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Die Ressourcen der Erde sind aufgebraucht

Unicef Bericht: Deutschland verbraucht fast drei Erden

Das Innocenti Research Center von Unicef hat eine Studie zum Thema Ressourcenverbrauch in verschiedenen Ländern durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie sind alarmierend: Würde die Weltbevölkerung so viele Ressourcen verbrauchen wie die Bevölkerung in den untersuchten EU- und OECD-Ländern, würden 3,3 Planeten wie die Erde benötigt. Wenn beispielsweise jeder Mensch so viele Ressourcen verbrauchen würde wie die Einwohner von Kanada, Luxemburg und den USA, so würden mindestens 5 Erden benötigt werden. Doch auch in Deutschland ist der Ressourcenverbrauch zu hoch: Der Lebensstil der Deutschen würde im globalen Maßstab 2,9 Erden erfordern.

Die Konsumgewohnheiten der Bürger in den Industrieländern belasten die Ressourcen des Planeten immens. Um den Ressourcenverbrauch mit der Regenerationsfähigkeit des Planeten in Einklang zu bringen, sind radikale Veränderungen erforderlich. Der einzelne Verbraucher muss sich der Auswirkungen seiner Konsumgewohnheiten auf die Umwelt stärker bewusst werden. Darüber hinaus müssen Regierungen und Unternehmen zusammenarbeiten, um nachhaltige Produktions- und Konsummodelle zu entwickeln, die unsere Bedürfnisse befriedigen, ohne die Zukunft unseres Planeten zu gefährden.

Die Deutsche Lebensweise verbraucht 2,9 Erden

Die Art, wie wir leben, hat einen großen Einfluss auf die Umwelt. Der durchschnittliche deutsche Lebensstil würde 2,9 Erden erfordern, wenn man ihn global aufrechterhalten würde. Dies bedeutet, dass unser Ressourcenverbrauch zu hoch ist.

Im Vergleich dazu haben weniger wohlhabende Länder in Lateinamerika und Europa einen viel geringeren Einfluss auf den Gesamtzustand des Planeten. An der Spitze der aus der Unicef Studie resultierenden Länderrangliste stehen Spanien, Irland und Portugal. Diese drei Länder tragen weniger zu den globalen Umweltproblemen bei. Deutschland liegt im oberen Drittel der Rangliste, auf Platz 9.

Um unsere Umweltauswirkungen zu verbessern, müssen wir unseren Lebensstil ändern und weniger Ressourcen verbrauchen. Dies kann durch individuelle Entscheidungen geschehen, wie Recycling und weniger Wasserverbrauch, oder durch größere Veränderungen, wie Investitionen in erneuerbare Energiequellen. Wie auch immer der Ansatz aussieht, es ist klar, dass wir etwas tun müssen, um unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren und unseren Planeten zu schützen.

Natürlicher Klimawandel und seine Auswirkungen

Unicef: Reiche Länder schneiden schlecht ab und verbrauchen viele Ressourcen

Der aktuelle Bericht von UNICEF zeichnet ein klares Bild der Ungleichheit zwischen reichen und armen Ländern: Reiche länder schneiden schlecht ab! Die Studie ergab, dass reiche Länder unverhältnismäßig viele Ressourcen verbrauchen, während armen Ländern oft nur wenig bleibt, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Außerdem sind die armen Länder nicht nur stärker vom natürlichen Klimawandel betroffen, sondern auch vom menschengemachten Klimawandel, dessen Hauptverursacher wiederum die reichen Länder sind.

Der Bericht hebt auch einen anderen Bereich hervor, in dem die reichen Länder versagen: die Kinderfürsorge. Obwohl reiche Länder über wesentlich mehr Ressourcen verfügen, schneiden sie bei wichtigen Indikatoren für das Wohlergehen von Kindern oftmals schlechter ab als arme Länder. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer gerechteren Verteilung der Ressourcen zwischen reichen und armen Ländern.

Für unsere Kinder sollten wir den Auftrag verfolgen nachhaltiger zu leben. Wir Deutsche verbrauchen fast drei Erden und damit sind wir weder Vorbilder für andere Länder und Nationen, noch für unsere zukünftigen Generationen. Eine Sache, die sich dringend ändern muss!

Hohe CO2-Emissionen und zu viel Elektroschrott in reichen Ländern

Der Unicef-Bericht stellt fest, dass viele OECD- und Länder der Europäischen Union, obwohl sie zu den reichsten Ländern der Welt gehören, enorm hohe Kohlendioxidemissionen aufweisen und große Mengen an Elektroschrott produzieren. Zwar wurden in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt, wie etwa die Ratifizierung des Pariser Abkommens, aber es muss noch viel mehr getan werden. Vor allem die reichen Länder müssen die Verantwortung für ihre Auswirkungen auf die Umwelt übernehmen und daran arbeiten, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.

