Glossar

Heizung und CO₂: Wie viel stoßen Gas, Öl, Wärmepumpe und Pellets aus?

CO₂-Ausstoß je Heizung: g je kWh Wärme und t pro Jahr für Gas, Öl, Wärmepumpe, Pellets, Fernwärme im Musterhaus, CO₂-Kosten 2026–2028. Stand 10/2026.

Von Johanna Jung · aktualisiert am · 13 Min. Lesezeit

Kurz erklärt

Der CO₂-Ausstoß einer Heizung ist die Menge CO₂, die beim Erzeugen von Raumwärme und Warmwasser entsteht: direkt im Kessel beim Verbrennen von Gas, Öl oder Holz oder indirekt im Kraftwerk, das den Strom für die Wärmepumpe liefert. Er hängt vom Energieträger, von der Effizienz der Anlage und vom Wärmebedarf des Gebäudes ab.

Erdgas je kWh laut Gasrechnung
181 g CO₂Brennwert; je kWh Heizwert 201 g (UBA)
Luft-Wärmepumpe im Altbau je kWh Wärme
rund 101 g CO₂JAZ 3,4 (Fraunhofer ISE), Strommix 2025, eigene Rechnung
Musterhaus mit Gasheizung
3,62 t CO₂ pro Jahr140 m², 20.000 kWh laut Gasrechnung

Wie entsteht der CO₂-Ausstoß einer Heizung?

Der CO₂-Ausstoß einer Heizung entsteht auf zwei Wegen: direkt, wenn ein Kessel Erdgas, Heizöl, Flüssiggas oder Holz verbrennt, und indirekt, wenn eine Wärmepumpe, eine Stromdirektheizung oder ein Fernwärmenetz Energie aus Kraftwerken bezieht. Entscheidend für den Vergleich ist die CO₂-Menge je Kilowattstunde Wärme, die tatsächlich im Raum ankommt.

Dafür braucht es drei Größen. Erstens den Emissionsfaktor des Energieträgers je kWh Endenergie, also je kWh Gas, je Liter Öl oder je kWh Strom. Zweitens die Effizienz: Ein Gas-Brennwertkessel macht aus 100 kWh Gas laut Rechnung rund 90 kWh Wärme, eine Luft-Wärmepumpe im Altbau aus 100 kWh Strom im Mittel rund 340 kWh Wärme. Drittens den Wärmebedarf des Gebäudes, der von Fläche, Dämmung und Nutzerverhalten abhängt.

Bei Erdgas kommt eine Besonderheit hinzu. Gasrechnungen weisen kWh nach Brennwert aus; Emissionsstatistiken rechnen meist mit dem Heizwert. Der Brennwert enthält zusätzlich die Wärme aus dem kondensierenden Wasserdampf im Abgas und ist für Erdgas rund 11 % höher. Deshalb gilt für die Gasrechnung ein Faktor von 181 g CO₂ je kWh, für Statistiken auf Heizwertbasis 201 g. Heizöl wird in Litern abgerechnet: Ein Liter Heizöl EL liefert rund 10 kWh und verursacht rund 2,7 kg CO₂.

Holz und Pellets setzen beim Verbrennen ebenfalls CO₂ frei, rund 0,4 kg je kWh Brennstoff. Dieses CO₂ ist biogen und wird in Klimabilanzen getrennt ausgewiesen, weil es im Kreislauf bleibt, solange der Wald nachwächst. Warum das nicht dasselbe ist wie null, erklärt die Seite zu den CO₂- und Feinstaubemissionen der Holzverbrennung.

Womit heizt Deutschland?

Gut die Hälfte der deutschen Wohnungen wird mit Erdgas beheizt: Laut Zensus 2022 nutzten 53,9 % der Wohnungen überwiegend Erdgas, knapp ein Viertel Heizöl, 10,2 % erneuerbare Energien und 4,2 % eine Wärmepumpe. Insgesamt gab es Ende 2025 rund 44,0 Mio. Wohnungen.

Die Erhebung „Wie heizt Deutschland?“ des Energieverbands BDEW grenzt anders ab, nach der Beheizungsstruktur des Wohnungsbestands, und weist auch die Fernwärme aus. Beide Statistiken sind nicht direkt vergleichbar und werden hier getrennt gezeigt.

