Das Pariser Klimaabkommen

Über das Pariser Klimaabkommen wird zwar viel geschrieben und geredet, gleichwohl wissen nur wenige Leute über Zustandekommen und Ziele der Klimakonferenz Bescheid. Was ist beim Übereinkommen von Paris beschlossen worden, wie viele Staaten waren involviert und welche Erfolge haben die Beteiligten am Pariser Klimaabkommen bislang vorzuweisen? Außer den Antworten auf diese Fragen finden Sie im nachfolgenden Beitrag Auskünfte über diese Themen:

  • Was ist das Ziel der Klimakonferenz?
  • Wie funktioniert das Klimaabkommen von Paris?
  • Was sind die Eckpunkte des Pariser Vertrags?
  • Welche Fortschritte haben Staaten bereits mit der Klimaabkommen-Umsetzung gemacht?

Für was steht der Begriff Pariser Klimaabkommen?

Das Abkommen wurde am 12. Dezember 2015 in Paris anlässlich der Internationalen Klimakonferenz beschlossen. 195 Staaten haben im Vorfeld jahrelang intensiv verhandelt und nach Lösungen gesucht, welche den Klimaschutz fördern und CO 2 Emissionen senken. Gegenüber dem Kyoto Protokoll, welches nur einige Länder zu einer umweltfreundlichen Klimapolitik verpflichtete, sind durch das Klimaschutzabkommen von Paris alle daran beteiligten Nationen in der Pflicht. Die Pariser Klimakonferenz sensibilisierte alle Teilnehmer für die Bedrohung durch den Klimawandel und forderte zur weltweiten Reduzierung der CO2 Emissionen auf.

Was waren die Ziele der Klimakonferenz in Paris?

Die Regierungschefs aller beteiligten Staaten sollten zu gemeinschaftlichem Handeln angehalten und zum Finden von geeigneten Lösungen aufgefordert werden. Im Fokus standen das 2-Grad-Ziel und die Folgen des Klimawandels. Das 2-Grad-Ziel bezeichnet den voraussichtlichen Wert der globalen Erderwärmung, welcher durch effektive Maßnahmen deutlich unterschritten werden soll. Jeder teilnehmende Staat muss seit der Unterzeichnung des Abkommens Mittel und Wege finden, mit denen es gelingt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Ebenfalls in Paris wurde beschlossen, dass Industrieländer teilnehmende Entwicklungsländer bei der Umsetzung der vertraglich festgelegten Klima-Ziele mit technologischem Wissen und Geld unterstützen müssen. Denn in die Bekämpfung des Klimawandels sind aus Sicht der UN alle involviert. Die am Übereinkommen von Paris beteiligten Staaten sind ebenso wie die EU gleichzeitig Vertragsparteien der UN Klimarahmenkonvention. UN ist eine englische Abkürzung für die Vereinten Nationen mit Sitz in New York.

Wie sehen die Ziele des Abkommens im Detail aus?

Das 1,5 Grad Ziel

Eigentlich sollte durch das Übereinkommen von Paris die Erderwärmung auf maximal 2 Grad C begrenzt werden. Einige Studien kamen jedoch zu der Annahme, dass 2 Grad Celsius nicht ausreichen, um die Folgen des damit verbundenen Klimawandels in Grenzen zu halten. Überall auf der Welt wurde von enormen Schäden durch Dürren und/oder Extremregen mit Hochwasser und ähnlichen Auswirkungen des Klimawandels berichtet. Angesichts dieser Meldungen wurde im Pariser Klimaabkommen das einstmalige 2-Grad-Celsius-Ziel aufgegeben und durch und durch das 1,5-Grad-Ziel ersetzt.

Bereits vor Beginn der Klimakonferenz in Paris reichten 187 Staaten eigene Pläne zur CO2 Reduzierung bei der UN ein. Diese würden angesichts mangelnder Effizienz zu einer Erderwärmung von mehr als 3 Grad führen. Durch die Unterzeichnung des Pariser Abkommens sind die Länder verpflichtet, unter Berücksichtigung des 1,5 Grad Ziels, geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu finden. Die Bekämpfung der Folgen des von Menschen verursachten Klimawandels kostet viel Geld und zwingt alle Länder der Welt zur Reduzierung der CO2 Emissionen. Wirtschaftlich soll eine Minderung der Treibhausgasemissionen durch eine auf der ganzen Welt erhobene CO2 Steuer finanziert werden. Angesichts der zu erwartenden Folgen bei plus 1,5 Grad Celsius Erderwärmung muss diese Steuer zur Klimafinanzierung für den Einzelnen spürbar sein und in der Summe riesig ausfallen.

