CO₂-Fußabdruck von Lebensmitteln: Tabelle, Vergleich und Ursachen
CO₂-Fußabdruck von Lebensmitteln als Tabelle: 40 Werte je kg (ifeu), je 100 g Protein und je Portion, Ernährungsweisen, Bio, Flugware. Stand Oktober 2026.
Von Johanna Jung · aktualisiert am · 14 Min. Lesezeit
Kurz erklärt
Der CO₂-Fußabdruck von Lebensmitteln ist die Menge an Treibhausgasen, die Anbau, Tierhaltung, Verarbeitung, Verpackung und Transport eines Lebensmittels bis zur Ladenkasse verursachen, angegeben in kg CO₂-Äquivalenten je kg. Tierische Produkte liegen meist weit über pflanzlichen; Ausreißer sind Flugware und Gemüse aus beheiztem Gewächshaus.
Rindfleisch
13,6 kg CO₂-Äq. je kgDurchschnitt Deutschland, ifeu 2020
Linsen, getrocknet
1,2 kg CO₂-Äq. je kgifeu 2020, bis zur Supermarktkasse
Ernährung pro Kopf
1,6 t CO₂-Äq. im Jahr16 % des Fußabdrucks, Umweltbundesamt
Was bedeutet der CO₂-Fußabdruck eines Lebensmittels?
Der CO₂-Fußabdruck eines Lebensmittels gibt an, wie viele Treibhausgase vom Acker oder Stall bis zum Verkauf entstehen, umgerechnet in Kilogramm CO₂-Äquivalente je Kilogramm Ware. Er umfasst neben CO₂ auch Methan aus Rindermägen und Lachgas aus gedüngten Böden.
Alle Werte dieser Seite stammen aus einer Quelle: der Studie „Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland“ des ifeu-Instituts Heidelberg (2020, Bezugsjahr 2019) mit 188 Lebensmitteln und 8 Gerichten. Die Systemgrenze ist die Supermarktkasse: Anbau und Tierhaltung samt Dünger und Futter, Verarbeitung, Verpackung und Transport bis in den Handel, dazu anteilige Emissionen aus Entwaldung. Einkaufsweg, Kochen und Reste im Haushalt fehlen.
Die Ernährung verursacht in Deutschland nach dem CO₂-Rechner des Umweltbundesamts 1,6 t CO₂-Äquivalente pro Person und Jahr, das sind 16 % des durchschnittlichen Fußabdrucks von 9,8 t (Datenstand 2025). Weltweit verursachen Ernährungssysteme rund ein Drittel der Treibhausgase (Crippa et al. 2021, Jahr 2015) bzw. knapp 30 % (EAT-Lancet-Kommission 2025). Die Bereiche im Vergleich zeigt die Seite zum CO₂-Fußabdruck von Personen und Produkten.
CO₂-Tabelle: Wie viel CO₂-Äquivalente verursachen 40 Lebensmittel je Kilogramm?
Ein Kilogramm Rindfleisch verursacht bis zur Supermarktkasse im Durchschnitt 13,6 kg CO₂-Äquivalente, ein Kilogramm Linsen 1,2 kg und ein Kilogramm Karotten 0,1 kg. Den Spitzenwert der Tabelle hat keine tierische Ware, sondern eine per Flugzeug importierte Ananas mit 15,1 kg.