Beheizung des Wohnungsbestands laut BDEW-Erhebung 2019 und 2023
Energieträger20192023
Erdgas49,7 %54,8 %
Heizöl25,6 %19,2 %
Fernwärme13,9 %15,4 %
Strom (Wärmepumpe und Direktheizung)4,8 %6,0 %
Sonstige (u. a. Holz, Pellets)6,1 %4,6 %

Erdgas und Heizöl beheizten 2023 zusammen drei Viertel der 42,2 Mio. erfassten Wohnungen; Wärmepumpen sind in der Kategorie Strom enthalten und nicht gesondert ausgewiesen. Quelle: BDEW, Statusreport Wärme (10.07.2026), Daten „Wie heizt Deutschland?“ 2023; Balken proportional zu 2023.

Der Bestand ändert sich langsam. 2025 wurden laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie rund 299.000 Wärmepumpen verkauft, erstmals mehr als Gasheizungen, bei insgesamt rund 627.000 Wärmeerzeugern. Wie sich der Heizungsmarkt und die Regeln seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz entwickeln, beschreibt die Seite zur Dekarbonisierung von Gebäuden und dem Heizungsmarkt 2025.

Wie viel CO₂ verursacht jede Heizungsart je kWh Wärme?

Je kWh Wärme im Raum verursacht eine Ölheizung rund 296 g CO₂, eine Gasheizung rund 201 g und eine Luft-Wärmepumpe im Altbau mit dem Strommix 2025 rund 101 g. Die Stromdirektheizung liegt mit 344 g am höchsten, Pellets liegen bilanziell mit rund 40 g am niedrigsten.

CO₂ je kWh Endenergie und je kWh Nutzwärme nach Heizungsart
Heizungg CO₂ je kWh EndenergieEffizienz (Annahme)g CO₂ je kWh Nutzwärme
Stromdirektheizung344 (Strom)100 %344
Ölheizung266 (Heizwert)90 %296
Fernwärme, Pauschalwert280 (geliefert)entfällt280
Flüssiggasheizung23990 %266
Gasheizung181 (laut Gasrechnung)90 %201
Fernwärme München (SWM, Carnot)119 (geliefert)entfällt119
Luft-Wärmepumpe, JAZ 3,4344 (Strom)340 %101
Erdwärmepumpe, JAZ 4,3344 (Strom)430 %80
Pelletheizung (mit Vorkette, ohne biogenes CO₂)3690 %40

Eine Wärmepumpe halbiert mit dem heutigen Strommix den CO₂-Ausstoß je kWh Wärme gegenüber Gas und drittelt ihn gegenüber Öl. Quellen: Umweltbundesamt (Strommix 2025: 344 g; Heizöl 266 g; Erdgas 181 g Brennwert bzw. 201 g Heizwert), Fraunhofer ISE (JAZ, 03.11.2025), KfW-Infoblatt CO₂-Faktoren (Flüssiggas, Pellets, Fernwärme-Pauschalwert, Stand 24.10.2024), SWM-Zertifikat (22.06.2026); Nutzwärme eigene Rechnung (Faktor ÷ Effizienz). Der Gas-Nutzungsgrad von 90 % bezieht sich auf den Brennwert; dass dabei wieder 201 g herauskommen, ist Zufall und nicht der Heizwert-Faktor. Strom ohne Vorkette; mit Vorkette (406 g) liegt die Luft-Wärmepumpe bei rund 119 g.

Zwei Zeilen brauchen Einordnung. Fernwärme hat keinen bundesweiten Durchschnittswert: Der Pauschalwert von 280 g gilt für Förderanträge, einzelne Netze liegen weit darunter, und dasselbe Münchner Netz weist je nach Berechnungsmethode 0 oder 119 g aus. Den Faktor Ihres Netzes nennt der Versorger; Hintergründe stehen auf der Seite zur Dekarbonisierung der Fernwärme und ihren Emissionsfaktoren. Bei Erdgas fehlt in der Tabelle die Vorkette: Methanverluste bei Förderung und Transport erhöhen die Klimawirkung, wie die Seite zu den Emissionen von Erdgas und dem Methanschlupf zeigt.

