • Kohle – sowohl Steinkohle als auch Braunkohle.
  • Torf.
  • Erdöl und Erdgas.
  • Uran.

Die Wissenschaft nennt diese Energiequellen fossile Brennstoffe oder fossile Energieträger. Charakteristisch für diese Energieträger ist, dass sie ihre Energien bei der Verbrennung freisetzen und Kohlenstoffdioxid an die Luft abgeben – mit Ausnahme von Uran was jedoch dafür radioaktiv strahlt. Der Energieträger Biomasse gewinnt zwar zunehmend an Bedeutung, beispielsweise bei der Erzeugung von Strom, dennoch dominieren aber weltweit die klassischen Ressourcen, auch wenn sie endlich sind.

Fossile Brennstoffe – woraus bestehen diese Energieträger und wie sind sie entstanden?

Kohle, Erdöl, Erdgas und andere fossile Brennstoffe sind in Prozessen entstanden, die Jahrmillionen andauerten und Komprimierung sowie Entwässerung beinhalteten. Diese Energieträger bestehen aus den Rückständen von abgestorbenen Lebewesen und Pflanzen dieser Epochen. Die Entstehung der Steinkohle begann vor etwa 350 Millionen Jahren, Braunkohle hingegen wurde erst von circa 65 Millionen Jahren gebildet. Das heute gewonnene Erdöl und Erdgas entstand vor etwa 100 Millionen Jahren. Bei allen fossilen Energieträgern verlief die Entwicklung ähnlich, jedoch entstanden sie aus verschiedenen Bestandteilen. Rückstände von Pflanzen und Tieren wurden unter Luftabschluss zersetzt und komprimiert. Fossile Brennstoffe bestehen weitestgehend aus Kohlenstoff. Bei der Verbrennung von Kohlenstoff entsteht unter anderem Kohlenstoffdioxid CO2, welcher als schädlich für die Umwelt eingestuft wird.

Kohlekraftwerk

Welche Vor- und Nachteile sind bei fossilen Brennstoffen bekannt?

Fossile Brennstoffe oder Energieträger sind vergleichsweise kostengünstig abbaubar, können effizient gefördert und daher zu niedrigen Preisen verkauft werden. Ökologische Alternativen wie Biomasse befinden sich noch in der Entwicklungsphase und werden erst in absehbarer Zeit preislich mithalten können. Durch die Emissionen von Kohlendioxid bei der Verbrennung belasten diese Brennstoffe allerdings das Klima. Zudem kommt es bei der Förderung von kohlenstoff-haltigen Brennstoffen immer wieder zu Unfällen mit schweren Umweltschäden. Der größte Nachteil der fossilen Energieträger ist jedoch ihre Endlichkeit seitens der Vorkommen.

Wie lange reichen die fossilen Brennstoffe noch?

Wissenschaftler vermuten, dass aus fossilen Ressourcen noch etwa 100 Jahre Energien gewonnen werden können. Bei Kohle (vor allem Steinkohle) wird die Verfügbarkeit auf 130 Jahre geschätzt, bei Erdöl und Erdgas nur auf 50 Jahre. Keine Berechnung bezieht aber die schnell wachsende Weltbevölkerung mit ein, ebenso wenig wie die Entdeckung bislang verborgener Vorkommen. Ein Indiz für die Verknappung von Erdöl könnte sein, dass in den Vereinigten Staaten schon auf Ölsande zugegriffen wird. Der Rohstoff Kohle wird immer noch zur Gewinnung von Energie genutzt, obwohl geringer Heizwert (33 kJ pro Gramm) und vergleichsweise hohe Kohlendioxid-Emissionen dagegensprechen. Von allen Abbauprodukten ist Kohle noch für längere Zeit vorhanden und relativ leicht zu fördern. Erdgas soll nur noch für 60 Jahre verfügbar sein, den heutigen Bedarf vorausgesetzt. Die Vorräte an Braunkohle werden als ausreichend für 340 Jahre definiert. Das mag auf den ersten Blick für Entspannung sorgen. Berücksichtigt werden muss aber der im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen niedrige Brennwert. Die Angaben sind indes keine Fix-Werte, weil innovative Technologien jederzeit neue Vorkommen zutage bringen können.

Ist Benzin ein fossiler Brennstoff?

Im Rahmen der Energiewende wird diese Frage oft diskutiert und von vielen falsch beantwortet. Benzin wird aus einem fossilen Energieträger hergestellt, aus Erdöl. Daher kann Benzin als fossiler Brennstoff bezeichnet werden, auch wenn der enthaltene Kohlenstoff aufgrund der aufwendigen Veredlung nicht direkt sichtbar ist. Beim Verbrennen von Benzin wird in jedem Fall Kohlendioxid freigesetzt.

Welche Alternativen zu fossilen Brennstoffen gibt es?

Weltweit steigt der Energieverbrauch, es ist deshalb an der Zeit, über Alternativen zu den endlichen Brennstoffen nachzudenken. Sinnvolle Energien sind erneuerbar respektive quasi unendlich vorhanden. Dazu zählen:

Die Energie aus Wind

Wind-Energie kann in jeder Region weltweit genutzt werden. Sie wird von Wind-Turbinen gewonnen und in Strom umgewandelt. Der größte Vorteil: kein Verbrennen von kohle-haltigen Stoffen, keine Freisetzung von Kohlenstoffdioxid. Windkraftwerke sind mittlerweile wertvolle Stützen bei der Energieversorgung.

Energie von der Sonne

Sonnenenergie wird von PV-Anlagen und Sonnen-Kollektoren gewonnen. Diese Energien sind unendlich vorhanden und dienen zur Erzeugung von Strom sowie Wärme für Wasser und Heizung. Der wesentliche Vorteil: dezentrale Energie-Gewinnung für private Haushalte ebenso möglich wie für Unternehmen und Energie-Versorger. Wer die Sonne anzapft, muss keine kohlehaltigen Substanzen verbrennen und setzt bei der Nutzung kein Kohlendioxid frei.

Energie aus Wasserkraft

Stauwerke an Flüssen und Seen können riesige Energie-Mengen speichern und kontrolliert als Strom abgeben. Diese Energien sind frei von Kohle respektive Kohlenstoff, unendlich vorhanden und vergleichsweise preiswert nutzbar. Wasserkraft gehört zu den am leichtesten nutzbaren Energieträgern und ist mittlerweile eine solide Stütze der weltweiten Energieversorgung.

Energie aus Geothermie

Geothermiekraftwerke wandeln natürliche Energien mittels Dampfturbinen in Strom um. Sie nutzen dazu die Wärme von unterirdischen Reservoirs und sind von fossilen Energieträgern unabhängig. Fachleute unterscheiden zwischen bodennaher Geothermie und Tiefengeothermie.

Energie aus Biomasse

Biomasse kann als Recycling-Energie bezeichnet werden. Sie wird unter anderem aus Pflanzen, Bioabfall und Reststoffen durch Zersetzung respektive Vergärung gewonnen. Der wichtigste Vorteil: Biomasse ist sehr Kohlendioxid-arm – wenn auch nicht komplett neutral.

Fazit zum Thema Fossile Brennstoffe

Fossile Brennstoffe sind zwar immer noch unverzichtbare Energieträger. Dank der Entwicklung neuer Technologien und dem weltweit gesteigerten Umweltbewusstsein sind ihre Tage jedoch gezählt. Lebensnotwendige Energien können mittlerweile ohne das Verbrennen kohle-haltiger Stoffe erzeugt werden. Das zunehmende Interesse sorgt für ein steigendes Angebot und macht erneuerbare Energien konkurrenzfähig. 🌱

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