Mit welchen Maßnahmen können die Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden?

Das in Paris verworfene 2-Grad-Ziel wäre aus Sicht der Experten mit einer über 66-prozentigen Wahrscheinlichkeit eingehalten worden. Doch damit würde die Klimakrise nur verschoben, aber nicht beseitigt werden. Einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad geben die Forscher nur eine 50 % Chance, sofern nachfolgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Feste Obergrenze für CO2 Emissionen, welche höchstens freigesetzt werden dürfen und einen Risikopuffer von 100 Millionen Tonnen enthalten.
  • Der Einsatz von negativen CO2-Emissionen dürfte die größte Herausforderung für alle Menschen und Entscheidungsträger dieser Welt werden.

Worum geht es dabei?

Bereits in der Atmosphäre befindliches CO2 muss in großem Umfang durch negative Emissionen entfernt werden. Anders lassen sich die im Pariser Klimaabkommen festgelegten Ziele nicht erreichen, meinen immer mehr Wissenschaftler. In der Praxis bedeuten negative CO2 Emissionen Jahr für Jahr drastische Reduzierungen und eine rigorose Klimapolitik. Bis zum Jahr 2030 muss die weltweite Emission von 40 auf 20 Milliarden Tonnen reduziert werden. Weitere 10 Milliarden Tonnen müssen zwischen 2030 und 2040 eingespart werden und noch einmal 5 Milliarden Tonnen bis 2050. Von Staaten und Unternehmen wird Klima-Neutralität als oberstes Gebot der Stunde verlangt, nur dann haben die Klimaschutzziele eine Chance auf Verwirklichung. Gleichwohl wurden die bisherigen Maßnahmen zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 Grad von einem IPPC Sonderbericht als deutlich zu niedrig eingestuft. Den Ausführungen im Bericht entsprechend müssten zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels die CO2 Emissionen um das Doppelte verringert werden.

Von welchen Ländern wurde das in Paris vereinbarte Klimaabkommen unterzeichnet und ratifiziert?

Die Unterzeichnung und Ratifizierung wurde von allen Staaten der Europäischen Union vollzogen. Unterschrieben und ratifiziert haben das Abkommen alle Länder der Welt bis auf einige Staaten in Afrika und im Arabischen Raum. Die Vereinigten Staaten traten unter Präsident Donald Trump 2020 von den Vereinbarungen der Pariser Klimakonferenz zurück. Dessen Nachfolger Joe Biden revidierte den Entschluss jedoch im Jahr 2021 durch eine entsprechende Executive Order. Joe Biden sah in dem Wiederbeitritt eine Chance zur Einigung des US-amerikanischen Volkes.

5 Jahre Klimaabkommen von Paris – was ist bis jetzt passiert?

Anders als das Kyoto-Protokoll verpflichtet das Pariser Abkommen alle teilnehmenden Industrie- und Entwicklungsstaaten zu nationalen Klimaschutz-Maßnahmen, welche alle 5 Jahre überprüft und durch strengere Auflagen ersetzt werden. Die beteiligten Länder müssen die im Abkommen vereinbarten Klimaziele nicht tatsächlich erreichen. Es genügt, wenn die nationale Gesetzgebung auf ein ernsthaftes Bemühen schließen lässt. Seit 2018 gibt es ein Regelwerk zum Pariser Klimaabkommen, welches unter anderem verbindliche Transparenzstandards und Leitlinien festlegt.

Damit können Fortschritte im Kampf gegen den von Menschen gemachten Klimawandel leichter dokumentiert und überprüft werden. Experten meinen zudem, dass bei der Weltklimakonferenz in Paris zwar Fortschritte erzielt und im Abkommen dokumentiert wurden. Die nationalen Selbstverpflichtungen seien aber nicht ausreichend, um das 2-Grad-Ziel oder das 1,5-Grad-Ziel in eine erreichbare Nähe zu rücken. Für viele Fachleute gehen die in Paris beschlossenen Klimaziele nicht weit genug. An Verschärfungen wird seit 2015 intensiv gearbeitet. Die 26. Weltklimakonferenz hätte 2020 in Glasgow stattfinden sollen, sie wurde jedoch aufgrund der anhaltenden Corona-Krise abgesagt.