Wie viel CO₂ stößt eine Heizung im Einfamilienhaus pro Jahr aus?

In einem Einfamilienhaus mit 140 m² und 20.000 kWh Gas laut Rechnung verursacht die Gasheizung 3,62 t CO₂ im Jahr. Dieselbe Wärme kostet mit einer Luft-Wärmepumpe 1,82 t, mit einer Ölheizung 5,32 t und mit Pellets bilanziell 0,72 t.

goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: CO₂ pro Jahr im Musterhaus (140 m², 18.000 kWh Nutzwärme)
HeizungEnergieeinsatz pro Jahrt CO₂ pro Jahrim Vergleich zu Gas
Stromdirektheizung18.000 kWh Strom6,19 +71 %
Ölheizung2.000 l (20.000 kWh Heizwert)5,32 +47 %
Fernwärme, Pauschalwert 280 g18.000 kWh Wärme5,04 +39 %
Flüssiggasheizung20.000 kWh4,78 +32 %
Gasheizung20.000 kWh laut Gasrechnung3,62 Referenz
Fernwärme München, 119,1 g18.000 kWh Wärme2,14 −41 %
Luft-Wärmepumpe, JAZ 3,1 (schwächeres Mittel 2019)5.806 kWh Strom2,00 −45 %
Luft-Wärmepumpe, JAZ 3,45.294 kWh Strom1,82 −50 %
Erdwärmepumpe, JAZ 4,34.186 kWh Strom1,44 −60 %
Pelletheizung (bilanziell, ohne biogenes CO₂)20.000 kWh Pellets0,72 −80 %

So haben wir gerechnet: Musterhaus mit 140 m² Wohnfläche und 20.000 kWh Erdgas laut Gasrechnung, also 142,9 kWh je m²; bei 90 % Nutzungsgrad ergibt das 18.000 kWh Nutzwärme, die jede Heizung liefern muss. Gas 20.000 × 0,181 kg; Öl und Flüssiggas 20.000 kWh × 0,266 bzw. 0,239 kg (90 % Nutzungsgrad auf Heizwertbasis); Pellets 20.000 × 0,036 kg; Fernwärme 18.000 × 0,280 bzw. 0,1191 kg; Wärmepumpe 18.000 kWh ÷ JAZ × 0,344 kg; Direktheizung 18.000 × 0,344 kg. Strom ohne Vorkette (mit Vorkette, 406 g: Wärmepumpe JAZ 3,4 rund 2,15 t), ohne Ökostromtarif und ohne Methanschlupf. Quellen wie Tabelle oben; Prozentwerte aus ungerundeten Werten.

Das Musterhaus liegt laut Heizspiegel 2026 mit 142,9 kWh je m² im Bereich „erhöht“ (Erdgas, Gebäude mit 80 bis 150 m²: 128 bis 220 kWh je m²), also bei einem typischen, nur teilweise sanierten Bestandsgebäude. Die Werte passen zu einer Fremdrechnung von co2online, die für eine 70-m²-Wohnung 2,1 t CO₂ mit Gas, 2,8 t mit Öl und 0,9 t mit Wärmepumpe angibt. Je Kopf entfallen in Deutschland im Mittel 49,5 m² Wohnfläche (Ende 2025); bei 25,9 kg CO₂ je m² im gasbeheizten Musterhaus sind das rund 1,3 t CO₂ je Person und Jahr allein für die Heizung.

Wie klimafreundlich ist eine Wärmepumpe im Altbau?

Eine Wärmepumpe ist auch im Altbau klimafreundlicher als eine Gasheizung: In Feldmessungen des Fraunhofer ISE erreichten Luft-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdwärmepumpen von 4,3. Mit dem Strommix 2025 sind das rund 101 bzw. 80 g CO₂ je kWh Wärme.