CO₂-Fußabdruck von 40 Lebensmitteln in kg CO₂-Äquivalenten je kg (ifeu 2020) und Vergleichswert des goClimate-Rechners
Lebensmittel
ifeu 2020
goClimate-Rechner
Fleisch und Fisch
Rindfleisch, Durchschnitt (Spanne 11 bis über 30)
13,6
12,3
Garnelen, gefroren
12,5
12,6
Wildfleisch (Hirsch)
11,5
10,5
Rinder-Hackfleisch
9,2
5,6 (Hackfleisch)
Hähnchen, Durchschnitt
5,5
3,7
Fisch aus Aquakultur
5,1
–
Schweinefleisch, Durchschnitt
4,6
4,2
Fisch, Wildfang, frisch
4,0
6,3 (Fisch frisch)
Bratwurst (Thüringer Rostbratwurst)
2,9
3,6 (Wurst)
Milchprodukte und Eier
Butter
9,0
9,2
Feta
7,0
6,5
Käse, Durchschnitt
5,7
5,8
Frischkäse
5,5
5,7
Sahne
4,2
4,3
Ei
3,0
2,0
Magerquark
2,4
2,5
Joghurt, natur
1,7
2,4
Vollmilch (ESL, Verbundkarton)
1,4
1,4
Pflanzliche Eiweißquellen und Drinks
Seitan
2,5
–
Erbsen, getrocknet
2,3
–
Linsen, getrocknet
1,2
1,5
Tofu
1,0
1,7
Tempeh
0,7
–
Sojadrink
0,4
0,7
Haferdrink
0,3
–
Getreide und Kartoffeln
Reis
3,1
3,0
Nudeln
0,7
0,5
Haferflocken
0,6
0,4
Mischbrot
0,6
0,6 (Vollkornbrot)
Kartoffeln, frisch
0,2
0,4
Obst und Gemüse
Ananas, per Flugzeug
15,1
0,7 (Ananas)
Tomaten, beheiztes Gewächshaus in Deutschland („Winter-Tomate“)
2,9
–
Champignons, frisch
1,3
1,3
Tomaten, frisch, Durchschnitt
0,8
0,9
Avocado, Durchschnitt
0,6
0,5
Äpfel, Durchschnitt
0,3
0,3
Karotten
0,1
0,3
Fette, Süßes, Kaffee
Kaffee, Pulver
5,6
–
Vollmilchschokolade (Tafel)
4,1
–
Rapsöl (Glasflasche)
3,3
2,7
Tierische Lebensmittel liegen bei 1,4 kg CO₂-Äquivalenten je kg oder darüber, die meisten pflanzlichen unter 1 kg; Ausnahmen nach oben sind Flugware, Winter-Tomaten, Reis, Kaffee, Schokolade, Pflanzenöle, Seitan, getrocknete Erbsen und Linsen sowie Champignons. Quelle: ifeu 2020, Tabellen 1 bis 5, Bezugsjahr 2019, Systemgrenze Supermarktkasse. Spalte „goClimate-Rechner“: Faktor im Lebensmittel-Rechner (Stand 10.10.2026), „–“ = im Rechner nicht enthalten; Balken proportional, Maximum 120px.
Der goClimate-Rechner liegt bei Rindfleisch, Butter, Käse, Milch und Reis höchstens 10 % neben ifeu. Deutlich niedriger rechnet er Hähnchen (3,7 statt 5,5 kg) und Eier (2,0 statt 3,0 kg); sein Hackfleischwert von 5,6 kg passt vermutlich zu gemischtem Hack. Höher liegen Tofu (1,7 statt 1,0 kg), Kartoffeln und Karotten, beim frischen Fisch fasst er Wildfang und Zucht in 6,3 kg zusammen. Die Herkunft der Rechnerwerte wird geprüft.
Welche Eiweißquellen haben je 100 g Protein den kleinsten CO₂-Fußabdruck?
Je 100 g Eiweiß verursachen Linsen, Tempeh und Tofu höchstens rund 0,7 kg CO₂-Äquivalente, Rindfleisch rund 6,4 kg und Garnelen rund 7,5 kg. Je Kilogramm wirkt der Abstand bei Milch größer, bei Hülsenfrüchten kleiner.
goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: CO₂-Äquivalente je 100 g Protein und Menge, die 100 g Protein liefert
Lebensmittel
Protein je 100 g
Menge für 100 g Protein
kg CO₂-Äq. je 100 g Protein
Garnelen
16,6 g
rund 600 g
7,5
Rindfleisch
21,4 g
rund 470 g
6,4
Haferdrink
0,5 g
rund 20 l
6,0
Rinder-Hackfleisch
19,2 g
rund 520 g
4,8
Vollmilch
3,2 g
rund 3,1 l
4,4
Reis
7,4 g
rund 1,35 kg
4,2
Hähnchen
18,8 g
rund 530 g
2,9
Ei
12,6 g
rund 790 g
2,4
Fisch, Wildfang, frisch (Dorsch)
18,1 g
rund 550 g
2,2
Schweinefleisch
21,4 g
rund 470 g
2,1
Käse (Hart- und Schnittkäse)
26,6 g
rund 380 g
2,1
Sojadrink
3,6 g
rund 2,8 l
1,1
Erbsen, getrocknet
21,3 g
rund 470 g
1,1
Seitan
28,0 g
rund 360 g
0,9
Tofu
14,7 g
rund 680 g
0,7
Linsen, getrocknet
24,4 g
rund 410 g
0,5
Tempeh
17,6 g
rund 570 g
0,4
So haben wir gerechnet: CO₂-Äquivalente je kg (ifeu 2020) × 0,1 kg ÷ Proteinanteil. Beispiel Rindfleisch: 13,6 × 0,1 ÷ 0,214 = 6,4 kg; Linsen: 1,2 × 0,1 ÷ 0,244 = 0,5 kg. Proteingehalte je 100 g roher bzw. getrockneter Ware aus der Schweizer Nährwertdatenbank des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV, Abruf 12.10.2026), weil der Bundeslebensmittelschlüssel nicht maschinell abrufbar war; Käsegehalt als Mittel von Hart- und Halbhartkäse, ifeu-Wert als Durchschnitt aller Käse. Annahme: 1 l Drink ≈ 1 kg. Nicht berücksichtigt: Proteinqualität und Kochverluste.