Nicht zuletzt aus diesem Grund konnten die Außenminister der beteiligten Länder nicht über die nationalen Fortschritte bei der Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels berichten. Fakt ist, dass die Industrieländer jährlich mehr als 100 Milliarden Dollar an die Entwicklungsländer überweisen müssen, damit diese ihre nationale Klimapolitik nebst damit verbundener Verpflichtungen umsetzen können. Die Transferaktion ist bis 2025 befristet, im Anschluss soll eine Klimafinanzierung mit ehrgeizigeren Zielen etabliert werden.

Klima-Neutralität steht bei den Regierungen zunehmend vieler Länder auf der Agenda. Sie soll von:

  • China bis 2060 erreicht werden.
  • Japan, Südkorea und der Europäischen Union bis 2050 realisiert sein.

Der BRD hilft beim Erreichen von 40 % weniger Treibhausgas-Emissionen vermutlich der Covid-19-bedingte Wirtschaftseinbruch. Indes plant die Bundesregierung der EU Vorgabe von 55 % weniger CO2, bis 2030 gerecht zu werden.

Seit der Pariser Klimakonferenz ist seitens Klimaschutz viel Positives passiert, aber es fehlt an innovativen Plänen und deren zeitnaher Umsetzung. Das im Klimaschutzabkommen verankerte Primärziel – die Senkung der wahrscheinlichen Erderwärmung auf 1,5 Grad oder weniger – wird durch die bisherigen Pläne und Anstrengungen der Vertragsparteien vermutlich nicht erreicht. Könnte es daran liegen, das Vereinte Nationen und/oder EU zu wenig Druck auf die involvierten Länder ausüben? Oder ist die Aufgabe einfach nicht in relativ kurzer Zeit zu bewältigen?

Welche Staaten sind die wesentlichen CO2 Emittenten

Die mit Abstand größten CO2 Emissionen sind in China zu registrieren. Insgesamt 14 Gigatonnen Kohlendioxid wurden 2019 vom Reich der Mitte verursacht. Pro Einwohner betrachtet relativiert sich die Angabe auf einen Durchschnittswert von 9,7 Tonnen.

Die Chinesen haben das Pariser Klimaabkommen zwar unterzeichnet und ratifiziert. Allerdings braucht das riesige Land mehr Zeit, um von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umzusteigen. Zudem lässt sich die Regierung in Peking nicht unter Druck setzen.

In den Vereinigten Staaten war die Regierung lange mit nationalen Herausforderungen beschäftigt und hatte für die Auswirkungen des internationalen Klimawandels keine Zeit. Ob die Regierung Biden eine völlig andere Klimapolitik verfolgt als der vorhergehende Präsident, wird die Zukunft zeigen.

Fest steht indes, dass die Vereinigten Staaten mit 6,6 Gigatonnen CO2 im Jahr 2019 zu den größten Luftverschmutzern dieser Erde zählten. Pro Einwohner wurden 20 Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Luft geblasen. Die EU hält sich mit 28 Mitgliedsländern vergleichsweise gut. Insgesamt 4,3 Gigatonnen resultierten 2019 in einer Belastung pro Einwohner von 8,6 Tonnen CO2. Indien ist zwar mit 3,7 Gigatonnen ein ähnlich bedeutendes Luftverschmutzer-Land. Allerdings ist der einzelne Inder nur für 2,7 Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich.

Fazit zum Pariser Klimaabkommen

Das Pariser Klimaabkommen wurde von fast allen Staaten dieser Erde unterzeichnet. Selten waren sich die Menschen und Regierungen so einig wie bei der Bekämpfung des drohenden Klimawandels. Die letzten 5 Jahre zeigten allerdings, dass die meisten Staats-Chefs den Ernst der Lage noch nicht wahrgenommen haben.

Es geht um viel mehr als nur die Einsparung von einigen Millionen Tonnen CO2. Vielmehr muss bereits in der Luft befindliches Kohlendioxid durch negative Emissionen ausgeglichen werden. Das funktioniert zeitnah nur durch konsequente Klima-Neutralität mit dazu gehörender Anpassung aller Wertschöpfungswege. 🌱

Bildquellen

  • Verhandlungstisch-pariser-Klimaabkommen: iStock/tomloel
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