Fallbeispiel

Fraunhofer ISE, Freiburg: Wärmepumpen im Bestand gemessen (Projekt „WP-QS im Bestand“, abgeschlossen 2025)

  • 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden, davon 61 Luft-Wasser- und 16 Sole-Wasser-Geräte, über vier Jahre detailliert vermessen; Gebäude mit Baujahren von 1826 bis 2001, überwiegend Ein- bis Dreifamilienhäuser, im Mittel 170 m² beheizte Fläche; 51 % der vor 1977 gebauten Häuser mit nachträglich gedämmter Fassade, bundesweit 30 % (Fraunhofer ISE, 03.11.2025)
  • Jahresarbeitszahl Luft-Wasser im Mittel 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9), Sole-Wasser 4,3 (3,6 bis 5,4); im Vorgängerprojekt „WPsmart im Bestand“ (Messjahr 2018/2019, 41 Anlagen) waren es 3,1 und 4,1 (Fraunhofer ISE, 27.07.2020)
  • CO₂-Einsparung gegenüber einem Gaskessel laut Fraunhofer: 64 % mit viertelstündlichen Emissionsfaktoren des Stromnetzes 2024, 68 % mit dem Jahresmittel
  • Kein Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz; ausreichend große Heizkörper arbeiten im Mittel bei ähnlich niedrigen Temperaturen wie Fußbodenheizungen
Einordnung

Was der Fall zeigt

Im Altbau entscheidet nicht das Baujahr über die Klimabilanz der Wärmepumpe, sondern die Planung. Selbst die schwächste gemessene Luft-Wärmepumpe (JAZ 2,6) liegt mit rund 132 g CO₂ je kWh Wärme unter der Gasheizung mit rund 201 g. Gegenüber dem Vorgängerprojekt stieg die mittlere Arbeitszahl der Luft-Geräte um 0,3; im Musterhaus spart das rund 0,18 t CO₂ im Jahr. Mit den Faktoren dieser Seite (Strommix 2025, Gas 181 g laut Gasrechnung, 90 % Nutzungsgrad) ergibt sich eine Einsparung von rund 50 % statt der 64 bis 68 % von Fraunhofer; die Differenz zeigt, wie stark das Ergebnis von den angesetzten Faktoren abhängt, nicht dass eine Rechnung falsch ist. Der Fall zeigt nicht, was Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern oder mit sehr kleinen Heizkörpern leisten; die Stichprobe umfasst vor allem Ein- bis Dreifamilienhäuser mit überdurchschnittlich oft gedämmter Fassade.

Neben dem Strom zählt das Kältemittel. Viele Geräte arbeiten mit R-32, das über 100 Jahre 771-mal so stark wärmt wie CO₂ (IPCC AR6). Entweichen bei einem Leck 1,5 kg (Annahme für ein Einfamilienhausgerät), entspricht das rund 1,2 t CO₂-Äquivalenten, gut einem halben Jahr Betrieb der Wärmepumpe im Musterhaus. Die EU-F-Gas-Verordnung erlaubt in kleinen Monoblock-Geräten bis 12 kW ab 2027 nur noch Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial unter 150; Hersteller stellen auf Propan (R-290) um. Welche Gase dahinterstehen, erklärt die Seite zu den Treibhausgasen und ihrem Treibhauspotenzial. Was der Heizungstausch kostet und wie er gefördert wird, steht auf der Seite zur Heizungsförderung 2026; die KfW nennt eine Förderung von bis zu 80 % (Stand 21.07.2026).

Was bringt eine Hybridheizung aus Gaskessel und Wärmepumpe?

Eine Hybridheizung senkt den CO₂-Ausstoß gegenüber einer reinen Gasheizung um rund ein Drittel, eine reine Wärmepumpe um rund die Hälfte. Die Wärmepumpe deckt dabei den Großteil der Wärme, der Gaskessel springt an kalten Tagen ein.

Fallbeispiel

Niederlande: Hybridwärmepumpe als Standard angekündigt, gestrichen, neu geplant (2022 bis Oktober 2026)

  • 17. Mai 2022: Die Regierung kündigt an, dass beim Austausch einer Gasheizung ab 2026 mindestens eine Hybridwärmepumpe Standard wird (Volkshuisvesting Nederland)
  • 31. Oktober 2024: Das Kabinett Schoof sieht von der vorgesehenen Normierung von Heizungsanlagen ab 2026 ab (Rijksoverheid)
  • 7. Oktober 2026: Die neue Regierung macht „slimme en hybride warmtepompen“ ab 2029 zum Standard beim Austausch des Gaskessels, für Wohnungen ohne Anschluss an ein Wärmenetz; die Geräte müssen netzdienlich steuerbar sein (Rijksoverheid)
  • Laut Regierung verbraucht eine Wohnung mit (Hybrid-)Wärmepumpe im Mittel 65 % weniger Gas und stößt gut 30 % weniger CO₂ aus; die Fachpresse nennt eine Untersuchung Anfang 2027 und die Änderung der Bauvorschriften Mitte 2028 (Rijksoverheid, 07.10.2026; Solar Magazine, 08.10.2026)
Einordnung