Rindfleisch verursacht je Gramm Eiweiß rund 13-mal so viel Treibhausgase wie getrocknete Linsen; die Seite zu den Emissionen der Landwirtschaft und der Rolle der Ernährung kommt mit gerundeten Eiweißgehalten auf das Zwölffache. Zwei Ergebnisse überraschen: Schweinefleisch, Wildfang-Fisch und Käse liegen fast gleichauf bei 2,1 bis 2,2 kg, und Haferdrink schneidet je Eiweiß fast so schlecht ab wie Rindfleisch, weil er kaum Eiweiß enthält. Als Eiweißquelle ist Sojadrink die bessere Alternative zu Kuhmilch.
Wie viel CO₂ steckt in einer Portion?
Ein Rindersteak mit 200 g verursacht rund 2,7 kg CO₂-Äquivalente, eine Portion Linsen mit 70 g Trockengewicht weniger als 0,1 kg. Die Hauptzutat bestimmt den Fußabdruck, Beilagen kaum.
goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: CO₂-Äquivalente je typischer Portion
Portion
Menge
kg CO₂-Äq.
Ananas, per Flugzeug importiert
250 g
3,78
Rindersteak
200 g
2,72
Garnelen
100 g
1,25
Rinderhack für Bolognese
125 g
1,15
Hähnchenbrust
150 g
0,83
Schweineschnitzel
150 g
0,69
Tafel Vollmilchschokolade
100 g
0,41
Glas Vollmilch
250 ml
0,35
Reis, trocken
75 g
0,23
Käse, zwei Scheiben
40 g
0,23
Ei
60 g
0,18
Tofu
150 g
0,15
Ananas, per Schiff importiert
250 g
0,15
Linsen, trocken
70 g
0,08
Nudeln, trocken
100 g
0,07
Kartoffeln
250 g
0,05
Tasse Kaffee
7 g Pulver
0,04
So haben wir gerechnet: Portionsgewicht × Faktor je kg nach ifeu 2020 (Steak 0,2 × 13,6 = 2,72 kg; Flug-Ananas 0,25 × 15,1 = 3,78 kg). Portionsgrößen sind eigene Annahmen für eine erwachsene Person; Werte bis zur Supermarktkasse, ohne Kochen. Ein Steak entspricht rund 32 Portionen Linsen.
ifeu hat zusätzlich Gerichte bis auf den Teller gerechnet, einschließlich Einkaufsfahrt, Kochen und Spülen:
Ein Gericht, verschiedene Hauptzutaten: kg CO₂-Äq. je Portion, fertig auf dem Teller (ifeu 2020)
Gericht
mit Rind
Alternative 1
Alternative 2
Frikadelle mit Reis und frischen Erbsen
2,0
1,3 (Hähnchenbrustfilet)
1,0 (Veggieburger auf Sojabasis)
Lasagne
1,6
1,0 (Schweinegehacktes)
0,7 (Sojagranulat)
Wer in der Lasagne Rinderhack durch Sojagranulat ersetzt, senkt den Fußabdruck der Portion um mehr als die Hälfte; Nudeln oder Kartoffeln statt Reis sparen dagegen nur 0,1 kg. Quelle: ifeu 2020, Tabelle 6.
Warum verursachen tierische Lebensmittel mehr Treibhausgase?
Tierische Lebensmittel verursachen mehr Treibhausgase, weil Tiere ein Vielfaches an Futter brauchen, als sie liefern, und weil Wiederkäuer Methan bilden; dazu kommen Lachgas aus der Düngung und Entwaldung für Futter.
Methan aus dem Pansen: Mikroorganismen im Vormagen von Rindern, Schafen und Ziegen bilden beim Abbau von Gras Methan, das über 100 Jahre rund 27-mal so stark wirkt wie CO₂. Deshalb liegt Rindfleisch weit über Schwein und Geflügel. Mehr dazu auf der Seite zum Methan aus Wiederkäuern, Erdgas und Abfall.