Die Welt geht unter

Kindgerechte Umgebung vs ökologischer Fußabdruck

Es ist auffallend, dass einige der reichsten Länder der Welt auch diejenigen sind, die den größten Einfluss auf die globale Umwelt haben. Gemessen an den CO2-Emissionen, der Produktion von Elektroschrott und dem Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch haben diese Länder einen ernsthaften negativen Einfluss auf unseren Planeten.

Gleichzeitig sind sie im internationalen Vergleich die Schlusslichter, wenn es darum geht, eine gesunde Umwelt für Kinder zu schaffen. Das bedeutet, dass sie es nicht nur versäumen, den Planeten für künftige Generationen zu schützen, sondern dass sie auch direkt ihre eigenen Kinder und Kinder in anderen Teilen der Welt gefährden. Dies ist ein zutiefst beunruhigender Zustand, und es ist klar, dass etwas getan werden muss, um ihn zu ändern.

Hierzu äußerte sich Gunilla Olsson, die Direktorin von Innocenti wie folgt:

„Die Mehrheit der reichen Länder schafft es nicht, innerhalb ihrer Grenzen eine gesunde Umgebung für alle Kinder zu schaffen und trägt darüber hinaus zur Zerstörung der Lebensräume von Kindern in anderen Teilen der Welt bei.“

Auf der anderen Seite sieht Olsson aber auch folgende Problematik:

„In einigen Fällen stellen wir fest, dass Staaten, die im Land eine relativ gesunde Umgebung für Kinder bieten, gleichzeitig zu den größten Produzenten von Schadstoffen gehören, die die Umwelt von Kindern in anderen Ländern zerstört.“

Luftverschmutzung

Wie viele Erden brauche ich?

Wie viele Erden brauche ich? Die Antwort auf diese Frage hängt von persönlichen Konsumgewohnheiten, dem Lebensstil und dem daraus resultierenden persönlichen Jahresverbrauch an Ressourcen ab. Wenn eine Person zum Beispiel nur exakt das verbraucht, was sie zum Leben braucht, so ist der persönliche „Erdverbrauch“ viel geringer als wenn dieselbe Person jedoch einen konsumintensiven Lebensstil pflegt. So würde sich der „Erdverbrauch“ global hochgerechnet auf mehrere Erden erhöhen, um diesen Lebensstil aufrechtzuerhalten.

Um unsere Auswirkungen auf den Planeten zu verringern, müssen wir Wege finden, weniger zu verbrauchen und nachhaltiger zu leben. Eine Möglichkeit, dies zu tun, besteht darin, sich den eigenen Konsumgewohnheiten bewusst zu werden und diese aktiv zu verbessern. Hier ist es besonders hilfreich, wenn man konkrete Zahlen und Fakten vor Augen hat. Ein Tool, das hier weiterhelfen kann, ist ein CO2 Rechner.

Das Global Footprint Network stellt einen Rechner zur Verfügung, mit dem man seinen eigenen Earth Overshoot Day und die persönliche Menge an erforderlichen Erden berechnen kann. Hier geht es zum Footprint Calculator.

Erden-Verbrauch im Laufe der Zeit

In den letzten 5 Jahren zeigt sich eine leicht ansteigende, in Summe aber recht stabile und aktuell eher stagnierende Entwicklung des globalen Erdverbrauchs. Hier die Werte im Detail:

JahrErdverbrauch
20171,71
20181,74
20191,74
20201,56
20211,74

Quellen:
https://taz.de/Earth-Overshoot-Day-2017/!5432010/
https://web.de/magazine/wissen/natur-umwelt/erdueberlastungstag-rest-jahres-lebt-menschheit-pump-33885530
https://www.overshootday.org/newsroom/past-earth-overshoot-days/
https://www.overshootday.org/content/uploads/2020/06/Earth-Overshoot-Day-2020-Calculation-Research-Report.pdf
https://www.overshootday.org/2021-calculation/

Der Rückgang des Erdverbrauchs im Jahr 2020 ist durch die Corona Pandemie und den damit zusammenhängenden Rückgang der Weltwirtschaft zu erklären.

Dürre vs Wiese

Ökologische Fußabdrücke prüfen

Auf goClimate können Sie ganz einfach mit einem unserer Rechner Ihren persönlichen CO2 Ausstoß und den damit zusammenhängenden CO2 Fußabdruck berechnen und erhalten somit eine Reihe an Anhaltspunkten, wie Sie ihre CO2 Bilanz verbessern können.

Diese Rechner stellen wir für Sie zur Verfügung:

Wir haben zumdem unterschiedliche Ressorts mit diversen Artikel rund um die Themen Umweltschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. In diesen Artikeln behandeln wir diese Themen sowohl kompakt als auch umfassender – jeweils mit individueller Lesedauer, genau passend für den Leser. 🌱

Bildquellen

  • Ressourcen-der-Erde-sind-aufgebraucht-min: iStock/Ekaterina_Simonova
  • natuerlicher-klimawandel-ausgetrocknet: iStock/appledesign
  • Global-Disaster: iStock/BenGoode
  • Duerre-vs-Wiese: iStock/leolintang