Was der Fall zeigt

Übertragen auf das Musterhaus ergibt die niederländische Angabe ein ähnliches Bild: 65 % weniger Gas heißt 7.000 kWh Gas (1,27 t CO₂), die Wärmepumpe liefert 11.700 kWh Wärme mit 3.441 kWh Strom (1,18 t bei JAZ 3,4), zusammen 2,45 t oder 32 % weniger als mit Gas allein. Die reine Wärmepumpe kommt auf 1,82 t. Die Hybridwärmepumpe ist damit eine Brücke, kein Ziel. Sie passt dort, wo Heizkörper oder Dämmung eine reine Wärmepumpe noch nicht zulassen. Der Fall zeigt außerdem, was wechselnde Vorgaben kosten: Zwischen Ankündigung und Pflicht liegen sieben Jahre statt vier. In Deutschland erfüllen Hybridheizungen die Bio-Treppe des Gebäudemodernisierungsgesetzes unter Bedingungen. Der Fall zeigt nicht, wie sich der Markt in den Niederlanden seit 2024 tatsächlich entwickelt hat; dafür fehlen amtliche Absatzzahlen in den Quellen.

Wie stark senken Dämmung und hydraulischer Abgleich den CO₂-Ausstoß?

Weniger Wärmebedarf senkt den CO₂-Ausstoß jeder Heizung im gleichen Verhältnis: Käme das gasbeheizte Musterhaus vom Bereich „erhöht“ auf die Grenze zu „mittel“ im Heizspiegel (127 kWh je m²), sänken die Emissionen von 3,62 auf 3,22 t; auf dem Niveau „niedrig“ (65 kWh je m²) wären es 1,65 t.

Heizspiegel 2026: Verbrauchsklassen für Gebäude mit 80 bis 150 m² (kWh je m² und Jahr)
Heizungniedrigmittelerhöhtzu hoch
Erdgasbis 65bis 127bis 220ab 221
Heizölbis 106bis 176bis 280ab 281
Fernwärmebis 42bis 96bis 202ab 203
Wärmepumpe (Strom)bis 19bis 36bis 77ab 78
Holzpelletsbis 74bis 152bis 259ab 260

Mit den Grenzwerten können Sie Ihren Verbrauch aus der Heizkostenabrechnung je m² einordnen; das Musterhaus liegt mit 142,9 kWh Gas je m² im Bereich „erhöht“. Quelle: co2online und Deutscher Mieterbund, Heizspiegel für Deutschland 2026 (Abrechnungsjahr 2025), Stand September 2026.

Dämmung wirkt doppelt, wenn danach eine Wärmepumpe folgt: Sie senkt den Bedarf und erlaubt niedrigere Vorlauftemperaturen, was die Jahresarbeitszahl erhöht. Im Musterhaus auf dem Niveau „niedrig“ käme eine Luft-Wärmepumpe mit JAZ 3,4 auf rund 0,83 t CO₂ im Jahr. Schon ohne Bauarbeiten verteilt ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage die Wärme gleichmäßig auf alle Heizkörper, sodass Kessel oder Wärmepumpe mit niedrigerer Temperatur arbeiten können.

Was kostet der CO₂-Preis je Heizungsart von 2026 bis 2028?