Lachgas aus Dünger und Gülle: Bodenbakterien setzen einen Teil des Stickstoffs als Lachgas frei, das 273-mal so stark wirkt wie CO₂; der größte Teil der Agrarfläche liefert Futter. Die Gase im Vergleich zeigt die Übersicht der Treibhausgase mit Lachgas und ihrem Treibhauspotenzial.
Futter und Fläche: Je Kilogramm Fleisch braucht ein Tier mehrere Kilogramm Futter; Futtersoja von gerodeten Flächen bringt CO₂ aus Landnutzungsänderung mit.
Konzentration: Für 1 kg Käse oder Butter wird ein Vielfaches an Milch verarbeitet; Butter liegt deshalb mit 9,0 kg doppelt so hoch wie Schweinefleisch.
Die deutsche Landwirtschaft verursachte 2025 laut Umweltbundesamt 60,8 Mio. t CO₂-Äquivalente oder 9,4 % der Emissionen; Futtersoja und Importware kommen im Ausland hinzu. Wie viel Milch in Deutschland erzeugt und verbraucht wird, zeigt die Milch-Statistik mit Verbrauch und Klimabilanz.
Wie viel CO₂ sparen flexitarische, vegetarische und vegane Ernährung?
Eine vegetarische Ernährung mit durchschnittlich viel Käse, Milch und Butter spart in unserer Rechnung weniger Treibhausgase als eine flexitarische Ernährung nach der Planetary Health Diet: rund 290 statt rund 360 kg CO₂-Äquivalente pro Person und Jahr. Eine vegane Ernährung spart rund 600 kg, das sind knapp 40 % der 1,6 t, die die Ernährung in Deutschland im Schnitt verursacht.
goClimate-Rechnung
goClimate-Rechnung: Tierische Lebensmittel und ihr Ersatz je Person und Jahr, in kg CO₂-Äquivalenten
Ernährungsweise
Fleisch
Milchprodukte und Eier
Hülsenfrüchte, Nüsse, Ersatz
Summe
Ersparnis
Durchschnitt Deutschland 2025 (omnivor)
353
386
0
739
–
Flexitarisch nach Planetary Health Diet 2025
98
228
49
375
364 (49 %)
Vegetarisch, Milchprodukte wie heute
0
386
59
445
294 (40 %)
Vegan
0
0
137
137
602 (81 %)
So haben wir gerechnet: Menge je Kopf und Jahr × ifeu-Faktor; Brot, Getreide, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Öl und Getränke sind in allen Varianten gleich und deshalb weggelassen, Fisch fehlt mangels Verzehrsmenge in Produktgewicht. Durchschnitt: Fleischverzehr 54,9 kg (Schwein 28,3, Geflügel 14,7, Rind und Kalb 9,7, übriges 2,2 kg mit dem Schweinefleisch-Faktor; BLE 2026, vorläufig), Verbrauch 2025 von Konsummilch 45,1 kg, Sauermilchprodukten 32,0 kg (Joghurt-Faktor), Sahne 5,2 kg, Käse 26,4 kg, Butter 5,6 kg (ZMB nach BLE, vorläufig), 252 Eier à 60 g (BZL). Flexitarisch: Mengen der Planetary Health Diet 2025 je Tag (15 g rotes Fleisch im deutschen Verhältnis von Rind zu Schwein, 30 g Geflügel, 15 g Ei, 75 g Hülsenfrüchte mit Linsen-Faktor, 50 g Nüsse mit Walnuss-Faktor), 250 g Milchprodukte als 150 g Milch, 75 g Joghurt und 25 g Käse, Butter und Sahne halbiert (eigene Annahmen). Vegetarisch: Milchprodukte und Eier wie heute, dazu Hülsenfrüchte und Nüsse wie flexitarisch und 10 kg Tofu. Vegan: Haferdrink, Soja-Joghurt, Hafer-Kochcreme in gleicher Menge, Käseersatz in halber Menge, Margarine statt Butter, Hülsenfrüchte, Nüsse und Tofu wie vegetarisch. Fleisch ist mit der Verzehrsmenge angesetzt; mit der rund 30 % höheren Verbrauchsmenge steigen alle Ersparnisse, die Reihenfolge bleibt gleich.
Milchprodukte und Eier tragen im heutigen Durchschnitt mit rund 386 kg ähnlich viel bei wie Fleisch mit rund 353 kg, Käse allein rund 150 kg. Wer Fleisch weglässt, aber Käse und Butter behält, spart deshalb weniger als erwartet. Die Planetary Health Diet der EAT-Lancet-Kommission vom Oktober 2025 sieht 15 g rotes Fleisch und 30 g Geflügel am Tag vor, rund 16 kg im Jahr; der Fleischverzehr in Deutschland lag 2025 mit 54,9 kg rund 3,3-mal so hoch.
Nach der Kommission ließen sich die ernährungsbedingten Emissionen weltweit gegenüber einem Weiter-so mehr als halbieren. Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 2024, die erstmals Umweltwirkungen einrechnen, ordnet der Lebensmittel-Rechner mit einer Beispielwoche nach DGE ein.
Regional, saisonal, bio: Was zählt beim Einkauf wirklich?
Was auf dem Teller liegt, entscheidet über den Fußabdruck stärker als die Frage, woher es kommt; die große Ausnahme ist Ware, die mit dem Flugzeug kommt oder im beheizten Gewächshaus wächst. Eine per Flugzeug importierte Ananas verursacht mit 15,1 kg je kg 25-mal so viel wie eine per Schiff importierte.
Herkunft und Saison: kg CO₂-Äq. je kg desselben Lebensmittels (ifeu 2020)
Lebensmittel
Günstigste Variante
Zwischenstufen
Ungünstigste Variante
Tomaten
Deutschland, saisonal: 0,3
Südeuropa, Freiland: 0,4; Durchschnitt: 0,8
Deutschland, beheiztes Gewächshaus: 2,9
Erdbeeren
aus der Region, saisonal: 0,3
aus Spanien: 0,4; gefroren: 0,7
„Winter-Erdbeeren“: 3,4
Äpfel
aus der Region im Herbst: 0,3
aus der Region im April (gelagert): 0,4
aus Neuseeland: 0,8
Ananas
per Schiff: 0,6
Durchschnitt: 0,9; Dose: 1,8
per Flugzeug: 15,1
Beheiztes Gewächshaus und Flugzeug verändern den Wert um das Zehn- bis 25-Fache, Lagerung und Schiffsweg nur um wenige Zehntel Kilogramm. Quelle: ifeu 2020, Tabelle 1.
Auf den Transport entfallen nach Sandström et al. (2018) rund 6 % der Emissionen europäischer Ernährung, bei Rindfleisch nach Poore und Nemecek (Science, 2018) weniger als 1 %; Luftfracht macht nur 0,16 % aller Lebensmittel-Tonnenkilometer aus. Li et al. (Nature Food, 2022) kommen mit allen Vorprodukten auf 19 %, bei Obst und Gemüse verursacht der Transport dort fast doppelt so viel wie der Anbau. Für den Einkauf heißt das: Bei Obst und Gemüse lohnt der Blick auf Herkunft und Saison, bei Fleisch und Milch kaum.
Typische Flugware sind frische Beeren, Spargel, grüne Bohnen, Mangos oder Ananas aus Übersee außerhalb der Saison, oft als „flugreif“ beworben. Der zweite Ausreißer ist das beheizte Gewächshaus: Eine Winter-Tomate aus Deutschland verursacht fast zehnmal so viel wie eine deutsche Tomate in der Saison.
Bio senkt den Fußabdruck je Kilogramm bei tierischen Produkten nicht, sondern erhöht ihn, weil Tiere langsamer wachsen und mehr Fläche brauchen. Die Vorteile für Böden, Gewässer und Artenvielfalt bildet ein CO₂-Wert nicht ab.
Bio und konventionell: kg CO₂-Äq. je kg (ifeu 2020)
Lebensmittel
konventionell
Bio
Unterschied
Rindfleisch
13,6
21,7
+60 %
Rinder-Hackfleisch
9,2
15,1
+64 %
Butter
9,0
11,5
+28 %
Käse, Durchschnitt
5,7
7,2
+26 %
Schweinefleisch
4,6
5,2
+13 %
Vollmilch (ESL)
1,4
1,7
+21 %
Linsen, getrocknet
1,2
1,7
+42 %
Tomaten, frisch
0,8
1,1
+38 %
Zucker (Rübe)
0,7
0,5
−29 %
Äpfel, Durchschnitt
0,3
0,2
−33 %
Bio-Rindfleisch hat nach ifeu einen um 60 % höheren Fußabdruck als konventionelles; Bio-Linsen liegen trotz Aufschlag bei weniger als einem Zehntel von Bio-Rindfleisch, die Wahl des Lebensmittels wiegt schwerer als die Anbauform. Quelle: ifeu 2020, Tabellen 1 bis 4; Unterschied = Bio ÷ konventionell − 1, eigene Rechnung, Werte gerundet.