Der CO₂-Preis allein entscheidet die Heizungswahl 2026 nicht: Er kostet im gasbeheizten Musterhaus 237 bis 280 € im Jahr, rund 10 bis 12 % der Gasrechnung. Mit Öl sind es 350 bis 414 €; Pellets und Wärmepumpe tragen keinen Aufschlag nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz.

goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: CO₂-Preis pro Jahr im Musterhaus (brutto inkl. 19 % MwSt.)
Heizungt CO₂ nach BEHG-Standardwert2026: 55–65 €/t2027: 55–65 €/t (Entwurf)ab 2028, Szenario 100 €/tAnteil Vermieter bei Miete
Ölheizung, 2.000 l5,35350–414 €350–414 €637 € 60 %
Flüssiggasheizung, 1.565 kg4,72309–365 €309–365 €561 € 50 %
Gasheizung, 20.000 kWh laut Gasrechnung3,62237–280 €237–280 €431 € 30 %
Pelletheizungnicht erfasst0 €0 €0 €entfällt
Wärmepumpe, Stromdirektheizungnicht erfasstkein Aufschlagkein Aufschlagkein Aufschlagentfällt
Fernwärmebeim Erzeugerim Wärmepreisim Wärmepreisim Wärmepreisentfällt

So haben wir gerechnet: Menge × gesetzlicher Standardwert der EBeV 2030 × Preis × 1,19. Gas 0,181 kg je kWh laut Gasrechnung; Heizöl EL 2,676 kg je Liter (2.000 l, rund 10 kWh je Liter); Flüssiggas 3,013 kg je kg (20.000 kWh ÷ 12,78 kWh je kg = 1.565 kg). Die BEHG-Werte für Öl und Flüssiggas weichen um weniger als 1,5 % von den physikalischen Werten der Tabelle oben ab. Vermieteranteil nach dem Stufenmodell des CO2KostAufG bei 140 m²: Gas 25,9 kg je m², Öl 38,2 kg, Flüssiggas 33,7 kg. Holz unterliegt nicht dem BEHG; Strom und große Fernwärmeanlagen sind im EU-Emissionshandel, dessen Kosten im Strom- bzw. Wärmepreis stecken. Die 100 € sind ein Rechenszenario, keine Prognose. Quellen: EBeV 2030, BEHG, CO2KostAufG, BDEW (Gaspreis 11,93 ct je kWh, Ø 2026).

Auch die Wärmepumpe trägt indirekt einen CO₂-Preis, weil Kraftwerke im EU-Emissionshandel Zertifikate kaufen. Bewertet man ihre 1,82 t mit dem Stichtagspreis von 82,40 € je Tonne (5. Oktober 2026), steckten rechnerisch rund 150 € netto im Strom; tatsächlich bildet sich der Strompreis am teuersten laufenden Kraftwerk, die Zahl zeigt nur die Größenordnung. Für Mieter gilt bei Gas und Öl das Stufenmodell: Im Musterhaus trägt der Vermieter bei Gas 30 %, bei Öl 60 % der CO₂-Kosten. Wie der CO₂-Preis entsteht und wie sich Mieter und Vermieter ihn teilen, beschreibt die Seite zum CO₂-Preis auf Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe.

Was bedeutet der Heizungsvergleich für Unternehmen?

Für Unternehmen gehört die eigene Gas-, Öl-, Flüssiggas- oder Pelletheizung zu Scope 1 der Klimabilanz, eingekaufte Fernwärme und der Strom einer Wärmepumpe zu Scope 2. Ein Heizungswechsel verschiebt Emissionen also zwischen den Scopes und senkt sie insgesamt.

  • Faktoren richtig wählen: Für die Bilanz nach GHG Protocol den Gasverbrauch laut Rechnung mit 181 g je kWh (Brennwert) oder den Heizwert-Verbrauch mit 201 g ansetzen, nie mischen. Die Pauschalwerte des KfW- und BAFA-Infoblatts (Erdgas 0,201 kg, Heizöl 0,266 kg, Fernwärme 0,280 kg je kWh) sind für Förderanträge gedacht, nicht für die Bilanz.
  • Scope 2: Wärmepumpenstrom standortbasiert mit dem Strommix (344 g) und marktbasiert mit dem Faktor des Stromvertrags ausweisen; Fernwärme mit dem versorgerspezifischen Faktor samt Methode. Die Logik beider Ansätze erklärt die Seite zu Scope 1, 2 und 3 in der Klimabilanz.
  • Kältemittel: Nachgefüllte Kältemittelmengen aus Wartungsprotokollen gehören als Leckage-Emissionen in Scope 1.
  • Pellets: Biogenes CO₂ getrennt ausweisen, in Scope 1 nur Methan und Lachgas.
  • Kosten: Ein Betrieb mit 500.000 kWh Gas laut Rechnung verursacht 90,5 t CO₂ und zahlt dafür 2026 rund 4.980 bis 5.880 € netto CO₂-Preis. Bei gemieteten Gewerbeflächen teilen sich Mieter und Vermieter diese Kosten hälftig.