Wie viel trägt die Verpackung zum CO₂-Fußabdruck bei?
Die Verpackung trägt bei den meisten Lebensmitteln nur wenig zum Fußabdruck bei; spürbar wird sie bei Getränken und Konserven mit niedrigem Eigenwert. ifeu rechnet dafür Varianten desselben Produkts.
Salatgurke: mit und ohne Plastikfolie jeweils 0,4 kg je kg.
Passierte Tomaten: im Verbundkarton 1,6 kg, in der Dose 1,8 kg, im Einwegglas 1,9 kg je kg. Glas liegt knapp 19 % über Karton, alle drei aber mehr als fünfmal so hoch wie frische Saisontomaten (0,3 kg), weil Erhitzen und Eindicken Energie kosten.
Getränke: Bier in der 0,5-l-Mehrwegflasche 0,9 kg, in der Dose 1,0 kg je kg; Mineralwasser in der Glas-Mehrwegflasche 0,2 kg, Leitungswasser praktisch 0.
Bei Fleisch und Käse fällt die Verpackung neben Futter und Methan kaum ins Gewicht, bei Getränken entscheidet sie. Welche Materialien Plastik ersetzen, beschreibt die Übersicht über Alternativen zu Plastik und ihre Klimabilanz; wann Mehrweg im Vorteil ist, zeigt der Artikel über Mehrwegflaschen.
Wie viel CO₂ verursacht Lebensmittelverschwendung?
Jedes weggeworfene Lebensmittel trägt den vollen Fußabdruck seiner Herstellung, ohne dass jemand satt wird. In Deutschland fielen 2022 rund 10,8 Mio. t Lebensmittelabfälle an, davon 6,3 Mio. t oder 58 % in privaten Haushalten, das sind 74,5 kg je Person und Jahr.
Der Rest entfiel laut Bundeslandwirtschaftsministerium auf Außer-Haus-Verpflegung (2,0 Mio. t), Verarbeitung (1,6 Mio. t), Handel (0,8 Mio. t) und Primärproduktion (0,2 Mio. t), einschließlich Schalen und Knochen.
Für das Klima zählt, was weggeworfen wird: Ein Kilogramm Käse im Müll entspricht nach ifeu rund 28 kg weggeworfenen Kartoffeln, ein Kilogramm Rinderhack 46 kg. Genau einkaufen lohnt deshalb vor allem bei Fleisch, Käse, Butter und Sahne. Der UBA-Wert von 1,6 t schließt die Haushaltsabfälle ein, die ifeu-Werte nicht. Daten zum Müllaufkommen insgesamt bietet die Müll-Statistik für Deutschland.
Wie entwickeln sich Fleischverzehr und Fleischersatz in Deutschland?
Der Fleischverzehr ist 2025 nach vorläufigen Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung um 1,4 kg auf 54,9 kg je Person gestiegen, nach 53,5 kg im Jahr 2024 und 52,9 kg im Jahr 2023. Davon entfallen 28,3 kg auf Schwein, 14,7 kg auf Geflügel und 9,7 kg auf Rind und Kalb; der Verbrauch einschließlich Knochen, Tierfutter und Verlusten liegt rund 30 % höher.
Fleischersatz bleibt eine Nische: 2025 wurden in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 124.900 t produziert, 1,2 % weniger als 2024, aber 107 % mehr als 2019. Der Produktionswert von 632,6 Mio. € beträgt rund ein Siebzigstel der Fleischproduktion (45,2 Mrd. €), je Kopf rund 1,5 kg. Was ein Wechsel bringt, zeigen die ifeu-Werte: vegane Bratwurst 1,7 statt 2,9 kg je kg, Veggieburger auf Sojabasis 1,1 statt 9,0 kg für ein tiefgekühltes Rinder-Patty.
Was zeigen Lidl und Dänemark beim Umstieg auf pflanzliche Eiweißquellen?
Lidl steuert den Anteil pflanzlicher Eiweißquellen über Sortiment und Preis und misst ihn jährlich; Dänemark legte im Oktober 2023 einen nationalen Aktionsplan für pflanzliche Lebensmittel vor.
Fallbeispiel
Lidl Deutschland: Proteinsplit und Preisparität (Stand Geschäftsjahr 2025)
Ziel: Anteil pflanzlicher Proteinquellen bis 2030 auf 20 % erhöhen, Basisjahr 2022 (Lidl, Seite „Pflanzenbasiertes Sortiment“, Abruf 12.10.2026; Pressemitteilung mit WWF vom 17.01.2025)
Methode: WWF-Methodik, Wareneingang in kg aller Eigen- und Markenartikel, ohne Getränke und Fertiggerichte
Ergebnis Geschäftsjahr 2025: 13,8 % pflanzliche und 86,2 % tierische Proteinquellen, ein Plus von 0,2 Prozentpunkten gegenüber 2022; bei Molkereiprodukten 5,8 % pflanzliche Alternativen. Bezogen auf das Gesamtsortiment stieg der Anteil tierischer Proteinquellen gegenüber 2022 um 0,9 Punkte auf 12,0 %, der pflanzlicher um 0,1 Punkte auf 1,5 %
Preisparität seit Oktober 2023: Ein Großteil der veganen Eigenmarke Vemondo kostet so viel wie das tierische Vergleichsprodukt; der Absatz veganer Artikel stieg seither um mehr als 30 % (Pressemitteilung vom 12.08.2025)
Einordnung
Was der Fall zeigt
Die offengelegte Kennzahl zeigt, wie zäh die Verschiebung ist: Von 2022 bis 2025 stieg der pflanzliche Anteil um rund 0,07 Prozentpunkte im Jahr, für 20 % bis 2030 wären rund 1,24 Punkte im Jahr nötig, fast das 19-fache Tempo. Mit dem Tempo von 2022 bis 2025 würde Lidl das Ziel von 20 % nicht 2030, sondern rechnerisch erst um 2118 erreichen. Preisparität steigert den Absatz veganer Produkte, verschiebt das Verhältnis aber kaum, solange tierische Ware ebenfalls wächst. Der Fall zeigt nicht, wie viel CO₂ die Umstellung spart; dafür müsste Lidl die Mengen je Warengruppe mit Emissionsfaktoren verknüpfen.
Fallbeispiel
Dänemark: Aktionsplan für pflanzliche Lebensmittel (Oktober 2023)
Vorgelegt im Oktober 2023 vom dänischen Ministerium für Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei
Fonds für pflanzliche Lebensmittel: 675 Mio. DKK für 2023 bis 2030, rund 84 Mio. DKK im Jahr; mindestens die Hälfte für ökologische pflanzliche Projekte
Öffentliche Küchen: Schulungen und Beratung; nach dem staatlichen Haushaltsleitfaden von 2021, auf den der Plan verweist, müssen Kantinenanbieter einen oder mehrere fleischfreie Tage pro Woche und Rind oder Lamm an höchstens einem Tag pro Woche anbieten können
Laut Plan senkt eine Ernährung nach den klimafreundlichen dänischen Ernährungsempfehlungen den Klima-Fußabdruck um 31 bis 45 %; ein Zielwert für den Konsum fehlt
Einordnung
Was der Fall zeigt
Dänemark setzt auf Angebot statt Verbot: Der Fonds entspricht beim Leitkurs von 7,46 DKK je Euro rund 11 Mio. € im Jahr für Produktentwicklung und Anbau, nicht für Preissenkungen. Übertragbar ist die Kantinenregel: Ersetzt eine Kantine mit 300 Essen am Tag einmal pro Woche ein Rinderfrikadellen-Gericht durch die Soja-Variante, spart sie nach ifeu 300 × 52 × 1,0 kg = rund 15,6 t CO₂-Äquivalente im Jahr. Die Spanne von 31 bis 45 % ist mit unserer Rechnung nicht direkt vergleichbar, weil der Plan Ausgangsernährung und Bezugsgröße nicht nennt; bei uns spart eine flexitarische Ernährung knapp ein Viertel der 1,6 t. Der Fall zeigt nicht, ob die Dänen tatsächlich anders essen; ohne Konsumziel und Kennzahl wie bei Lidl lässt sich die Wirkung nicht messen.
Was bedeutet der CO₂-Fußabdruck von Lebensmitteln für Unternehmen?
Für Kantinen, Hotels, Caterer, Handel und Lebensmittelhersteller sind eingekaufte Lebensmittel oft die größte Position der Klimabilanz. Sie gehören nach dem Greenhouse Gas Protocol in Scope 3, Kategorie 1 (eingekaufte Waren); Menge × Faktor ist der übliche Einstieg.
Kantine und Gastronomie: Einkaufsmengen aus der Warenwirtschaft mit ifeu-Faktoren multiplizieren, Rindfleisch, Käse, Butter und Sahne zuerst genau erfassen. Die Abgrenzung erklärt die Seite zu Scope 1, 2 und 3 für Kantinen, Handel und Hersteller.