Wie verändert sich der CO₂-Vergleich der Heizungen bis 2040?

Der Abstand zwischen Wärmepumpe und Gasheizung wächst, weil der Strommix mit jedem neuen Wind- und Solarpark sauberer wird, während eine Gasheizung bei fossilem Gas ihren Faktor behält. Sänke der Strommix etwa auf 250 g je kWh (Rechenbeispiel), käme die Luft-Wärmepumpe mit JAZ 3,4 auf rund 74 g je kWh Wärme.

Neue Gas- und Ölheizungen müssen nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz ab 2029 steigende Anteile Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff nutzen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Rechnet man den Bioanteil mit null, sinkt der fossile CO₂-Ausstoß einer neuen Gasheizung im Musterhaus von 3,62 t auf 3,26 t (2029) und 1,45 t (2040); ob genug Biomethan verfügbar ist und was es kostet, ist offen. Wärmenetze müssen nach dem Wärmeplanungsgesetz bis 2030 zu 30 % mit erneuerbarer Wärme oder Abwärme gespeist werden. Bis 2045 soll Deutschland nach dem Klimaschutzgesetz netto treibhausgasneutral sein; für Heizungen verlangt die Bundesregierung ab dann vollständig klimaneutrale Brennstoffe. Wie viel CO₂ Ihre Wege und Flüge verursachen, berechnet der CO₂-Rechner von goClimate; für die Heizung nutzen Sie die Tabellen dieser Seite.

Häufige Fragen zu Heizung und CO₂

Wärmepumpe oder Gasheizung: Was ist klimafreundlicher?

Die Wärmepumpe. Mit dem Strommix 2025 und einer Jahresarbeitszahl von 3,4 verursacht sie rund 101 g CO₂ je kWh Wärme, eine Gasheizung rund 201 g. In einem Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch sind das 1,82 statt 3,62 t CO₂ im Jahr, rund die Hälfte.

Wie viel CO₂ stößt eine Gasheizung pro Jahr aus?

Je kWh laut Gasrechnung entstehen rund 181 g CO₂. Bei 20.000 kWh im Jahr, typisch für ein Einfamilienhaus mit 140 m², sind das 3,62 t CO₂. Bezogen auf den Heizwert, wie in Statistiken üblich, beträgt der Faktor 201 g je kWh.

Wie viel CO₂ spart eine Wärmepumpe im Altbau?

Rund die Hälfte gegenüber einer Gasheizung mit dem Strommix 2025. Fraunhofer ISE maß an 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4 für Luft-Wärmepumpen und 4,3 für Erdwärmepumpen und kommt mit eigenen Faktoren auf 64 bis 68 % Einsparung.

Wie viel CO₂ verursacht eine Ölheizung?

Ein Liter Heizöl verursacht beim Verbrennen rund 2,7 kg CO₂, je kWh Heizwert 266 g. Ein Einfamilienhaus mit 2.000 Litern im Jahr kommt auf rund 5,3 t CO₂, fast 50 % mehr als mit Gas.

Ist eine Pelletheizung CO₂-neutral?

Nein, aber bilanziell sehr emissionsarm. Mit Herstellung und Transport rechnen Förderprogramme mit 36 g CO₂ je kWh Pellets. Am Schornstein entsteht zusätzlich biogenes CO₂ von rund 0,4 kg je kWh, das Klimabilanzen getrennt ausweisen, weil der Wald es erst über Jahrzehnte wieder bindet.

Wie viel CO₂-Preis zahlt man 2026 für die Heizung?

Bei 20.000 kWh Gas laut Rechnung rund 237 bis 280 € im Jahr inklusive Mehrwertsteuer, bei 2.000 Litern Heizöl rund 350 bis 414 €. Für Pellets und Wärmepumpe fällt kein Aufschlag nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz an.