Handel: Der Proteinsplit nach WWF-Methodik ist eine Sortimentskennzahl; Kältemittelverluste aus Kühlmöbeln zählen dagegen zu Scope 1.
Hersteller und Händler mit Klimazielen: Die Science Based Targets initiative verlangt seit 1. Mai 2023 eigene Ziele für Wald, Land und Landwirtschaft (FLAG) von Lebensmittelherstellern, Lebensmittelhandel und allen Unternehmen mit mehr als 20 % FLAG-Emissionen, dazu eine Null-Entwaldungs-Verpflichtung (Stichtag spätestens 2020) und langfristig mindestens −72 % bis 2050.
Bilanz und Bericht: Für kleine und mittlere Unternehmen genügt im Bericht nach dem freiwilligen EU-Standard VS (Nachfolger des VSME) oder auf der DNK-Plattform zunächst eine Abschätzung mit Faktorquelle und Bezugsjahr. Den Aufbau einer vollständigen Bilanz zeigt der Leitfaden zur CO₂-Bilanz für Unternehmen; wie Lieferanten einbezogen werden, beschreibt die Seite zur Dekarbonisierung der Lieferkette.
Kommunikation (Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung): Seit 27. September 2026 ist Werbung mit „klimaneutral“ auf Grundlage von Kompensation nach der Richtlinie (EU) 2024/825 unzulässig, auch für Gerichte und Lebensmittel. Erlaubte Aussagen erklärt die Seite zur Klimaneutralität und den Regeln für Werbeaussagen.
Wo stoßen CO₂-Werte für Lebensmittel an Grenzen?
CO₂-Werte für Lebensmittel sind Durchschnittswerte mit großer Streuung und messen nur die Klimawirkung; sie taugen als Größenordnung, nicht als exakter Wert eines einzelnen Produkts.
Streuung: Rindfleisch liegt laut ifeu je nach Haltung und Herkunft zwischen 11 und über 30 kg CO₂-Äquivalenten je kg. Der Mittelwert verdeckt Unterschiede um das Dreifache.
Alter der Daten: Die ifeu-Werte beziehen sich auf 2019; Strommix, Erträge und Rezepturen haben sich seither verändert.
Andere Umweltwirkungen: Wasser, Boden und Artenvielfalt fehlen; ifeu nennt dafür für 35 Lebensmittel eigene Fußabdrücke.
Methan über 20 Jahre: Über 20 Jahre wirkt biogenes Methan rund 80-mal statt rund 27-mal so stark wie CO₂; Rindfleisch und Milchprodukte schnitten dann noch schlechter ab.
Häufige Fragen zum CO₂-Fußabdruck von Lebensmitteln
Wie viel CO₂ verursachen Lebensmittel pro Kilogramm?
In der Tabelle dieser Seite zwischen 0,1 und 15,1 kg CO₂-Äquivalente je kg bis zur Supermarktkasse. Nach ifeu verursacht Rindfleisch 13,6 kg, Käse 5,7 kg, Hähnchen 5,5 kg, Linsen 1,2 kg und Kartoffeln 0,2 kg; den Höchstwert hat Ananas per Flugzeug.
Sind regionale Lebensmittel immer klimafreundlicher?
Nein. Der Transport macht in Europa rund 6 % der Ernährungsemissionen aus, bei Rindfleisch weniger als 1 %. Regional und saisonal hilft vor allem bei Obst und Gemüse: Eine Winter-Tomate aus dem beheizten Gewächshaus verursacht 2,9 kg je kg, eine Saisontomate 0,3 kg.
Wie viel CO₂ spart eine vegane Ernährung?
In unserer Rechnung rund 600 kg CO₂-Äquivalente pro Person und Jahr gegenüber dem deutschen Durchschnitt, knapp 40 % der 1,6 t für Ernährung. Eine flexitarische Ernährung nach der Planetary Health Diet spart rund 360 kg, eine vegetarische mit unverändert viel Käse und Milch rund 290 kg.
Ist Bio-Fleisch klimafreundlicher als konventionelles?
Je Kilogramm nicht: Bio-Rindfleisch verursacht nach ifeu 21,7 kg CO₂-Äquivalente, konventionelles 13,6 kg, weil die Tiere langsamer wachsen und mehr Fläche brauchen.
Wie viele Lebensmittel werfen Haushalte in Deutschland weg?
2022 waren es 6,3 Mio. t oder 74,5 kg je Person, 58 % der rund 10,8 Mio. t Lebensmittelabfälle, einschließlich Schalen und Knochen.